Job kündigen und in die Selbstständigkeit wechseln: Viele Arbeitnehmer möchten sich gerne irgendwann selbstständig machen und ein eigenes Unternehmen gründen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten!

Die wichtigsten Vorbereitungen für die Selbstständigkeit

Selbstständig machen: Es ist der Traum eines jeden Berufstätigen, der sich nicht länger vorstellen kann, Teil eines Unternehmens zu sein. Entweder liegt es daran, dass so viele gute Ideen vorhanden sind, die in die Tat umgesetzt werden wollen oder weil man ganz simpel sein eigener Chef sein möchte. Wie bei vielen anderen Aspekten auch im Leben sprechen auch bei der Selbständigkeit einige Punkte dafür und andere wieder dagegen.

Davon ausgegangen, dass die Grundlagen, wie etwa die rechtlichen Aspekte, bereits getroffen worden sind, gibt es noch ein paar andere, sehr wichtige Aspekte. Das richtige Mindset zum Beispiel stellt eine der wichtigsten Vorbereitungen auf das Selbständig machen dar.

Checkliste: Das sind die wichtigsten Vorbereitungen

Nachfolgend wird auf jeden Punkt im Detail eingegangen.

Der Businessplan

Bevor man mit dem eigenen Unternehmen starten kann, ist es wichtig, sich einen Plan zurecht zu legen. Das kann ganz formlos geschehen, aber auch mithilfe von einem sogenannten Businessplan stattfinden. In diesem wird festgehalten, wo das Unternehmen in einem gewissen Zeitraum stehen soll – beispielsweise in einem Jahr.

Zwar geht es dabei auch darum, welche Umsatzzahlen dann erreicht werden sollen, aber vielmehr darum, welche Produktivitätsziele dann geschafft sein sollen.

Ist zum Beispiel geplant, in einem Zeitraum von fünf Jahren die ersten Mitarbeiter zu beschäftigen, so muss dafür auch ein gewisses Umsatzziel erreicht werden. Dies wiederum hängt vom Angebot eigener Produkte und Dienstleistungen ab, die ebenfalls in einem bestimmten Zeitraum etabliert werden müssen.

Die Budgeteinteilung

Zu Beginn gibt es nur den Unternehmer. Egal, wie viele Mitarbeiter für einen späteren Zeitraum geplant sind. Dieser muss sich seinen eigenen Lohn ausbezahlen, um alle Fixkosten und gleichzeitig den Bedarf an Luxusgütern finanzieren zu können. Dabei ist es wichtig, nicht bei sich selbst zu sparen beginnen. Unter Umständen kommt so nämlich Frust auf und das führt dazu, dass die Arbeitsmoral sinkt.

Des Weiteren gehört in einen Budgetplan auch die Einteilung für das Werbebudget sowie die Zahlungen, welche an das Finanzamt gehen müssen. Um keinen Engpass zu bekommen, ist es wichtig, auch alle Betriebskosten schon im Vorhinein einzuplanen. Anhand all dieser Kosten muss der Preis für Produkte und Dienstleistungen kalkuliert werden.

Die Selbstorganisation

Auch, wenn Selbständigkeit vorherrscht, so sollten klare Strukturen nicht außer Acht gelassen werden. Geregelte Bürozeiten sind so zum Beispiel ein Zeichen von Professionalität. Außerdem kann so der Überblick nicht verloren werden, welche Aufträge in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden müssen. Apropos Überblick und Zeitraum: Ein Terminplaner ist wichtig, ganz unabhängig davon, ob Kundentermine stattfinden, oder Deadlines einzelner Projekte darin eingetragen werden.

Auch die Trennung von Privat- und Arbeitsleben gehört zu den Faktoren der Selbstorganisation. Es ist wichtig, Freunden und auch Familienmitgliedern klar zu kommunizieren, dass man während der Arbeitszeit nicht gestört werden möchte.

Da es im Falle der Selbständigkeit keinen direkten Vorgesetzten mehr gibt, ist jeder selbst für die Qualität der eigenen Arbeit verantwortlich. Auch die Selbstdisziplin ist dahingehend wichtig, um nicht während der wertvollen Arbeitszeit, die zur Fertigstellung einzelner Projekte benötigt wird, im Internet zu surfen oder sich von anderen Zeitfressern ablenken zu lassen.

Egal, was kommt: Nerven bewahren!

Als Selbständiger trägt man neben den großen Vorteilen der Selbstbestimmung auch eine hohe Verantwortung. Nicht selten wird es vorkommen, dass man sich mit einer Situation konfrontiert sieht, in der man am liebsten alles hinschmeißen würde. Es erklärt sich von selbst, dass ein Selbständiger gute Nerven haben muss, um auf dem freien Wirtschaftsmarkt mit seinem Unternehmen überdauern zu können. Ein gutes Beschwerdemanagement, ein höflicher Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern sowie das Festhalten an eigenen Wertvorstellungen ist wichtig, um die Motivation auf dem langen Weg des Unternehmerseins nicht zu verlieren.

Kommt es einmal zu einer Situation, in der die Ratlosigkeit groß ist, so gilt es dennoch, nicht zu verzweifeln. Besonders für Jungunternehmer gibt es viele Möglichkeiten, sich Rat zu holen. Die WKO bietet besonders für Jungunternehmer ein Gründerforum an.

Das richtige Mindset zur Selbständigkeit

Wer von seiner eigenen Leistung bzw. dem Produktangebot überzeugt ist, kann genau diese Einstellung dem gegenüber auch nach außen vermitteln und weitergeben. Nur, wer sich über den Wert davon bewusst ist, wird sich bei Preisverhandlungen für die eigenen Dienstleistungen durchsetzen können. Wichtig ist es, hierbei auch einmal nein zu sagen – oder nur dann einem niedrigeren Preis, als erwünscht, zuzustimmen, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis im beiderseitigen Einvernehmen stimmt.

Wird viel Arbeitszeit in ein Projekt investiert, das zunächst nicht viel Umsatz einbringt, aber später zu einigen Folgekundschaften führen kann, so ist dies lohnenswert. Hingegen nicht lohnenswert wäre die Zusammenarbeit mit einem Kunden, der lediglich den Preis nach unten drückt und nicht vorhat, diesen in absehbarer Zeit zu erhöhen.

Letzten Endes gilt auch hier: Es muss stimmig sein. Wer sich in einer Kundenbeziehung nicht wohlfühlt, beendet diese lieber, ehe es zum Alptraum wird. Das ist eine der großen Freiheiten, die sich Selbständige erlauben sollten – auch dann, wenn es das Budget zu zumindest diesem Zeitpunkt nicht ausdrücklich zulässt.

Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten, müssen Sie sich auch entscheiden, welche Rechtsform diese Firma haben soll:

Eine Aktiengesellschaft und eine GmbH sind sogenannte Kapitalgesellschaften.

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