Ein Fonds ist ein Geldmittelbestand, dessen Quellen festgelegte Beträge, staatliche Mittel oder Spenden sein können. Fonds werden in Österreich gerne als sehr sichere Geldanlagen und Investments zum Sparen genutzt. Dabei gibt es verschiedene Arten, die unterschiedliche Renditen und Risiken aufweisen.

Einfach gesagt kann man sich unter einem Fonds einen Topf vorstellen, in den viele Sparer Geld einlegen. Der Topf wird von einem Spezialisten verwaltet und das gesammelte Geld wird in Aktien, Immobilien und anderen Wertpapiere investiert. Der Anteil der eigenen Einlage gemessen an der gesamten Einlage ist folglich der prozentuale Anteil, den man von dem Fonds besitzt.

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Es gibt unterschiedliche Arten von Fonds, die im Folgenden näher erläutert werden.

Welche Arten von Fonds gibt es?

  • Rentenfonds: Diese investieren den größten Teil der Einlage in festverzinsliche Wertpapiere. Diese können von inländischen, aber auch ausländischen Emittenten stammen. Der Rentenfonds ist eigentlich nichts anderes als ein Investmentfonds, der in Produkte, wie etwa Bundes-, Staats-, Länder-, Unternehmensanleihen und andere, investiert. Es können aber auch variabel verzinste Produkte oder Nullkuponanleihen in einem Rentenfonds enthalten sein.
  • Indexfonds: Bei einem Indexfonds setzen sich die Wertpapiere, die in dem Fonds enthalten sind, in der Regel genauso zusammen, wie der Index. Dieser Index ist häufig ein Börsenindex, wie der ATX oder der DAX. Beträgt der ATX beispielsweise 5 Prozent statt vorher 4 Prozent, so werden auch die Anteile des Indexfonds in dem Ausmaß nachgekauft und andere wiederum abgestoßen.
  • Investmentfonds: Bei einem solchen Fonds werden die Wertpapiere, die im Fonds enthalten sind, ständig ausgetauscht. Das Hauptaugenmerkt liegt bei Investmentfonds aus der Maximierung des Gewinns. Kauft man einen gewissen Anteil an einem Investmentfonds, so ist man auch Miteigentümer dieses Fonds. Vor Abschluss sollte man durchdenken, dass die Daten, die vorliegen aus der Vergangenheit sind und man keine Aussage über die Zukunft machen kann. Außerdem sind weitere Kosten, wie der Ausgabeaufschlag, der sich je nach Anbieter auf zwischen 0,5 bis 5 Prozent beläuft, zu berücksichtigen.
  • Geschlossene Fonds: Diese Fondsart wird in Österreich immer beliebter. Es handelt sich dabei um Produkte, die relativ neu am Markt sind und der Projektfinanzierung dienen. Legt man in einen geschlossenen Fonds an, so ist man oftmals auch Kommanditist des Projektes oder des entsprechenden Unternehmens. Damit trägt man alle Vor- und Nachteile, die ein Kommanditist auch trägt. Man haftet beispielsweise im Falle, dass das Projekt kein Erfolg wird. Geschlossene Fonds werden neben der Finanzierung von Projekten auch zur Finanzierung von Flugzeugen, Schiffen, Infrastruktur usw. verwendet.
  • Hedgefonds: Bei Hedgefonds geht es, ganz anders als man von der Ableitung des Wortes Hedging denken könnte, nicht um Sicherheit, sondern vor allem um Gewinnmaximierung. Hier werden beinahe ausschließlich sehr spekulative Produkte gehandelt. Die Gewinne können viel höher sein, als bei „normalen“ Fonds und anderen Produkten, das Risiko, viel bzw. alles zu verlieren ist aber auch deutlich größer.

Wann und für wen ist Fondssparen sinnvoll?

Fondssparen ist vor allem für all jene Menschen geeignet, die sich die Spardauer, den Sparbetrag und die Risikoeinstufung nach eigenen Wünschen aussuchen wollen. Vorwiegend eignet sich das Investieren in Fonds für die längerfristige Geldanlage über mehrere Jahre hinweg (10-15 Jahre). Besser ist es, man investiert nicht eine allzu große Summe auf einmal, dafür monatlich oder quartalsweise über einen längeren Zeitraum eine kleinere Summe.

Das Wort „Fondssparen“ klingt anfänglich nicht gerade spannend. Die Charakteristik des Fonds, der einem Abo ähnelt, macht diesen umso unattraktiver. Dennoch bietet Fondssparen einige Vorteile, die für sich sprechen – Nachteile gibt es, wie bei allem auf der Welt auch.

