Im Allgemeinen wird die Kfz-Steuer, auch als motorbezogene Versicherungssteuer bekannt, im Zuge der Haftpflichtprämie mitbezahlt. Für Fahrzeuge, die ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen aufweisen, muss neben der Versicherungssteuer auch eine motorbezogene Versicherungssteuer bezahlt werden.

Bei zweispurigen Kraftfahrzeugen, also etwa Motorrädern ist der Hubraum die Bemessungsgrundlage für die Kfz-Steuer. Bei Personenkraftwagen und anderen Kraftwagen mit einem höchstens zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen spielt der Hubraum keine Rolle zur Berechnung der Kfz-Steuer. Hier ist die Leistung des Verbrennungsmotors der ausschlaggebende Aspekt in der Berechnung.

Kosten und Berechnung

Im Folgenden werden einige Informationen bezogen auf die Berechnung der Kfz-Steuer angeführt – ebenso ist im Anschluss ein Beispiel zum besseren Verständnis angeführt.

Krafträder:

Bei diesen werden pro Kubikzentimeter Hubraum 0,025 Euro monatlich bei jährlicher Zahlungsweise verrechnet. Wenn man eine andere Zahlungsweise wählt, beträgt der Preis pro Kubikzentimeter mehr – grundsätzlich gilt, dass dieser immer größer wird, desto kleinere Zahlungsintervalle man wählt. So bezahlt man bei monatlicher Zahlungsweise pro Kubikzentimeter Hubraum einen Betrag von 0,0275 Euro.

Kraftfahrzeuge/-wagen:

Kraftfahrzeuge werden nach der Motorleistung in Kilowatt bewertet. Für Personenkraftwagen und anderen Arten von Kraftfahrzeugen mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen setzt sich die monatliche Kfz-Steuer bei jährlicher Zahlung wie folgt zusammen:

  • 0-24 kW: pro kW Leistung 0,00 Euro
  • 24-90 kW: pro kW Leistung 0,62 Euro
  • 90-110 kW: pro kW Leistung 0,66 Euro
  • 110+ kW: pro kW Leistung 0,75 Euro

Höchststeuersatz:

Der Hochsteuersatz sieht vor, dass bei allen Kraftfahrzeugen außer Krafträder, -wägen und Kombinationswägen die Steuer monatlich einen Betrag von 72 Euro bei jährlicher Zahlweise nicht überschreiten darf.

Mindeststeuersatz:

Unter dem Mindeststeuersatz versteht man, dass die Steuer bei PKWs und Kombinationskraftwagen monatlich mindestens 6,20 Euro bei jährlicher Zahlungsweise der Prämie betragen muss.

Beispiele:

Im Folgenden sind einige Beispiele zur besseren Veranschaulichung der Themen bzw. dem besseren Verständnis angeführt.

Nehmen wir an, es handelt sich bei dem zu versichernden Fahrzeug um einen PKW mit einer Motorleistung von 100 kW. Die Prämie soll vierteljährlich bezahlt werden, die Besteuerung ist vor dem 28.02.2014. Die Bemessungsgrundlage wäre in diesem Falle 76 kW (100 – 24 kW). Die Prämie für ein Vierteljahr würde in weiterer Folge dann 135,43 Euro betragen (76 kW * 0,594 = 45,144 * 3 Monate = 135,43 Euro).

In einem weiteren Beispiel nehmen wir an, dass es sich wiederum um einen Personenkraftwagen handelt. Die Motorleistung ist hier 120 kW, die Versicherungsprämie soll einmal jährlich entrichtet werden, die Besteuerung soll ab dem 01.03.2014 vonstattengehen. Die Bemessungsgrundlage wäre hier 120 – 24 kW = 96 kW. In diesem Fall würde sich die die Prämie wie folgt berechnen: 66 kW * 0,62 Euro + 20 kW * 0,66 Euro + 10 kW * 0,75 Euro = 61,61 Euro * 12 Monate = 739,44 Euro motorbezogene Steuer.

Das nächste betrachtete Fahrzeug ist ein Elektro-Hybrid Fahrzeug mit einer gesamten Leistung von 100 kW. 73 kW ist die Leistung des Verbrennungsmotors und 60 kW entfallen auf den Elektromotor. Es ist eine jährliche Entrichtung der motorbezogenen Steuer gewünscht. Die motorbezogene Steuer würde in diesem Falle wie nachfolgend berechnet werden: 73 kW – 24 kW = 49 kW * 0,62 Euro = 30,38 Euro * 12 Monate = 364,56 Euro.

Betrachten wir nun ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug mit einer Leistung von 3 kW. Es ist eine halbjährliche Entrichtung der Kfz-Steuer erwünscht. Hier kommt die oben erwähnte Mindeststeuer zum Einsatz (3 kW – 24 kW = -19 kW). Eine halbjährliche Prämie von 39,43 Euro wäre in diesem Falle fällig (6 Monate * 6,572 Euro).

Was passiert bei An- oder Abmeldung während eines Kalendermonats?

Wenn man ein Versicherungsverhältnis während eines Kalendermonats beginnt oder beendet, so muss man nicht für den gesamten Monat die motorbezogene Versicherungssteuer bezahlen, sondern nur anteilig. Ein Monat ist hierbei mit 30 Tagen anzusehen.

Beispiele:

Nehmen wir an, dass eine Haftpflichtversicherung für einen PKW mit einer halbjährlichen Zahlungsweise der Prämie vorliegt. Bereits nach einem Monat wird der Vertrag aufgelöst. Die zurück zu erstattende Steuer berechnet man mit dem Monatssatz von 0,6572 Euro pro kW.

Befreiungen von der KFZ-Steuer

Es gibt auch Befreiungen – diese sind im Folgenden angeführt:

  • Kraftfahrzeuge, die mit einem Überstellungs- oder Probefahrtkennzeichen benutzt werden.
  • Auch Omnibusse und andere Kraftfahrzeuge, die vor allem im Mietwagen- und Taxigewerbe verwendet werden, sind von der motorbezogenen Steuer befreit. Darunter fallen jedoch nur Kfz, die der Personenbeförderung dienen – Leihwagen sind nicht von der Steuer befreit.
  • Kraftfahrzeuge, die ausschließlich elektrisch betrieben werden, müssen ebenso keine motorbezogene Steuer entrichten. All jene Fahrzeuge, die zusätzlich einen Hybrid- oder Verbrennungsmotor haben, müssen eine motorbezogene Steuer entrichten und sind nicht von der Zahlung dieser befreit.
  • Mopeds und andere Krafträder, deren Hubraum nicht höher als 100 Kubikzentimeter ist, müssen ebenso keine Steuer bezahlen.
  • Auch Invalidenfahrzeuge, also Fahrzeuge mit einem Eigengewicht von nicht mehr als 300 Kilogramm, mit einer Geschwindigkeit (Bauartgeschwindigkeit) von nicht mehr als 30 km/h und sind ebenso befreit.
  • Auch Kraftfahrzeuge, die für Körperbehinderte zugelassen sind und auf Grund einer körperlichen Schädigung zur Fortbewegung verwendet werden müssen, sind von der motorbezogenen Steuer befreit.

Im Grunde empfiehlt es sich, dass man sich im Einzelfall darüber informieren sollte, ob man ein Fahrzeug, welches eventuell befreit ist, besitzt oder fährt.