Wie viel verdienen Arbeitnehmer in Österreich?

Insgesamt wurden alle 3,9 Millionen Arbeiter und Angestellten nach der Höhe ihres Einkommens gereiht. Beamte und Lehrlinge sind in dieser Statistik nicht angeführt. Über 42.152 Euro brutto pro Monat verdienen nur ein Zehntel des Personenkreises in dieser Statistik, ein anderes Zehntel verdient weniger als 969 Euro brutto. Ein weiteres Zehntel am unteren Rand der Skala verdient gerade einmal 1.313 Euro Brutto und ist damit ebenfalls noch armuts-gefährdet.

Informieren Sie sich auch über das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, die Lohnsteuer und Einkommensteuer, sowie den Lohnsteuerausgleich in Österreich und nutzen Sie den Gehaltsrechner für Ihre Berechnung!

Lohnsteuer

Die Lohnsteuer wird in Österreich progessiv berechnet. In der Lohnsteuertabelle finden Sie eine genaue Aufschlüsselung der Einkommenstarife und -Stufen.

Tabelle

Monatslohn* Grenzsteuersatz
€ 1.066,00 0 %
€ 1.516,00 25 %
€ 2.599,33 35 %
€ 5.016,00 42 %
€ 7.516,00 48 %
€ 83.349,33 50 %
darüber 55 %

* Gehalt pro Monat ohne SV-Beitrag



Jahresbruttoeinkommen

Ein mittleres Haushaltseinkommen (Jahresbruttoeinkommen) im Jahr 2016 konnte dadurch mit einem Betrag von 33.000 Euro im Jahr abgeleitet werden. Dies setzt sich aber nicht nur aus der geleisteten Arbeit, sondern auch durch kleine Zahlungen aus Transfer-Leistungen und aus Einkommen aus Besitz zusammen. Zum Vergleich: Das oberste Zehntel hat ein Jahresbruttoeinkommen von 111.200 Euro, das niederste Zehntel von 11.200 Euro brutto. Aus dieser Statistik geht auch hervor, dass die obersten 10 Prozent mehr durch ihren Besitz verdienen, als die untersten 30 Prozent der Menschen durch Arbeit verdienen können.

Eine andere Studie der Statistik Austria von 2017 zeigt zudem auf, dass in Österreich die Schere zwischen Mann und Frau im Verdienst enorm ist: Frauen verdienen 38 Prozent weniger, als Männer. Diese Statistik wurde durch das mittlere Bruttojahreseinkommen von Männern und Frauen errechnet. Auch der Unterschied beim Verdienst für dieselbe Tätigkeit ist weiterhin eklatant. Männer verdienen dabei mehr als Frauen.

Sowohl bei den Frauen, wie aber auch überraschenderweise bei den Männern, erhöhte sich der Teilzeit-Anteil an Erwerbstätigen zwischen 2006 und 2016, bei den Frauen schlug er 2016 mit 48 Prozent zu buche, bei den Männern mit 11,8 Prozent.

Ab Januar 2020 wird die Normverbrauchsabgabe in Österreich neu berechnet. Hier finden Sie alle Informationen zur neuen NoVA 2020!

Lohnnebenkosten

Hinzu kommt, dass in Österreich die Lohnnebenkosten sehr hoch sind. Bei einem Bruttogehalt von 2.380 Euro, musste der Arbeitgeber im Jahr 2016 43.230 Euro hinblättern. Dies sind also die Kosten, die der Arbeiter oder Angestellte tatsächlich kostet. Der Arbeiter oder Angestellte erhält jedoch nur etwa 1.680 Euro netto von diesem Lohn auf die Hand. Der Nettolohn, also was tatsächlich unter dem Strich herauskommt, ist nicht so eindeutig verifizierbar.

Hier gibt es Absetzbeträge: zum Beispiel die Pendlerpauschale, den Kinderabsetzbetrag, den Alleinerzieherabsetzbetrag oder Alleinverdienerabsetzbetrag und Sachbezüge. Als Grundstock kann dieser Betrag von 1.680 Euro aber herhalten. Mit dem Beispiel wird ersichtlich, wie hoch die Nebenkosten bei einem Lohn tatsächlich sind, und dass der frustrierte Arbeiter/Angestellte, der mit 1.680 Euro nach Hause geht, durchaus gerne mehr verdienen würde. Gleichzeitig überlegt sich jeder Arbeitgeber 2 Mal, ob er jemanden anstellt.

Übersicht nach Berufsgruppen

Wie viel verdienen die unterschiedlichen Berufsgruppen? Hier finden Sie eine Auflistung der Gehälter und Löhne besonders gefragter Berufe in Österreich:

Gehaltsschere

Die Schere zwischen Arm und Reich wird noch weiter auseinandergehen, denn während die Reichen immer mehr Immobilien und Anlagen anhäufen können, müssen die Armen ihr gesamtes Vermögen ausgeben und kommen so nie auf einen grünen Zweig. Die derzeitige österreichische Regierung verschärft das Problem, indem sie nun die Notstandshilfe abschaffen möchte und die Menschen am untersten Ende des Verdienstes und der Sozialhilfe dazu zwingen will, zuerst ihr Vermögen aufzubrauchen, bevor es zu Hilfezahlungen kommt. Dass diese Hilfe in vielen Fällen eine Versicherungsleistung darstellt, welche durch das Arbeitslosengeld bezahlt wird, ist ihnen egal.

Es bleibt abzuwarten, wie sich in Österreich damit die Schere zwischen Arm und Reich im Jahr 2019 weiter verschärfen wird und wie sich diese Veränderungen in der Sozialhilfe und Mindestsicherung auch auf das Bruttoeinkommen der Bevölkerung auswirkt. Die Lage ist besorgniserregend.



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Daniel Herndler
Autor:
Chef-Redaktion | Ressorts: Finanzen, Steuern und Wirtschaft
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Email: dh@finanz.at | Twitter: @DanielHerndler
Stand: 27.11.2019, 11:52 Uhr | Richtlinien | Über Finanz.at | Kontakt

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