02.01.2021, 09:00 Uhr | von | Steuern
Steuerreform 2021: NoVA und KFZ-Steuern ab jetzt erhöht
Bildquelle: Finanz.at | Auto-Preise

Die NoVA (Normverbrauchsabgabe) und die motorbezogene Versicherungssteuer steigen ab Januar 2021 automatisch an. Damit werden aufgrund der höheren KFZ-Steuern fast alle PKW-Neuzulassungen teurer.

Durch die automatische Erhöhung der KFZ-Steuern, also der NoVA (Normverbrauchsabgabe) und der motorbezogenen Versicherungssteuer, werden ab kommendem Jahr viele Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen deutlich teurer. "In punkto NoVA ist ab 1. Jänner 2021 damit zu rechnen, dass gut die Hälfte aller neuen PKW teurer wird", schätzt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober.

Seit 01. Januar 2021 gilt eine neue Berechnungsformel, die für eine höhere Abgabe für viele Fahrzeuge sorgt. Ab Juli wird die NoVA durch einen höheren Höchststeuersatz, einen erhöhten Malusbetrag und niedrigeren Grenzwert (g/km) für viele KFZ dann nochmals steigen.

Alle Informationen zur neuen Berechnungsformel der NoVA 2021 findet man hier auf Finanz.at.

NoVA und Versicherungssteuer steigen automatisch

Die NoVA steige um gut einen Prozentpunkt an. Die motorbezogene Versicherungssteuer wird um 34,56 Euro ansteigen. Der Steuererhöhungs-Automatismus für KFZ-Steuern wurde im Herbst 2019 im Nationalrat beschlossen. Bereits zugelassene Fahrzeuge sind davon nicht mehr betroffen. Diese Erhöhung gilt nur bei Neuzulassungen ab 01. Januar 2021.

Die Normverbrauchsabgabe kann mit dem NoVA-Rechner auf Finanz.at berechnet werden. Informationen zur Reform der NoVA und anderer KFZ-Steuern findet man in der Übersicht zur Steuerreform.

Hier finden Sie weitere Maßnahmen der Steuerreform, die bis 2022 umgesetzt werden sollen.

KFZ-Steuern: CO2-Emissionen stärker berücksichtigt

Die NoVA wurde bereits mit 01. Januar 2020 auf das neue Messverfahren WLTP - also den Normverbrauchszyklus - umgestellt. Die motorbezogene Versicherungssteuer wurde für alle KFZ, die ab 01. Oktober 2020 zugelassen wurden, neben der Leistung des Fahrzeugs auch an dessen CO2-Emissionen gekoppelt. Damit hängen nun alle Steuern für PKW von den CO2-Emissionen ab, da auch die Mineralölsteuer daran gebunden ist.

Laut Experten werde nur für leistungsschwache Fahrzeuge mit gar keiner oder nur sehr geringer Steuererhöhung zu rechnen sein. Der ÖAMTC kritisiert diese automatische Erhöhung der KFZ-Steuern. Das Kaufverhalten der Autokäufer werden nicht berücksichtigt. Damit diene diese Regelung "lediglich der Einnahmensteigerung für die öffentlichen Hand".

Ab Juli NoVA auch für Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen

Ab Juli müssen Unternehmen für Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen ebenfalls die NoVA entrichten. Bisher waren diese Fahrzeuge von der Normverbrauchsabgabe befreit. Die Mehrkosten für Betriebe könnten bis 2024 bei 1,2 Milliarden Euro liegen, so die Berechnung von Experten.

Erhöhung, Spreizung und Überarbeitung CO2-Formel ohne Deckelung

Im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen wurde festgelegt, dass eine Ökologisierung und Dekarbonisierung des Straßenverkehrs gemeinsam mit einer öko-sozialen Steuerreform erreicht werden soll. Darin ist festgeschrieben, dass eine Erhöhung, Spreizung und Überarbeitung CO2-Formel ohne Deckelung für die Normverbrauchsabgabe umgesetzt wird.

Damit sollen auch die Verpflichtungen Österreichs im Rahmen der Europäischen Klima- und Energiepolitik bis 2030, die vorsieht, die CO2-Emissionen unter anderem im Verkehr zu senken, erfüllt werden.

Menschen mit Behinderung auch bei Leasing NoVA-befreit

Menschen mit starker Gehbehinderung waren bereits seit 2019 von der Normverbrauchsabgabe (NoVA) befreit. Diese Befreiung galt jedoch nur beim Kauf eines Autos. Nun gilt die NoVA-Befreiung auch bei Leasing.

Mehr Informationen: NoVA-Rechner

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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