Gehalt für Bürgermeister in Österreich: Ein Bürgermeister in Österreich verdient zwischen 1.850 € und 14.000 € brutto pro Monat. Das ist abhängig von Gemeinden, Bundesländern und Städte. Der Wiener Bürgermeister verdient österreichweit am meisten Gehalt.

Im Rahmen seiner Funktion deckt ein Politiker in dieser Position ein breites Aufgabengebiet ab. Er leitet eine Gemeinde, vertritt sie nach außen. Österreich hat 2098 Gemeinden (Stand Jänner 2018) und ebenso viele Bürgermeister. 164 davon sind weiblich. Die Gemeinden bilden die unterste Verwaltungsebene. Ihre Einrichtung wurde im Bundesverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 geregelt. Sie gelten als Gebietskörperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. In Niederösterreich, Steiermark und Wien wählt der Gemeinderat den Bürgermeister. Alle anderen Bundesländer bestimmen ihn per Direktwahl.

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Die Organe der Gemeinde

Als juristische Person öffentlichen Rechts ist die Gemeinde selbst nicht handlungsfähig. Das Bundesverfassungsgesetz gibt ihr, in Artikel 117 Absatz 1, einen organisatorischen Mindeststandard vor, der sie nach außen vertritt. Er besteht aus dem

  • Gemeinderat
  • Gemeindevorstand (für einzelne Ortsteile größerer Gemeinden)
  • Bürgermeister, Vizebürgermeister (1 -3 je nach Gemeindegröße)

Tätigkeitsbereiche des Bürgermeisters

Dem Bürgermeister untersteht die gesamte Gemeindeverwaltung. Als Vorstand des Gemeindeamts ist er der Chef aller Gemeindebediensteten und ihnen gegenüber weisungsbefugt. Er fungiert als Melde- und Fundamt. Falls die Gemeinde zum Wirkungsbereich der Landespolizeidirektion gehört, ist der Bürgermeister zusätzlich für die Ausstellung von Pässen zuständig. Außerdem sorgt er für die Umsetzung von Gemeinderatsbeschlüssen. Sie dienen der Besorgung der Angelegenheiten im gemeindeeigenen Wirkungsbereich. Bundes- und Landesgesetze begrenzen diesen Spielraum.

Tiefe Einblicke in die tägliche Arbeit

Die Gemeindeordnung gibt vor, dass der Bürgermeister der Chef der Gemeinderegierung und Vorsitzender des Gemeindevorstands ist. Er handelt mit selbstständiger Gesetzgebungskompetenz, darf Bescheide und Verordnungen erlassen.

Zu seinen Aufgaben zählt die Beratung des, sowie die Antragstellung an den Gemeinderat. Der Bürgermeister besitzt nicht nur Einblick ins Gemeindevermögen, er verwaltet es auch. Unter seiner Leitung stehen gemeindeeigene Betriebe: Alten-, Pflegeheime, Energieversorger, Klärwerke, Hallenbäder, Schulen, Altstoffsammelstellen. In Wien sind es insgesamt 75 Unternehmen. Damit sie flexibel auf die Anforderungen in einem globalisierten Markt regieren können, wurden sie vor rund 15 Jahren unter dem Dach einer Holding zusammengefasst.

Was verdient ein Bürgermeister in Österreich?

Das ist rasch beantwortet. Je bevölkerungsreicher und weiter im Westen Österreichs, umso mehr. So kann es durchaus sein, dass ein Nebenerwerbsbürgermeister lediglich eine Vergütung wie ein mittlerer Angestellter erhält. Amtshaftung, das Fehlen jeglicher Immunität, die Verantwortung für die Bewohner in seiner Gemeinde, all das rechtfertigt durchaus das beachtliche Gehalt von bis zu 14.000 Euro.

Wer erhält welche Vergütung?

Die Höhe der Bürgermeisterbezüge wird in Österreich auf Landesebene geregelt. So verdiente etwa Wiens früherer Bürgermeister, Dr. Michael Häupl, 17.512 Euro brutto, 16-mal pro Jahr. Bei der Vizebürgermeisterin, Maria Vassilakou, waren es sogar 16.636,-. Diese Zahlen erscheinen hoch.

Enorm groß sind auch die Unterschiede in Bezug auf Arbeitszeit und Aufwand. Über 70 % der Bürgermeister sind, nach Auskunft des österreichischen Gemeindebunds, nebenberuflich in ihrer Funktion tätig. Sie erhalten deshalb lediglich den Verdienstentgang von durchschnittlich 3000 Euro ausbezahlt. Ganz allgemein unterscheiden sich die Bezüge nach Bundesland, Zahl der Einwohner, Art der Aufgabe:

  • Burgenland: 2200 bis 4600 Euro
  • Niederösterreich: 2700 bis 7400 Euro
  • Tirol: 2600 bis 7500 Euro
  • Steiermark: 2100 bis 8700 Euro
  • Kärnten: 3000 bis 7000 Euro
  • Oberösterreich: 3100 bis 8700 Euro
  • Salzburg: 4400 bis 8000 Euro
  • Vorarlberg: 1.852 bis 14.386 Euro brutto, abhängig von der Zahl der Tourismusnächtigungen.

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