Verzögerung bei Steuerausgleich: Umstellung kann heuer zu 'Stau' führen

Durch weitreichende Umstellungen bei FinanzOnline und damit dem Prozess für den Steuerausgleich, kann es heuer zu Staus kommen. Die Sicherheit für AnwenderInnen wurde erhöht. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

06.04.2026, 07:30 Uhr von
FinanzOnline
Bildquelle: Finanz.at / FinanzOnline.gv.at (Montage) / FinanzOnline

Beim Steuerausgleich holt man sich heuer durchschnittlich mehr als 1.000 € zurück. Mit der neuen App gelingt das in wenigen Minuten. Jetzt App herunterladen!

Wer heuer seinen Steuerausgleich machen will, muss sich auf Änderungen einstellen. Der Zugang zum Online-Portal FinanzOnline ist seit Oktober 2025 nur noch mit stärkerer Sicherheitsprüfung möglich. Ohne ID Austria oder eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich die Arbeitnehmerveranlagung online nicht mehr durchführen. Dabei könnte es heuer zu Staus bzw. Verzögerungen in der Abwicklung kommen, wie die Kleine Zeitung berichtet.

Online-Steuerausgleich nur mit zusätzlicher Anmeldung

Der Steuerausgleich startet traditionell im März. Arbeitgeber müssen die Jahreslohnzettel des Vorjahres bis Ende Februar an das Finanzamt melden, erst danach können Arbeitnehmer ihre Veranlagung einreichen.

In den vergangenen Jahren erledigten rund 84 Prozent der Steuerpflichtigen ihre Arbeitnehmerveranlagung online über FinanzOnline. Genau hier könnte es 2026 zu Verzögerungen kommen: Viele Nutzer haben die neue Sicherheitsstufe noch nicht eingerichtet.

Nach Angaben des Bundesministerium für Finanzen haben sich seit Oktober 2025 rund 1,8 Millionen Menschen zumindest einmal mit ID Austria bei FinanzOnline angemeldet. Zusätzlich aktivierten etwa 870.000 Personen die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Insgesamt geben jedoch etwa 3,8 Millionen Menschen jährlich eine Arbeitnehmerveranlagung ab – ein Teil davon ist also noch nicht umgestellt.

Neue Steuerentlastungen

Bei der Veranlagung für das Jahr 2025 können Steuerpflichtige mehrere Verbesserungen geltend machen. Der Mehrkindzuschlag steigt auf 24,40 Euro pro Kind. Auch die Absetzbeträge für Alleinverdiener und Alleinerzieher wurden erhöht und beginnen nun bei mindestens 601 Euro. Zusätzlich wurden der Pensionistenabsetzbetrag und der Unterhaltsabsetzbetrag angehoben.

Automatische Auszahlung für viele

Rund 1,7 Millionen Menschen müssen allerdings gar nichts aktiv beantragen. Sie werden automatisch veranlagt und erhalten eine mögliche Steuergutschrift direkt vom Finanzamt. Die automatische Veranlagung bringt in der Regel jedoch eine deutlich geringere Rückzahlung. Bei einem eigenen Antrag liegt die durchschnittliche Höhe der Gutschrift um fast 500 Euro über jener bei der antraglosen Veranlagung.

Mit der neuen Steuer-App kann man in wenigen Minuten den Steuerausgleich einreichen und sich die Gutschrift vom Finanzamt zurückholen. Durchschnittlich sind über 1.000 Euro möglich. Jetzt App herunterladen und starten!

Hilfe durch Vertrauenspersonen

Für Personen, die mit der neuen digitalen Anmeldung Schwierigkeiten haben, hat das Finanzamt Österreich ein neues Modell eingeführt. Seit 2026 können sich Steuerpflichtige kostenlos von einer Vertrauensperson vertreten lassen – etwa von Familienmitgliedern oder Freunden. Diese können dann über FinanzOnline bei der Veranlagung helfen.

Bisher haben laut Finanzministerium rund 4.400 Personen eine solche Vertretung übernommen und vertreten damit etwa 5.500 Steuerpflichtige.

Mehr Sicherheit für sensible Daten

Der Grund für die strengeren Login-Regeln liegt vor allem im Datenschutz. Durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung bleibt der Zugang zu FinanzOnline selbst dann geschützt, wenn ein Passwort gestohlen wird. Ohne den zweiten Sicherheitsfaktor ist ein Zugriff auf die Steuerdaten nicht möglich.

Für viele Nutzer bedeutet das zwar einen zusätzlichen Schritt beim Login – langfristig soll es jedoch das Risiko von Phishing, Identitätsdiebstahl und unbefugten Zugriffen deutlich reduzieren.

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aktualisiert: 06.04.2026, 07:30 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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