21.10.2019, 07:01 Uhr | von | Finanzen

Am Montag ist in Österreich der sogenannte Equal Pay Day. An diesem Tag haben Männer bereits das Jahreseinkommen verdient, für das Frauen in Österreich bis Jahresende arbeiten müssen. Frauen verdienen in Österreich immer noch durchschnittlich 15,6 Prozent weniger als Männer.

Equal Pay Day: Frauen arbeiten für gleiches Einkommen 57 Tage länger
Bild: Finanz.at / pixabay.com (Montage)

In Österreich verdienen Frauen laut Statistik Austria nur 84,4 Prozent des Einkommens der Männer. Frauen müssen also 57 Tage pro Jahr länger arbeiten, um dasselbe Jahreseinkommen zu verdienen.

Frauen verdienen 15,6 Prozent weniger als Männer

Frauen haben im Vergleich bis 26. Februar 2019 unbezahlt gearbeitet und erhalten erst seit diesem Tag dasselbe Gehalt, wie männliche Arbeitnehmer. Der 26. Februar gilt daher als offizieller Equal Pay Day in Österreich. Für Mag. Christa Kirchmaier von der International Federation of Business & Professional Women liegen die Ursachen dafür auch bei der Politik.

"Hier zeigen sich deutlich die Versäumnisse der Politik - etwa bei der Einkommenstransparenz. Um die Lohnschere zu schließen, braucht es aber auch ein gesellschaftliches Umdenken und einen Kulturwandel in den Unternehmen. Die faire Bezahlung von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, Unternehmen können von der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt nur profitieren", teilte Mag. Christa Kirchmair, Equal Pay Day-Beauftragte der BPW Austria bereits Anfang des Jahres in einer Aussendung dazu mit.

Höchste Ungleichheit bei Einkommen in Westösterreich

Die Statistik Austria berechnet das Bruttoeinkommen von Männern und Frauen jährlich auch nach Bundesländern. Dabei wird ersichtlich, dass der Frauenmedian im Vergleich zum Männermedian vor allem in Vorarlberg (51,5 Prozent), Tirol (56,3 Prozent) und Oberösterreich (56,4 Prozent) unterdurchschnittlich hoch ist. Berechnet man nur Vollzeitbeschäftigte, so liegt der Frauenmedian in Vorarlberg mit 75,3 Prozent und in Oberösterreich mit 79,3 Prozent ebenfalls weit hinter dem österreichweiten Durchschnitt. Lehrlinge werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Die Zuteilung nach Bundesländern erfolgt in der Statistik nach dem Wohnsitz.

Am Beispiel Vorarlberg wird die Ungleichheit der Einkommen besonders deutlich. Vollzeitbeschäftigte männliche Arbeitnehmer erhalten pro Jahr ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 47.994 Euro, Frauen hingegen erhalten nur 36.119 Euro.

Aktionstag

Die Stadt Wien lädt anlässlich des Equal Pay Days in Österreich daher am Montag zu einer Medien-Aktion mit Frauenstadträtin Kathrin Gaal, Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl und ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann. Die Aktion unter dem Motto "Mehr Zeit für mich/für uns!" soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen immer noch 15,6 Prozent weniger verdienen, als Männer, obwohl sie deutlich mehr unbezahlte Arbeiten, etwa im Haushalt oder bei der Kindererziehung leisten.

In Deutschland liegt der Einkommensunterschied sogar bei 21 Prozent. Frauen müssen fast drei Monate länger arbeiten als männliche Arbeitnehmer, um dasselbe Jahreseinkommen zu verdienen.

Der sogenannte Gender Pay Gap ("Geschlechter-Einkommenslücke") bezeichnet in der Sozialökonomie den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Stundenlohn (brutto) von Männern und Frauen.

(APA / Redaktion)

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte als Finanzexperte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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