Vorteile:

  • Ein Vorteil ist, wenn man bei einem Fondssparplan regelmäßig Geld zurücklegt, man auf lange Sicht (10 bis 15 Jahre) ganz gute Renditeaussichten hat. So eignen sich besonders als Instrument zum langfristigen Vermögensaufbau. Dennoch ist man flexibel, da man Zahlungsintervalle, Sparbetrag und die Spardauer grundsätzlich individuell frei wählen kann.
  • Das Management der Fonds wird von einem Spezialisten, dem Fondsmanager, übernommen und man muss sich als Anleger um relativ wenig kümmern.
  • An Börsentagen ist der An- bzw. Verkauf von Fonds jederzeit möglich.
  • Man kann bereits mit einem sehr geringen Kapitaleinsatz mit dem Fondssparen beginnen. Das Ansparen ist mit sehr kleinen Beträgen möglich. Dies ist auch sinnvoll: Kauft man beispielsweise jeden Monat um 100 Euro denselben Fonds und die darin enthaltenen Wertpapiere an, ändert sich in der Regel der Kurs von Kauf zu Kauf. Durch das regelmäßige Kaufen eines Fonds mit genau der gleichen Summe wird ein sog. Cost-Average-Effekt erzeugt. Was dieser ist, wird im Anschluss erklärt.
  • Wie bereits erwähnt, wird das Risiko dadurch, dass der Fonds verschiedene Wertpapiere kauft, minimiert bzw. gestreut.
  • Je nachdem, wie risikobereit man ist, gibt es unterschiedliche Fonds, die zu dem eigenen Risikobewusstsein und der Erfahrung passt.

Nachteile:

  • Man kann unter Umständen einen schlechten Fondsmanager bekommen. Dies kann in manchen Fällen viel Geld kosten.
  • Risikostreuung bewirkt einerseits, dass das Risiko geringer wird. Geringeres Risiko bedeutet aber auch weniger Renditechancen. Dies ist nicht zuletzt deswegen der Fall, da je mehr Wertpapiere man mit einem Fonds kauft, desto höher ist die Chance, dass einige nicht gewinnbringende unter ihnen ist.
  • Kauft man Wertpapiere selbst, so sind die Kosten in der Regel höher als wenn man dies mit einem Fonds macht. Kosten, die für einen entstehen, können etwa Verwaltungsgebühren oder Ausgabezuschläge sein.
  • Ein weiterer Nachteil kann der steuerliche Nachteil bei der Direktanlage oder bei Fondssparplänen gegenüber Lebensversicherungen, die fondsgebunden sind, sein.

Nun müssen erklärt, was der vorhin angesprochene Cost-Average-Effekt eigentlich ist. Es handelt sich dabei um einen Begriff, der vor allem bei der Anlage im Zusammenhang mit Wertpapieren und Fonds vorkommt. Der Cost-Average-Effekt bezeichnet einen positiven Effekt, der durch die regelmäßige Veranlagung von immer gleichhohen Beträgen in die gleichen Wertpapiere, erzielt wird. Wertpapiere haben laufend andere Kurse. Kauft man also beispielsweise monatlich die gleichen Wertpapiere zu dem jeweiligen Kurs um 100 Euro an, so kauft man jeden Monat unterschiedlich viele Stück an Wertpapieren auf Grund der Kursänderung an.

Wird das Wertpapier günstiger, kann man mit 100 Euro mehr Stück Wertpapiere ankaufen, als wenn der Kurs höher wird. Auf Grund dessen, dass man einmal mehr und einmal weniger Wertpapiere um die regelmäßig bezahlten 100 Euro bekommt, ergibt sich ein besserer Durchschnittspreis. Diesen Effekt spürt man vor allem in der Anfangsphase des Sparens. Grundsätzlich gilt, dass je mehr Anteile sich im Fonds befinden, desto geringer wird der Effekt sichtbar und spürbar. Der Cost-Average-Effekt ist daher nicht zu überschätzen – anfänglich spürt man einen echten Vorteil, der jedoch mit der Zeit verblasst – dies tun dennoch viele. Um den Cost-Average-Effekt noch deutlicher erklären zu können, findet sich im Folgenden ein Zahlenbeispiel. Wir gehen von einer einmal-jährlichen Zahlung von 100 Euro aus.

