Steuerreform 2020

Folgende Maßnahmen sollen noch 2020 (voraussichtlich bis spätestens September) umgesetzt werden:


Steuern

Senkung des Eingangssteuersatzes von 25 auf 20 Prozent

Der Eingangssteuersatz der Lohnsteuertabelle wird von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Davon werden alle Steuerzahler in Österreich mit maximal 350 Euro netto pro Jahr profitieren. Die Steuersenkung soll rückwirkend ab 01. Januar 2020 gelten. Sie wird mit September 2020 wirksam.

Bonus

Kinderzuschuss von 100 Euro

Eltern, die derzeit arbeitslos gemeldet sind oder Notstandshilfe beziehungsweise Mindestsicherung beziehen, erhalten einen einmaligen Kinderzuschuss von 100 Euro pro Kind.

Steuern

Erhöhung des Familienbonus Plus auf 1.750 Euro

Der Maximalbetrag des Familienbonus Plus wird für Kinder bis 18 Jahre auf 1.750 Euro statt bisher 1.500 Euro erhöht. Zudem wird der Kindermehrbetrag für Geringverdiener von 250 auf 350 Euro erhöht. Er soll auch nicht mehr nur auf Alleinerziehende beschränkt werden. Ab wann diese Maßnahmen umgesetzt werden ist noch offen.

Bonus

Einmaliger Arbeitslosen-Bonus von 450 Euro

Personen, die ab Mai für mindestens 60 Tage Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehen bzw. bezogen haben, erhalten einen einmaligen Bonus von 450 Euro zusätzlich zum monatlichen Bezug.

Bonus

Kinderbonus von 360 Euro für Familien

Pro Kind, für das derzeit Familienbeihilfe bezogen wird, wird ein Kinderbonus von einmalig 360 Euro automatisch vom Bund ausbezahlt. Die Auszahlung erfolgt ab September 2020 automatisch.

Steuern

Spitzensteuersatz von 55 Prozent verlängert

Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent auf Einkommen über einer Million Euro wird auf 2025 verlängert.

Abgabe

Flugticketabgabe am August 2020

Ab 31. August 2020 wird die Flugticketabgabe auf Kurzstreckenflüge (bis 350 km) auf 30 Euro und für andere Flüge auf 12 Euro pro Ticket erhöht.

Steuerreform 2021/22

Folgende Maßnahmen sollen bis 2022 umgesetzt werden:


Steuern

Senkung weiterer Steuersätze

Die Steuerstufen zwei und drei sollen von derzeit 35 beziehungsweise 42 Prozent auf 30 und 40 Prozent gesenkt werden. Davon sollen vor allem mittleren Einkommen profitieren. Die Umsetzung ist bis spätestens 2022 geplant, soll aber bereits 2021 beschlossen werden.

Unter einer Steuerreform versteht man im Allgemeinen eine größere oder gar grundsätzliche Änderung des aktuellen Steuersystems oder einzelner Teile des Steuergesetzes eines Landes. Ein Steuerreformvorschlag bezeichnet ein konkretes Konzept, welches zur Änderung des Steuerrechtes im Rahmen dieser Reform dienen soll.

Steuerreform 2021

Die neue Bundesregierung aus ÖVP und Grünen beschloss im gemeinsamen Regierungsprogramm eine Steuerreform. Sie soll bis 2021 teilweise und bis 2022 komplett in Kraft treten und geringe und mittlere Einkommen, sowie Unternehmen und Familie entlasten soll. Zudem soll sie ökologisiert und damit umweltfreundlicher werden.

Lohnsteuersenkung

Bis 2022 soll die Lohn- und Einkommensteuer gesenkt werden. Teile der Steuerreform sollen bereits am 01. Januar 2021 in Kraft treten.

Diese Steuersenkung sieht eine Reduktion der untersten Steuertarife, die derzeit mit 25, 35 und 42 Prozent besteuert werden, auf zukünftig nur noch 20, 30 und 40 Prozent vor. Damit werden alle Einkommen über 11.000 Euro pro Jahr begünstigt.

Berechnen Sie Ihr Gehalt nach der Lohnsteuersenkung:

Brutto Netto Rechner
Einkommen:
pro Monat
Berechnung:

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Gehalt und Lohn berechnen

Die neue Lohnsteuertablle soll wie folgt aussehen:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
1.000.000 Euro 55 % 55 %

Die Senkung des Eingangsteuersatzes von 25 auf 20 Prozent tritt ab Septemer 2020 rückwirkend bis 01. Januar in Kraft. Wann die weiteren Lohnsteuersenkungen in Kraft treten werden ist noch nicht fixiert.

Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer auf Gewinne von Unternehmen soll künftig nur noch 21 Prozent statt der bisherigen 25 Prozent betragen.

Erhöhung des Familienbonus

Der Familienbonus Plus soll von 1.500 Euro auf 1.750 Euro erhöht werden. Damit soll Kinderarmut in Österreich durch höhere Steuerbefreiung für Familien mit Kinder pro Jahr bekämpft werden.

