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Nach fünf Verhandlungsrunden haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen neuen Kollektivvertrag für die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie geeinigt. Von dem Abschluss profitieren rund 60.000 Beschäftigte. Bereits in den vorhergehenden Wochen wurden Einigungen in mehreren Branchen erzielt, sodass Hunderttausende ArbeitnehmerInnen noch im Mai von mehr Gehalt profitieren konnten. Bis zu 1.120 Euro pro Jahr sind hier möglich. Finanz.at hat berichtet.
Die Ist-Löhne und Ist-Gehälter steigen rückwirkend mit 01. Mai 2026 um 1,85 Prozent plus einen Fixbetrag von 22 Euro pro Monat. Durch den Sockelbetrag fallen die Erhöhungen bei niedrigeren Einkommen prozentuell stärker aus als bei höheren Gehältern.
3,0 Prozent höhere Mindestlöhne
Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Mindestgehälter werden um drei Prozent angehoben. Auch Lehrlinge und Beschäftigte in den unteren Lohngruppen profitieren damit von einem spürbaren Einkommensplus.
Die Höhe des neuen Netto-Gehalts und einer Gehaltserhöhung kann mit dem Brutto-Netto-Rechner für 2026 auf Finanz.at berechnet werden.
Zusätzlich werden die Schichtzulagen verbessert. Die Zulage für die zweite Schicht steigt schrittweise über drei Jahre um insgesamt 47 Cent pro Stunde. Für die dritte Schicht wird die Zulage innerhalb von zwei Jahren um insgesamt 34 Cent erhöht.
Neben den Gehaltserhöhungen enthält der Abschluss auch mehrere soziale Verbesserungen. Eltern von Kindern mit Behinderung erhalten künftig Anspruch auf eine zusätzliche Woche Pflegefreistellung pro Jahr.
Gesundheitstage für langjährige Mitarbeiter
Neu eingeführt werden außerdem sogenannte Gesundheitstage für langjährige Mitarbeiter. Beschäftigte erhalten einen zusätzlichen freien Tag ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 40 Jahren. Ab 45 Jahren erhöht sich der Anspruch auf zwei Gesundheitstage, ab 50 Jahren auf drei Tage jährlich. Mit Erreichen der sechsten Urlaubswoche entfällt dieser zusätzliche Anspruch.
Die Arbeitgeberseite betont, dass der Abschluss deutlich unter der rollierenden Inflation liege und damit die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Branche berücksichtige. Die Gewerkschaften wiederum verweisen auf die Verbesserungen bei den Einkommen sowie die zusätzlichen sozialen Rechte für die Beschäftigten.
Mit der Einigung endet einer der größten noch offenen KV-Konflikte des Jahres. Die Elektro- und Elektronikindustrie zählt mit rund 60.000 Arbeitnehmern zu den bedeutendsten Industriezweigen Österreichs.

