Mindestens 76 Euro mehr pro Monat - Rückwirkend mehr Gehalt für Zehntausende fix

Für mehrere Zehntausend Arbeitnehmer in Österreich gibt es ab sofort mehr Gehalt aufs Konto. Mindestens 76 Euro mehr pro Monat werden rückwirkend mit April bezahlt. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

09.05.2026, 07:30 Uhr von
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Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Euro

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Für die rund 68.000 Beschäftigten im österreichischen Finanzsektor gibt es einen neuen Kollektivvertrag. Nach sechs Verhandlungsrunden haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen Abschluss geeinigt, den die Arbeitnehmerseite selbst als „Einigung an der Schmerzgrenze“ bezeichnet. Der neue Kollektivvertrag gilt bereits mit April 2026.

Die kollektivvertraglichen Mindestgehälter steigen um drei Prozent, zusätzlich gibt es einen Fixbetrag von fünf Euro. Gerade Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen sollen dadurch etwas stärker profitieren. Auch die Lehrlingseinkommen sowie die Kinderzulage werden erhöht – konkret um 3,13 Prozent.

Die niedrigsten Mindestgehälter in Gruppe 1A steigen somit von 2.380,48 Euro brutto monatlich auf 2.456,89 Euro (+ 76,41 Euro), in Gruppe D sind es bereits 3.375,40 Euro statt bisher 3.272,23 Euro (+ 103,17 Euro).

Besonders wichtig war der Gewerkschaft GPA laut Chefverhandler Wolfgang Pischinger, dass keine Einmalzahlungen vereinbart wurden. Stattdessen wurde auf dauerhafte Gehaltserhöhungen gesetzt. Das sei langfristig deutlich wichtiger, weil sich dadurch auch spätere Gehaltsentwicklungen und Ansprüche verbessern.

Auch Änderungen im Dienstrecht fix

Neben dem Geld wurden auch Änderungen im Dienstrecht beschlossen. Vor allem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es Verbesserungen. Die Pflegefreistellung wird um zwei zusätzliche Tage pro Jahr erweitert. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern, Partner und Enkelkinder.

Zusätzlich kann die zweite Woche Pflegefreistellung künftig für Kinder bis 14 Jahre genutzt werden. Bisher war das eingeschränkter geregelt. Beschäftigte mit behinderten Kindern erhalten außerdem künftig die doppelte Kinderzulage.

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Für die Gewerkschaft ist genau diese Kombination aus Gehaltserhöhung und sozialen Verbesserungen der Kern des Abschlusses. GPA-Verhandlerin Anita Palkovich betont, dass vor allem Beschäftigte mit Betreuungspflichten dadurch konkret entlastet würden.

Die Verhandlungen galten zuletzt als schwierig. Laut Gewerkschaft hätten erst Betriebsversammlungen und Aktionen in den Unternehmen ausreichend Druck aufgebaut, damit Bewegung in die Gespräche kam. Entsprechend fällt die Bewertung nüchtern aus: kein großer Durchbruch, aber aus Sicht der Arbeitnehmerseite ein tragfähiger Kompromiss unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen.

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aktualisiert: 09.05.2026, 07:30 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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