Steuerreform 2020

Die Steuerreform der Bundesregierung unter ÖVP und FPÖ setzte eine Steuerreform um, die mit 2020 in Kraft getreten ist. Das Jahressteuergesetz 2018 wurde im Parlament beschlossen:

Familienbonus Plus

Wenn man so will, ist der Familienbonus Plus das Herzstück der Reform, die im Zuge des Jahressteuergesetz 2018 übermittelt wurde. Damit sollen 1,6 Millionen Kinder bzw. rund 950.000 Familien durch steuerliche Entlastung profitieren. Es wird nämlich ab Anfang des Jahres 2019 für Familien möglich, einen Absetzbetrag von jährlich bis zu 1.500 Euro pro Kind zu erhalten, welche direkt von der Einkommensteuer im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung oder der Steuererklärung abgezogen werden.

Bei Kindern, die das 18. Lebensjahr überschreiten, kann eine finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro pro Jahr und Kind erhalten werden. Genauere Regelungen rund um den Familienbonus sind dem Artikel über diesen zu entnehmen.

Steuererleichterung für landwirtschaftliche Versicherungen

Ebenso wird im Zuge der Steuerreform eine Erleichterung in Bezug auf Steuern für landwirtschaftliche Versicherungen vorgesehen. So soll die Versicherungssteuer für alle Elementarrisikoversicherungen einheitlich gestaltet werden. Eine Herabsetzung ist die Folge. Die Versicherungssteuer soll künftig nur noch 0,2 Promille der Versicherungssumme betragen – bisher war es der Fall, dass bei Versicherungen (bis auf die Hagelversicherung) 11% vom (Versicherungs-)Entgelt abzuführen waren. Das Finanzministerium rechnet damit von einer Einnahmeneinbuße von 5 Millionen Euro pro Jahr.

Besteuerungen von Gewinnen ausländischer Tochtergesellschaften

Ferner ist eine höhere Steuerbelastung von ausländischen Tochtergesellschaften vorgesehen. Diese unterliegen nämlich zukünftig der österreichischen Körperschaftsteuer – wenn diese nicht an die österreichischen Mutterkonzerne ausschütten. Dies ist ebenso eine Maßnahme zur Bekämpfung von Betrug. Durch diese erhöhte Steuerbelastung erwartet man Einnahmen von bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr.

Außerdem wird mit der Hinzurechnungsbesteuerung für schädliche Einkunftskategorien ein weiterer Schritt gesetzt. Nicht ausgeschüttete Passiveinkünfte einer ausländischen, niedrigbesteuerten Gesellschaft werden in Zukunft dem Mutterkonzern, welcher in Österreich ansässig ist, angerechnet.

Grunderwerbsteuer

Im Zusammenhang mit der Grunderwerbsteuer soll im Zuge der Steuerreform auch eine Gesetzeslücke geschlossen werden. Grundstücke sind nur dann zum Vermögen einer Gesellschaft gezählt werden, wenn sie bereits bei der Erwerbung der Grunderwerbsteuer unterlegen sind. Finanziell soll diese Umstellung keine sonderlichen Auswirkungen haben. Eine weitere Änderung ist im Bereich der Schenkung auf den Todesfall zwischen Ehepartner vorgesehen. Hier soll die Möglichkeit einer Befreiung geschaffen werden, wenn die Immobilie dem Erwerber zum Zeitpunkt des Todes als Hauptwohnsitze gedient hat und die Wohnfläche der Immobilie eine Fläche von 150 Quadratmeter nicht überschreitet.

Horizontal Monitoring

Darunter versteht man im Allgemeinen, dass die Möglichkeit einer begleiteten Kontrolle eingeführt wird. Mit anderen Worten bedeutet dies den Austausch zwischen den Unternehmen und der Finanzverwaltung – steuerliche Großprüfungen werden damit weitgehend vermieden. Eine in der Regel nachträgliche Prüfungen durch das Finanzamt wird so durch ein Kontrollsystem, welches in Zusammenarbeit von Unternehmern und durch einen Wirtschaftsprüfer überprüftes Kontrollsystem ersetzt. Dies bedeutet aber wiederum, dass höhere Offenlegungsplichten vorherrschen.

Die Regierung erhofft bzw. erwartet sich laut eigenen Angaben durch diese Änderung einige Vorteile, wie etwa keine Ressourcenbündelung, eine bessere Nachvollziehbarkeit auf Grund von kürzeren Zeitspannen oder die Vermeidung von kumulierten Nachzahlungsbeträgen. Diese Kontrolle kann jedes Unternehmen beantragen, welches innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Jahren einen Umsatzerlös von 40 Millionen Euro überschreitet. Steuerrechtliche Unbescholtenheit und eine Buchführung sind ebenso Voraussetzung hierfür.

Verbindliche Rechtsauskünfte

Mehr Rechtssicherheit soll durch die Ausweitung des sogenannten Advanced Ruling geschaffen werden. So gelangen Unternehmen in gewissen Steuerangelegenheiten an die Möglichkeit, verbindliche Rechtsauskünfte im Voraus zu erhalten. Derzeit ist dies nämlich nur für Unternehmensgruppen, Umgründungen und aber auch Verrechnungspreise möglich. Im Zuge der Änderung wird dies nun auf die Fragen der Umsatzsteuer und des internationalen Steuerrechts ausgeweitet.

