Gehaltsvergleich sieht Österreich im EU-Spitzenfeld - So viel verdient man im Durchschnitt

Das mittlere Einkommen bzw. Durchschnittsgehalt österreichischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegt bei Vollzeit deutlich über dem EU-Schnitt. Wie es in anderen Ländern aussieht und wie hoch das Gehalt ausfällt, findet man hier auf Finanz.at.

17.04.2026, 10:05 Uhr von
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Bildquelle: Canva / Euro

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Ein aktueller Bericht von Eurostat zeigt, dass Österreich weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Einkommen in der Europäischen Union zählt. Das bereinigte mittlere Vollzeitbruttogehalt lag bei 58.600 Euro pro Jahr und damit klar über dem EU-Schnitt von 39.808 Euro. Der Abstand fällt mit rund 18.800 Euro pro Jahr erheblich aus, was Österreich deutlich in die Gruppe der europäischen Hochlohnländer einordnet.

Über dem österreichischen Niveau liegen lediglich Luxemburg, Dänemark, Irland und Belgien. Luxemburg bleibt mit fast 83.000 Euro weiterhin unerreicht an der Spitze der EU. Dänemark folgt mit rund 71.500 Euro, Irland mit gut 61.000 Euro und Belgien mit knapp 60.000 Euro. Österreich reiht sich damit auf Platz fünf ein. Deutschland kommt auf 53.791 Euro und liegt damit unter dem österreichischen Wert.

Mitteleuropa und Südeuropa weit abgeschlagen

Eine große Gruppe europäischer Länder bewegt sich deutlich unter der 50.000-Euro-Marke. Finnland (49.428 Euro), Schweden (46.525 Euro) und Frankreich (43.790 Euro) gehören noch zum oberen Mittelfeld. Danach fällt das Einkommensniveau spürbar ab: Spanien (33.700 Euro) und Italien (33.523 Euro) liegen schon ein Drittel unter Österreich, Slowenien (35.133 Euro) nur geringfügig höher.

In Osteuropa werden die Unterschiede besonders deutlich. Litauen, Estland und Portugal liegen bei 24.000 bis 29.000 Euro. Am untersten Ende finden sich Griechenland (17.954 Euro), Ungarn (18.461 Euro) und Bulgarien, das mit 15.387 Euro das niedrigste gemessene Einkommen im EU-Vergleich aufweist.

Starke Steigerungen seit 2020 – Österreich über EU-Trend

Auch die Entwicklung seit 2020 bestätigt die relative Stärke der österreichischen Einkommensdynamik. Das Durchschnittsgehalt stieg von 46.460 Euro auf 58.600 Euro – ein Plus von 12.140 Euro oder rund 26 Prozent. Im EU-Durchschnitt legten die Einkommen im selben Zeitraum um 22 Prozent zu. Österreich übertraf damit sowohl nominal als auch prozentuell die Entwicklung vieler anderer Staaten.

In der Spitzengruppe zeigen sich ebenfalls deutliche Anhebungen. Belgien verzeichnete mit einem Anstieg von gut 28 Prozent den stärksten prozentuellen Zuwachs unter den Top-Ländern. Luxemburg hatte mit über 15.000 Euro Plus den größten absoluten Sprung, während Irland um knapp 20 Prozent wuchs.

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Osteuropäisches Aufholen – aber auf niedrigem Niveau

Auffallend sind die massiven prozentuellen Zuwächse in einigen osteuropäischen Ländern. Rumänien erzielte mit einem Plus von 66,5 Prozent den stärksten Anstieg innerhalb der EU. Bulgarien und Polen verbesserten sich ebenfalls deutlich um mehr als 50 Prozent. Trotz dieser Dynamik bleibt der Einkommensabstand zu den westlichen Mitgliedsstaaten aber weiterhin groß.

Österreich bleibt Hochlohnland – trotz Inflation und Steuerdruck

Insgesamt bestätigt der EU-Vergleich, dass Österreich sowohl im generellen Lohnniveau als auch bei der Einkommensentwicklung seit 2020 über dem europäischen Durchschnitt liegt. Die Löhne haben sich in den vergangenen Jahren trotz starker Inflation nominal kräftig erhöht. Gleichzeitig zeigt der internationale Vergleich, dass die Belastung durch hohe Lebenshaltungskosten und Steuern die real verfügbare Kaufkraft stärker unter Druck setzt als in vielen anderen Ländern.

Österreich bewegt sich dennoch weiterhin in der Spitzengruppe der EU-Hochlohnländer – mit einem deutlichen Abstand zur Mehrheit der Mitgliedsstaaten und einem stabilen, überdurchschnittlichen Wachstum der Einkommen.

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aktualisiert: 17.04.2026, 10:05 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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