Gehaltsplus von 4,4 Prozent wird im Handels-KV gefordert

18.10.2019, 17:17 Uhr | von | Arbeitnehmer

Die Forderungen der Gewerkschaft sind schon vor dem Auftakt der KV-Verhandlungen medial bekannt geworden. Ein unübliches Vorgehen, wie etwa der Chefverhandler der Arbeitgeber findet.

Gehaltsplus von 4,4 Prozent wird im Handels-KV gefordert
Bild: pixabay.com / rawpixel

Rund 15.000 Handels-Lehrlinge und 413.000 Angestellte horchen bereits jetzt schon im Hinblick auf die am Dienstag startenden KV-Verhandlungen auf. Eine Entgelterhöhung für alle auf Vollzeitbasis angestellten MitarbeiterInnen in Höhe von 100 Euro wird unter anderem gefordert. Das entspricht einem durchschnittlichen Plus von 4,4 Prozent. Die Metaller fordern zum Vergleich gerade eine Erhöhung von 4,5 Prozent.

Das Gehaltsplus, welches von der Gewerkschaft gefordert wird, beträgt in etwa zwischen 6,1 Prozent für all jene, die ein niedriges Einkommen beziehen und 2,1 Prozent, für jene, die höhere Gehälter bekommen. Die Erhöhungen bzw. die Forderungen danach seien laut der Gewerkschaft auf Grund von steigenden Miet- und Lebenserhaltungskosten gerechtfertigt.

In Österreich sind knapp zwei Drittel aller Angestellten im Handelsbereich Frauen. Im Einzelhandel liegt der Anteil an Frauen sogar noch etwas höher. Viele von ihnen stehen in einem Teilzeitarbeitsverhältnis. So soll ein Gehaltsplus dieser Höhe etwa den Konsum stärken und somit auch einen nicht unwesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität beitragen.

Eine weitere Forderung, die die Gewerkschaft im Zuge der KV-Verhandlungen stellt, sind drei sogenannte Freizeittage. Dies ist laut Angaben der Gewerkschaft deswegen notwendig, um den Angestellten Erholung zu ermöglichen, die einem immer mehr zunehmenden Stress und Arbeitsdruck ausgesetzt sind.

Von der Seite der Arbeitgeber kamen nach den Forderungen seitens der Gewerkschaft Äußerungen darüber, dass die gestellten Forderungen realitätsfremd und überzogen seien. Es wäre nämlich laut dem Chefverhandler der Arbeitgeber Peter Buchmüller unüblich, die gestellten Forderungen noch vor dem Auftakt der eigentlichen Verhandlungen medial zu verbreiten. Buchmüller ist außerdem der Meinung, dass die gestellten Forderungen gemessen an der wirtschaftlichen Situation des österreichischen Handels nicht angebracht seien.

Mehr Informationen: Gehalt

aktualisiert: 18.10.2019, 17:17 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Bio: Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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