Kurzarbeitsgeld wird auf 90 Prozent erhöht - Zahlen laut AMS rückläufig

Ab Juli wird das Kurzarbeitsgeld - also die Nettoersatzrate - für alle auf 90 Prozent erhöht. Derzeit sind noch immer 28.000 Personen in Kurzarbeit gemeldet. Diese Regelung gilt bis Jahresende 2022.

09.06.2022, 10:03 Uhr von
Arbeitsmarktservice
Bildquelle: Finanz.at / Arbeitsmarktservice

Das Kurzarbeitsgeld, das derzeit - je nach Einkommen - zu 80, 85 oder 90 Prozent des Letztbezuges ausbezahlt wird, wird ab 1. Juli generell auf 90 Prozent erhöht. Diese Sozialpartner-Einigung für die sogenannte "Nettoersatzrate" gilt bis Ende 2022. Mit der Attraktivierung ist auch eine strengere Kontrolle verbunden. Wer ab nächsten Monat Kurzarbeit braucht, muss vorher ein dreiwöchiges Beratungsverfahren beim AMS absolvieren, in dem Alternativen aufgezeigt werden sollen.

Als Beispiele führte AMS-Chef Johannes Kopf im "Ö1-Mittagsjournal" den Abbau von Zeitguthaben und Überstunden oder Bildungskarenz an. In Regionen mit hohem Fachkräftemangel könnte auch die Kündigung eine Alternative sein. Wenig Bedarf nach Kurzarbeit werde gesehen, wenn nur einzelne Mitarbeiter dafür gemeldet werden.

Noch 28.000 Personen in Kurzarbeit

Derzeit sind rund 28.000 Personen in Kurzarbeit, bei gleichzeitig fast 140.000 offenen Stellen, die beim AMS gemeldet sind. Wobei es im Wochenvergleich einen Rückgang der Kurzarbeit um 45 Prozent gegeben hat. Darüber hinaus ist auch die Zahl der Arbeitslosen weiter rückläufig: Aktuell sind 302.081 Personen arbeitslos oder in Schulung - um rund 8.000 Personen weniger als in der Vorwoche, teilte das Arbeitsministerium gestern mit. Mehr als 60 Prozent der Kurzarbeitsvoranmeldungen würden mittlerweile die Warenherstellung betreffen, in einst krisengebeutelten Branchen wie dem Tourismus und dem Handel seien die Zahlen nunmehr sehr gering.

Die Entwicklung zeige, "dass die Kurzarbeit immer weniger benötigt wird, um Arbeitsplätze aufgrund exogener Einflussfaktoren abzusichern", erklärt Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) am Dienstag in einer Aussendung.

(APA / Redaktion)

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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