In Österreich muss man sich zu Beginn einer gewünschten Selbstständigkeit mit der Gewerbeordnung auseinandersetzen. Man muss sich außerdem darüber Gedanken machen, welche Bedingungen man außerdem im Zuge der Ergreifung eines Berufs in dieser Sparte zu beachten hat. In Österreich gibt es ferner jedoch auch die Möglichkeit, als sogenannter Freiberufler tätig zu werden. Diese Gruppe an freien Berufen sind nicht an die Gewerbeordnung gekoppelt.

Was versteht man unter einem Freiberufler?

Als Freiberufler bezeichnet man jene Person, die einem freien Beruf selbstständig und auf eigene Verantwortung nachgeht. So liegt es auch in der Verantwortung jener Person, neue Kunden bzw. Klienten zu gewinnen und zu betreuen bzw. Aufträge zu bekommen. Die Fähigkeiten und notwendigen Qualifikationen, um seine Arbeit durchführen zu können, sind in diesem Zusammenhang äußerst wichtig. So muss man nicht nur die notwendige Ausbildung vorweisen können, sondern etwa – gerade im Kreativbereich – auch ausreichendes Talent.

Es ist grundsätzlich abhängig vom Beruf, ob man eine einschlägige Ausbildung nachweisen muss und diese auch Voraussetzung für die Ausübung ist oder nicht. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, das Einholen von Erfahrungsberichten von Bekannten und Verwandten ist ebenso sinnvoll, wie etwa das Einholen von Auskünften etwa bei der WKO.

Wie viel kann man bei einer freiberuflichen Tätigkeit verdienen?

Es hängt sehr stark vom gewählten Berufsfeld ab, wie viel man als Freiberufler verdienen kann bzw. schlussendlich verdient. Neben der Berufswahl hängt dies aber auch von den Qualifikationen, welche man vorweisen kann, ab. Aber auch Erfahrung und ein guter Kundenstamm sind hier unabdinglich – dabei handelt es sich jedoch um Faktoren, die man sich erst im Laufe der Zeit erarbeiten kann. Es sollte in jedem Falle darauf geachtet werden, dass der Stundensatz so gewählt wird, dass abzüglich aller Abgaben und Steuern auch noch etwas übrigbleibt. Man sollte also einige Überlegungen und Berechnung durchführen, ehe man sich auf einen Stundensatz festlegt. Man sollte von Anfang an seine Ausgaben im Blick haben, sodass man gute und vor allem realistische Kalkulationen durchführen kann.

Steuern für Freiberufler

Wie bereits aus dem Kontext hervorgegangen ist, ist man als freiberuflich tätiger Mensch selbstständig tätig. Daher muss man sich auch mit der Thematik der Steuern befassen. Diese sollte man – wie ebenso bereits schon erwähnt – von Anfang an in die Kalkulation miteinfließen lassen. Sobald man also den ersten Verdienst erzielt, sollte man schon damit beginnen, ausreichend viel für die Bezahlung der Sozialversicherung und Steuern beiseite zu legen.

Es ist in der Tat auch empfehlenswert, sich diesbezüglich mit einem Steuerberater zusammenzusetzen, um einerseits Unklarheiten klären zu können, andererseits hat diese eventuellen Informationen, die man selbst vielleicht etwas oder gänzlich außer Acht gelassen hat. Hier sollte man nicht sparen – eine durchschnittliche Steuerberaterstunde kostet etwa 60-120 Euro. Daher sollte man sich vorab im Freundes- und Bekanntenkreis oder anderswo umhören, ob nicht jemand vielleicht eine gute Steuerberatung kennt bzw. ist es überdies zu empfehlen, sich ausreichend vorzubereiten, sodass man nicht unnötig viele Mehrkosten für die Beratung bezahlen muss.

Welche Berufe zählen zu den freien Berufen?

Die meisten freien Berufe findet man im Bereich der Juristen, oft aber auch in der Technik, in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen. Texter, Journalisten und andere Berufe im kreativen Bereich zählen zu den freien Berufen. Als Freiberufler muss man seine Leistung persönlich und in eigener Verantwortung erbringen.

Im Folgenden ist ein Ausschnitt aus der Liste der freien Berufe angeführt:

  • Dolmetscher und Journalisten
  • Steuerberater und Sachverständige
  • Notare und Rechtsanwälte
  • Designer
  • Musiker und Schauspieler
  • Programmierer
  • Humanmediziner und Tierärzte

Voraussetzungen

Wie bereits erwähnt, ist kein Gewerbeschein für die Ausübung eines freien Berufs notwendig bzw. Voraussetzung, dennoch gilt es andere Voraussetzungen, die man im Zuge der Ausübung einer solchen Tätigkeit beachten muss. So ist etwa eine Meldung an das Finanzamt über seinen Beruf unabdinglich. Die Behörde entscheidet nämlich in diesem Falle dann auch, ob es sich bei der ausgeführten Tätigkeit auch wirklich um einen freien Beruf handelt oder nicht.

Freier Beruf und Versicherung

Bezüglich der Versicherung von Freiberuflern muss man sich entweder an das Gesetz der gewerblichen Sozialversicherung oder des für freiberuflich Selbstständige halten.

Eine weitere Frage, die sich um Zusammenhang mit der Ausübung eines freien Berufs stellt, ist, wer im Falle einer Krankheit bezahlt. Anders gesagt, kann der Fall eintreten, dass man auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalls für eine Zeit lang nicht in der Lage ist, sein Geschäft bzw. seine Firma fortzuführen und diese vorübergehend geschlossen bleibt. In so einem Fall kommt eine Versicherung – wenn man eine solche abgeschlossen hat – in der Regel auf. Um ausreichend versichert zu sein, sollte man auch hier unter Umständen Rat bei einem Versicherungsmakler suchen.

Förderungen und Begünstigungen

Man hat grundsätzlich die Möglichkeit, sich als angehender Selbstständiger bzw. Freiberufler vom Gründerservice oder der Sozialversicherung eine Erklärung zur Neugründung zu holen. So kann man in der Regel günstiger oder gar ohne jeglicher kosten gründen – man erspart sich zumindest einmal die Gebühren für Stempel und Verwaltung bei Meldung bzw. Gründung.

Absetzbeträge

In der Tat ist es für Freiberufler möglich, gewisse Kosten steuerlich abzusetzen. Werbungskosten können grundsätzlich ebenso geltend gemacht werden, wie auch andere betriebliche Ausgaben und Kilometer- bzw. Auto-Geld. Hier kann man sich Rat bei einem Steuerberater oder bei Institutionen, wie etwa der WKO holen.