22.12.2020, 10:52 Uhr | von | Steuern
Geld vom Finanzamt zurückholen: Was man bis Jahresende unbedingt noch erledigen sollte
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Arbeitnehmerveranlagung bei österreichischen Finanzamt durchführen

Die Frist für den Lohnsteuerausgleich bis 2015 läuft mit Jahresende aus. Durchschnittlich erhalten Arbeitnehmer in Österreich bis zu 560 Euro bei ihrer Arbeitnehmerveranlagung zurück. Durch nicht durchgeführte Veranlagungen werden dem Finanzamt jährlich mehrere Millionen Euro "geschenkt".

Noch bis Jahresende kann der Lohnsteuerausgleich beim Finanzamt rückwirkend bis zum Jahr 2015 durchgeführt werden. Ab 01. Januar 2021 läuft die Frist für das Jahr 2015 ab. Wer also seine Arbeitnehmerveranlagung für diesen Zeitraum noch nicht durchgeführt hat, kann das noch bis Jahresende erledigen.

Steuerausgleich für 2015 nur noch bis Jahresende möglich

Da die antragslose Arbeitnehmerveranlagung - also der automatische Lohnsteuerausgleich ohne eigens ausgefüllten Antrag seitens des Antragstellers - erst mit 2017 in Kraft getreten ist, muss für das Jahr 2015 und 2016 noch ein ausgefüllten Formular direkt beim Finanzamt eingebracht werden. Die Arbeitnehmerveranlagung wird mittels Formular L1 und Beilagen durchgeführt. Diese Formulare können persönlich beim Finanzamt abgegeben oder via FinanzOnline elektronisch übermittelt werden.

Wer den Steuerausgleich für 2015 noch nicht durchgeführt hat, könnte sich einige Hundert Euro an Steuerrückzahlung entgehen lassen. Beim Finanzamt bleiben Schätzungen zufolge jedes Jahr mehrere Millionen Euro liegen, die sich aus nicht durchgeführten Arbeitnehmerveranlagungen zusammensetzen.

Durchschnittlich rund 560 Euro pro Arbeitnehmer

Wie viel Geld aufgrund nicht durchgeführter Arbeitnehmerveranlagungen dem Fiskus "geschenkt" wird, ist offiziell nicht bekannt. Experten zufolge dürfte es sich in den Zeiten vor der antragslosen Veranlagung um hohe Millionenbeträge handeln. Die durchschnittliche Höhe der Rückzahlungen durch das Finanzamt beträgt pro Arbeitnehmer etwa 560 Euro. Laut Experten könne man "diese Zahl jedoch nicht seriös berechnen, weil etwaige Abschreibposten nicht bekannt sind". Jedenfalls gehe es laut BMF doch um viele Millionen Euro.

Ab 2021 kann auch für das Jahr 2020 ein Steuerausgleich beim Finanzamt durchgeführt werden. Man sollte zuvor jedoch die Höhe der Aus- oder möglicherweise auch Rückzahlung an die Finanz im FinanzOnline-Konto unverbindlich berechnen. So kann man feststellen, ob sich der Lohnsteuerausgleich für das veranlagte Jahr tatsächlich lohnt.

Wer bis 01. Juli 2021 keinen Steuerausgleich selbst durchführt und nicht in die Pflichtveranlagung fällt, für den wird seitens des Finanzamts eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung automatisch durchgeführt.

Mehr Informationen: Lohnsteuerausgleich

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