Als Polizist verdient man in Österreich je nach Dienstgrad unterschiedlich viel. Durchschnittlich verdienen Polizisten mit mehrjähriger Berufserfahrung ein Jahresgehalt in Höhe von 40.000 € brutto (durch Zulagen bis zu 65.000 €). Die Gehälter für Offiziere liegen bei rund 100.000 € brutto im Jahr.

Der Polizist ist ein Job mit einer hohen Verantwortung. Bekanntermaßen ist der Freund und Helfer für die Sicherheit im Land zuständig und das ausführende Organ des Rechtssystems. Nicht selten steht bei Einsätzen die eigene Gesundheit in Gefahr. Dennoch ist der Ruf des Polizisten durchwachsen. Heutzutage ist diese Berufsgruppe häufiger Anfeindungen und Pöbeleien ausgesetzt, was diesen Beruf unattraktiver macht. Doch was kann ein Polizist in Österreich durchschnittlich verdienen und kann ein gutes Gehalt den hohen Stress ausgleichen?

Um Ihr Gehalt zu berechnen, können Sie den Gehaltsrechner verwenden.

Die Ausbildung zum Polizisten in Österreich

Die Ausbildung zum Polizisten dauert in Österreich 24 Monate. Als Grundvoraussetzung ist ein Eingangstest notwendig. Neben geistigen Fähigkeiten wird auch die sportliche Leistungsfähigkeit abgerufen. Nur wer diese ersten Hürden übersteht, kann die Ausbildung beginnen.

Während der Ausbildungszeit ist das Gehalt sehr ordentlich. Gerade im Vergleich zu anderen Berufsgruppen, die während der Ausbildung nur ein sehr geringes Gehalt haben, ist die Polizeiausbildung sehr hoch vergütet. Während der ersten zwölf Monate ist ein Bruttogehalt von etwas über 1.600 Euro monatlich. In der Anfangszeit kann das Gehalt allerdings nicht durch Zulagen oder anderen Vergütungen aufgewertet werden.

Im Jahre 2017 trat eine Gesetzesänderung in Kraft. Diese sorgt dafür, dass während des zweiten Ausbildungsjahres ein Bruttogehalt von 2.000 Euro ausgezahlt wird. Dabei sind aber Zulagen schon mit einbezogen.

Wovon ist das Gehalt abhängig?

Beim Polizisten handelt es sich um Beamte. Deren Besoldung ergibt sich im Wesentlichen aus den Berufsjahren. Je mehr Dienstjahre der Polizist hat, desto höher kann er in der Besoldungsstufe aufsteigen. Das gute bei Beamten ist, dass die Hochstufung automatisch erfolgt und nicht etwa erst beim Vorgesetzten verhandelt werden muss. So erhalten Polizisten im Dienst eine gute Planungssicherheit und eine gute Übersicht, über Ihr Gehalt.

Dennoch gibt es beim Polizisten auch verschiedene Unterteilungen und Gruppierungen. Je nach Richtung und ausführende Tätigkeit kann das Gehalt schwanken. Ein einheitlicher Überblick ist daher schwierig, da das Gehalt sehr individuell gestaltet wird. Durch Zulagen kann das Gehalt noch stärker schwanken.

Im Allgemeinen ergeben Vergleiche, dass ein Inspektor mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.100 Euro brutto im Monat rechnen kann. Nach einer Dienstzeit von sechs Jahren ist der Aufstieg zum Revierinspektor möglich. Das Gehalt erhöht sich auf über 2.300 Euro brutto monatlich. Nach 21 Dienstjahren ist der Aufstieg zum Gruppeninspektor möglich. Hier wird ein Einstiegsgehalt von etwas mehr als 3.100 Euro brutto geboten.

Spitzenpositionen

Höhere Verdienste sind natürlich möglich, wenn der Polizist sich in eine Führungsposition hocharbeiten kann. Um etwa zum Offizier aufzusteigen muss ein weiteres Auswahlverfahren bestanden werden. Dieses wird bundesweit durchgeführt und die geeigneten Kandidaten werden selektiert. Danach beginnt ein dreijähriges Bachelorstudium. Dieses wird berufsbegleitend durchgeführt und mit einem Bachelor of Arts abgeschlossen. Diesem Studium schließt sich das Masterstudium an. Wird dieses erfolgreich absolviert, dann sind für Offiziere Spitzengehälter von etwa 100.000 Euro brutto im Jahr möglich.

Im Vergleich dazu fällt das durchschnittliche Gehalt eines Streifenpolizisten mit mehrjähriger Erfahrung mit etwa 40.000 Euro brutto im Jahr wesentlich geringer aus.

Welche Zulagen sind möglich?

Das Gehalt des Polizisten ist im Wesentlichen durch ein Grundgehalt und den zahlreichen Zulagen definiert. Die Zulagen sind wiederum in fixe und variable Bereiche zu unterteilen. So gehört zu dem fixen Teil zum Beispiel das Weihnachtsgeld, welches jährlich an die Polizisten ausbezahlt wird. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft ist das Weihnachtsgeld fester Bestandteil des Gehaltes und kann nicht einfach gestrichen werden.

Zusätzlich ist der Polizeiberuf kein einfacher Bürojob mit festen Zeiten. Dienstpläne sind sehr individuell und erfordern auch das Arbeiten an Feiertagen und während der Nacht. Hier sind bestimmte Zuschläge für die Arbeitszeit vorhanden. Wenn also besonders viele Dienste während der Nacht oder an Feiertagen bzw. Wochenenden abgeleistet werden, dann kann das Gesamtgehalt dementsprechend gesteigert werden.

Informieren Sie sich auch über das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, die Lohnsteuer und Einkommensteuer, sowie den Lohnsteuerausgleich in Österreich!