Geschlossene Fonds bzw. geschlossene Investmentfonds (engl.: closed-end fund / kurz: CEF) sind Fonds, bei denen eine feststehende Kapitalsumme oder eine feste Anzahl von Anteilen investiert wird, ohne dass Anteile am Fonds selbst zurückgegeben werden.

Was sind geschlossene Fonds?

Zu den offenen Fonds gehören grundsätzlich etwa Anleihen-, Aktien- und Geldmarktfonds, aber auch viele mehr. In letzter Zeit werden in Deutschland, aber auch in Österreich die geschlossenen Fonds immer beliebter. Diese unterscheiden sich aber nicht nur im Namen von den offenen Fonds. Es handelt sich dabei um relativ neue Produkte, die zur Projektfinanzierung ausgegeben werden. Der Anleger bzw. Erwerber eines solchen geschlossenen Fonds wird oftmals Kommanditist eines Projektes bzw. des betreffenden Unternehmens. Dadurch haftet er jedoch auch dem Gesetz nach entsprechend im Falle, dass das Projekt wirtschaftlich nicht aufgeht.

Geschlossene Fonds werden vor allem zur Finanzierung von folgenden Projekten verwendet: Schiffe, Flugzeuge, Immobilienprojekte, Neue Energien und Infrastruktur, Kindertagesstätten, uvm.

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Wie funktioniert die Finanzierung mit geschlossenen Fonds?

Das Unternehmen, welches ein Projekt finanzieren will, gibt solange Anleihen aus, bis der Kapitalbedarf gedeckt ist. Danach ist es nicht mehr möglich, Anleihen zu kaufen. Daher kommt auch der Name „geschlossene“ Fonds. Es gibt eine beschränkte Fondslaufzeit. Während dieser ist es jedoch auch möglich, die Anteile zu verkaufen. Dies geht jedoch nur dann, wenn es einen Käufer gibt, der diese kaufen möchte. Der Sekundärmarkt, also dort, wo bereits gekaufte Anleihen gehandelt werden, ist für geschlossene Fonds derzeit noch nicht so entwickelt. Die Situation verbessert sich aber stetig.

Was sollte man bei der Investition in geschlossene Fonds beachten?

Schon vorab zu erwähnen ist, dass ein Investment in einen geschlossenen Fond im Vorhinein genauestens geprüft werden sollte. Hierzu empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuzuziehen bzw. die Prüfung von einem Spezialisten durchführen zu lassen. In Österreich gibt es derzeit noch nicht sehr viele Fachleute für geschlossene Fonds.

Risiken

Es sind bei geschlossenen Fonds unterschiedliche Risiken vorhanden. Auch hier gilt grundsätzlich, dass mit der Höhe des Risikos auch die Gewinnchance steigt. Anbieter oder Projekte, die unseriös sind, kann man leicht an den meist viel zu hohen Renditeversprechen erkennen. Wird also in einem normalen Marktumfeld eine einstellige Rendite angeboten, so kann man in der Regel davon ausgehen, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. So sind jährliche Renditen von 5 bis 10 Prozent durchaus möglich. Ebenso ist es auch möglich, weniger als 5 Prozent zu erzielen oder gar einen Totalverlust zu erleiden. Dies muss bzw. sollte einem aber der Finanzberater mitteilen.

Rendite

Statistiken belegen – beobachtet durch einen Test von 916 geschlossenen Fonds – dass sehr oft eine positive Vermögensvermehrung als Anleger von geschlossenen Fonds möglich war/ist. Für diese Statistik sammelte man Informationen von etwa 40 Emissionshäusern. 96 Prozent der Fonds investierten in Sachwerte. Davon hatten Schiffe beispielsweise einen Anteil von 51,5 Prozent, Immobilienprojekte 42,4 Prozent. Der durchschnittliche Vermögenszuwachs betrug 7 Prozent jährlich. Man konnte also feststellen, dass 9 von 10 Anlegern ein positives Vermögenswachstum verzeichnen konnten.

Bei den Investments handelt es sich – wie bereits erwähnt – meist um greifbare Güter, wie Schiffe, Flugzeuge und Immobilien. In der Regel bleibt zumindest ein Liquidationserlös. Ein Totalverlust kommt demnach bei geschlossenen Fonds sehr selten vor, ist jedoch leider dennoch möglich.

Laufzeiten

Die Laufzeit von geschlossenen Fonds ist je nach Art der Veranlagung unterschiedlich. Dennoch sind Laufzeit von 10 bis 20 Jahren normal und üblich. Ein vorzeitiger Ausstieg bzw. Verkauf der Anteile ist grundsätzlich möglich, wenn man einen Käufer findet, ist jedoch nicht ratsam, weil man damit ohnehin mit einem Verlust rechnen muss.

Angebote

In Österreich findet man meist Angebote aus Deutschland. Hier werden die richtigen Steuersätze in der Regel vorab auf Grund des Doppelsteuerabkommens abgezogen. Dies bedeutet, dass man sich als Anleger in der Regel nicht um eine Nachversteuerung kümmern muss. Außerdem kann man aus dieser Doppelbesteuerung auch unter Umständen Steuervorteile erzielen. Es empfiehlt sich dennoch, diese Thematik im Vorhinein mit dem Finanzberater zu besprechen.

Für wen sind geschlossene Fonds geeignet?

Gefallen an geschlossenen Fonds finden vor allem Personen, die vermögender sind und eine hohe Risikobereitschaft – frei nach dem Motto „höheres Risiko bedeutet mehr Gewinn“ – aufweisen. Bezogen auf das Gesamtvermögen wird empfohlen, in etwa 20 bis 30 Prozent in geschlossene Fonds zu investieren. Die Auswahl an Produkten ist nicht unendlich groß, es gibt jedoch schon einige Produkte, aus denen man wählen kann. Als vermögende Person hat man oftmals einen Anlagebetreuer oder zumindest einen guten Bankberater, der einen Spezialisten hinzuziehen kann, wenn er sich mit der Materie nicht auskennen sollte. Diese geben gerne mehr Auskunft über Investitionsmöglichkeiten und Renditemöglichkeiten. Kaufen sollte man geschlossene Fonds bei einem Spezialisten – ab einer Summe von 5.000 bis 10.000 Euro ist man in der Regel dabei. Zu vermeiden sind unseriöse „Freizeitberater“, die einem großen Rendite durch eine Investition in fragwürdige Projekte versprechen. Emissionshäuser, die seriös sind, werden einem dies in der Regel nicht anbieten.

Will man Summen investieren, die weit über dem Mindestvolumen des Investments liegen, so sollte man auch unbedingt darauf achten, dass man einen Rabatt aushandelt. Abschlusskosten müssen ebenso beachtet werden, genauso wie laufende Kosten (sog. Weichkosten). Hier gibt es enorme Unterschiede und es sollte einem von Anfang an klar sein, welche Weichkosten auf einen zukommen können bzw. werden und worauf sich diese Kosten beziehen.