Sonstiges

Es gibt auch zahlreiche, weitere Änderungen – diese sind aber finanziell weitgehend unbedeutend. Darunter fällt etwa die 10%ige Abzugssteuer für die Einräumung von Leitungsrechten oder aber auch, dass die Bürgschaftserklärungsgebühr entfällt, so wie einiges mehr.

Zustätzlich wurde unter anderem die Kleinunternehmerregelung erneuert, die NoVA neu berechnet und viele weitere Maßnahmen umgesetzt. Alle Maßnahmen im Detail finden sich im Artikel "Steuerreform 2020 - Diese neuen Regelungen sind jetzt in Kraft".

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Häufige Fragen und Antworten


Welche Entlastungen wird es geben?

Im Zuge der Steuerreform werden die ersten drei Steuerstufen von 25 auf 20 Prozent, von 35 auf 30 Prozent und von 42 auf 40 Prozent gesenkt. Damit sollen vor allem niedrige und mittlere Einkommen entlastet werden.


Was ist das Ziel der Steuerreform?

Neben der Entlastung der geringen und mittleren Einkommen, liegt die Ökologisierung des Steuersystems bis 2022 im Fokus der Reform.


Wann tritt die Steuerreform in Kraft?

Teile der Steuerreform (etwa die Senkung der ersten Stufe der Lohnsteuer von 25 auf 20 Prozent) werden bereits 2020 rückwirkend mit 01. Januar eingeführt. Die restlichen Regelungen sollen 2021 und 2022 folgen.

Aktuelle Nachrichten:

Schlagzeilen und News:

Mehr Netto ab September: So viel Ersparnis bringt die Steuerreform

04.08.2020 | Steuern

Ab September wird die Lohnsteuersenkung von 25 auf 20 Prozent im Zuge der Steuerreform wirksam. Das bringt für alle Steuerzahler mehr Netto vom Brutto. Auch die Negativsteuer wird erhöht.

Steuerreform: Lohnsteuersenkung und Kinderbonus ab September in Kraft

30.07.2020 | Steuern

Steuerreform: Senkung der Lohn- und Einkommensteuer, Kinderbonus und SV-Rückerstattung treten ab September in Kraft. Entlastung soll insgesamt 1,6 Milliarden Euro betragen.

Finanzielle Hilfe für Familien und Kinder in Österreich

15.07.2020 | Steuern

Familien mit Kindern erhalten in Österreich diverse finanzielle Entlastungen und Hilfen aufgrund der Corona-Krise. Darunter fallen etwa der Kinderbonus, der Kinderzuschuss oder die Erhöhung des Familienbonus Plus.

Steuerreform: Diese neuen Regelungen wurden beschlossen

09.07.2020 | Steuern

Diese Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen, Arbeitnehmern, Pensionisten und Personen, die Sozialhilfe beziehen aufgrund der Covid-19-Krise wurden im Zuge der Steuerreform beschlossen und umgesetzt.

Kritik an Steuerreform: viel Geld für Bauern, wenig für Arbeitslose

07.07.2020 | Steuern

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2.810 Euro pro Kind durch Steuerreform, Familien- und Kinderbonus

03.07.2020 | Steuern

Der Kinderbonus von 360 Euro wurde im Sozialausschuss beschlossen. Damit bringen alle Unterstützungen und Steuersenkungen, die ab September 2020 geplant sind, insgesamt 2.810 Euro jährlich an maximaler Ersparnis pro Kind.

Steuersenkung auf 20 Prozent kommt - 350 Euro mehr bei Vollzeit

26.06.2020 | Steuern

Noch 2020 soll als vorgezogener Teil der Steuerreform die Lohnsteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt werden. Damit ist die unterste Lohnsteuerklasse betroffen. Das bringe laut Regierung bis zu 350 Euro mehr. Geringverdiener erhalten einmalig 100 Euro.

Steuerreform für niedrige Einkommen soll trotz Coronakrise kommen

19.04.2020 | Steuern

Vizekanzler Kogler bestätigte, dass die geplante Steuerreform und damit die Entlastung vor allem für niedrigere Einkommen ab 2021 trotz der Coronakrise kommen soll.

Taskforce zur Steuerreform: Das bringen die Maßnahmen den Österreichern

20.02.2020 | Steuern

Die Taskforce zur Steuerreform nimmt ab nächster Woche ihre Arbeit auf. Dabei soll die Ökologisierung der Steuerreform von ÖVP und Grünen ausgearbeitet werden. Erste Teile werden 2021 in Kraft treten, die gesamten Maßnahmen ab 2022.



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Daniel Herndler
Autor:
Chef-Redaktion | Ressorts: Finanzen, Steuern und Wirtschaft
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Email: dh@finanz.at | Twitter: @DanielHerndler
Stand: 30.07.2020, 13:51 Uhr