19.04.2020, 12:46 Uhr | von | Steuern

Vizekanzler Kogler bestätigte, dass die geplante Steuerreform und damit die Entlastung vor allem für niedrigere Einkommen ab 2021 trotz der Coronakrise kommen soll.

Steuerreform für niedrige Einkommen soll trotz Coronakrise kommen
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Senkung der Lohn- und Einkommensteuer bringt mehr Netto vom Brutto

Gerade in Zeiten der wirtschaftlichen Einbußen soll die geplante Steuerreform die niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Daher soll sie, wie geplant, 2021 durchgeführt werden. Durch die Coronakrise ist die Zahl der Arbeitslosen in Österreich bereits auf mehr als 550.000. Rund 600.000 Arbeitnehmer sind derzeit in Kurzarbeit.

Senkung der Lohnsteuer für niedrige Einkommen

Die Senkung der unteren Lohnsteuerklassen soll ab 2021 beschlossen werden. Die Bundesregierung halte an diesem Plan trotz der Corona-Pandemie fest, so Vizekanzler Werner Kogler. Die Entlastung sei aufgrund der Einkommensverluste durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und des wirtschaftlichen Lock-Downs - also dem Schließen vieler Geschäfte - eine umso notwendigere Entlastung.

Die geplante Lohnsteuersenkung betrifft ab 2021 vorest die drei untersten Klassen der Lohnsteuertabelle. Ab 01. Januar 2021 wird die erste Stufe der Lohnsteuertabelle von 25 Prozent Lohnsteuer auf 20 Prozent gesenkt. Davon betroffen sind alle Einkommen zwischen 11.000 und 18.000 Euro jährlich. 4,8 Millionen Steuerzahler werden in Österreich davon profitieren - davon sind immerhin 1,4 Millionen Euro sogenannte Kleinverdiener.

In einem weiteren Schritt sollen auch die Steuerklassen von 35 Prozent bei Einkommen von 18.000 Euro bis 31.000 Euro auf 30 Prozent gesenkt werden. Der Steuertarif von 42 Prozent für Einkommen von 31.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr soll letztlich auf 40 Prozent reduziert werden. Ob auch diese Steuersenkungen bereits 2021 oder doch erst 2022 folgen werden, ist derzeit noch unklar.

Konjunktur nach Covid-19 beleben

Die Ökologisierung des österreichischen Steuersystems soll dabei helfen, die Konjunktur im Land nach der Corona-Pandemie wieder zu beleben.

"Österreich muss sich mit einem Konjunkturprogramm aus der Krise herausinvestieren", so Vizekanzler Kogler.

Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum fielen in den letzten Tagen immer drastischer aus. Wirtschaftsexperten und -Forscher rechnet mit einem Minus von bis zu sieben Prozent für die heimische Wirtschaft. EU-weit rechnet man gar mit einer Rezession von bis zu zehn Prozent.

Ob die Steuerreform die einzige Maßnahme bleiben wird, ist noch unklar. Derzeit sieht es jedoch danach aus, als würde sie geplante Entlastung der geringen und mittleren Einkommen ab Januar 2021 trotz aller Erwartungen umgesetzt werden.

Durchschnittlich 350 Euro mehr pro Jahr

Wie viel pro Einkommen nach Umsetzung der Lohnsteuersenkung Netto übrigbleiben wird, kann mit dem Online-Rechner zur Steuerreform berechnet werden. Insgesamt sollen Österreich durchschnittlich von rund 350 Euro mehr pro Jahr profitieren.

So würde die neue Lohnsteuertablle nach der Steuerreform aussehen:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
1.000.000 Euro --- 55 % 55 %

Gegenfinanzierung der Corona-Hilfe

Die Opposition, allen voran FPÖ und SPÖ, warnte vor Steuererhöhungen oder neuen Steuern, um die derzeit geplanten 38 Milliarden Euro an Corona-Hilfe für die heimische Wirtschaft zu finanzieren. Noch ist nicht klar, wie diese Mehrausgaben bezahlt werden sollen. Im Mai soll die Budgetdebatte im Parlament nachgeholt werden, die erste Antworten auf diese Fragen liefern könnte.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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