  • Im Jahr 1 beträgt der Kurs eines Wertpapiers 20 Euro. Bei einer Anlage von 100 Euro bekommt man folglich 5 Stück dieses Wertpapiers.
  • Im nächsten Jahr steigt der Kurs des Wertpapiers auf 25, man bekommt für die erneute Anlage von 100 Euro in diesem Jahr nur 4 Stück dieser Wertpapiere.
  • Ein Kursabfall auf 10 Euro ist im Jahr 3 zu verzeichnen. Man bekommt folglich 10 Stück Wertpapiere für die 100 Euro, die man bezahlt.
  • Im letzten Jahr steigt der Kurs erneut auf 20 Euro, sodass man wieder 5 Stück des Wertpapiers bekommt.

Am Ende des vierten Jahres hat man gesamt 24 Stück Wertpapiere gekauft und insgesamt 400 Euro investiert. Wenn wir davon ausgehen würde, dass der Kurs über die vier Jahre auf 20 geblieben wäre, hätte man insgesamt 20 Stück kaufen können. Da aber der Kurs zwischenzeitlich gefallen und gestiegen ist, hat man nun 4 Stück mehr, nämlich 24 Stück Wertpapiere.

Worauf sollte man dabei achten?

Worauf man im Generellen bei Fonds achten sollte, wurde unter anderen schon erwähnt, der Übersicht halber sind hier nochmals die wichtigsten Punkte zusammengefasst aufgelistet.

  • Fondssparen eignet sich nur, wenn man auf lange Frist Geld anlegen möchte. Benötigt man in absehbarer Zeit wieder das Geld, das man investiert, sollte man sich eventuell um andere Möglichkeiten umsehen, da man bei einem so kurzfristigen Verkauf von Fonds auch Einbußen machen kann.
  • Wenn man kürzere Zeit anlegen und dennoch in einen Fonds investieren, so eignet sich dafür vielleicht ein Aktienfonds. Dieser kann schneller höhere Renditen erzielen, ist jedoch risikoreicher.
  • Finanzielle Sicherheit zur Begleichung der Sparraten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren sollte ebenso gegeben sein.
  • Risikostreuung kann man auch im Vorfeld beachten und eventuell mit weniger Raten in mehrere Fonds investieren, um das Risiko eines Ausfalles zu vermindern und gegebenenfalls zu kompensieren.

Wie funktioniert Fondssparen?

Um den Begriff des Fonds besser zu verstehen, wird im Folgenden versucht, die Systematik der Fonds bildhaft anhand eines Beispiels zu beschreiben. Die Annahme ist, dass man gemeinsam mit neun Freunden je 2.000 Euro zusammenlegt. Man hat also zusammen 20.000 Euro. Anschließend übergibt man einem Bekannten, der sich sehr gut mit Wertpapieren auskennt, das Geld, damit dieser verschiedene Wertpapiere kaufen kann. Durch die eigene Einlage von 2.000 Euro zu den gesamt 20.000 Euro hat man einen Anteil von 10%. Steigt der Kurs der Wertpapiere folglich auf beispielweise 25.000 Euro, so steigt auch der aliquote Anteil (10% von 25.000 Euro = 2.500 Euro). Das gleiche ist natürlich auch in die andere Richtung – schlecht für den Anleger – möglich. Fällt der Wert der Anleihen auf 10.000 Euro, so beläuft sich der eigene Anteil auf nur noch 1.000 Euro und man hat einen Verlust von 1.000 Euro erwirtschaftet.

In der Praxis wird der Experte Fondsmanager genannt. Mit der Vorerfahrung und den Kenntnissen des Fondsmanagers sollte man in der Regel besser abschneiden, als wenn man selbst ohne Erfahrung investieren würde. Auch, dass man in verschiedene Wertpapiere investieren kann, wurde schon angeschnitten. Diese Systematik hängt mit der Risikostreuung zusammen. Da der Fonds in verschiedenen Wertpapiere, wie Anleihen, Aktien, usw. investiert und diese auch von unterschiedlichen Schuldnern sind, wird das Risiko im Vergleich zu einer Einzelinvestition verringert. Entwickelt sich ein Teil des Fonds zu Ungunsten des Anlegers, kann es dennoch sein, dass sich andere wiederum gut entwickeln und den Verlust ausgleichen. Mit Fonds lassen sich grundsätzlich lukrative Ergebnisse erzielen, dennoch sehen viele Aktien- und Anleihen-Käufer von den Fonds ab.