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Im Zuge des Entlastungspakets gegen die Teuerung plant die Bundesregierung die Abschaffung der kalten Progression. Diese wurde schon lange gefordert und versprochen, jedoch nie umgesezt - immerhin bringt spült sie jährlich Milliarden von Euro in die Staatskasse. Durch die Abschaffung der "schleichenden Steuererhöhung" soll ArbeitnehmerInnen in Österreich mehr Geld im Börserl bleiben und so zur Entlastung gegen die Rekord- Inflation beitragen.

Alle Informationen zum Entlastungspaket gegen die Teuerung 2022 findet man hier auf Finanz.at.

Was ist eine kalte Progression?

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Von einer kalten Progression spricht man, wenn das Gehalt an die Inflationshöhe angepasst wird und diese Gehaltserhöhung letztlich in eine höhere Steuerstufe fällt. Dadurch kann man sich am Ende real weniger leisten. Betroffen sind dabei vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Gehalt bei Kollektivverhandlungen jährlich an die Teuerungsrate angeglichen werden.

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Bei einer kalten Progression handelt es sich also im Grunde genommen um eine unveränderte Leistungsfähigkeit, obwohl das Einkommen oder der Lohn ansteigt. Einfacher lässt es sich durch das folgende Beispiel ausdrücken. Wenn eine Person eine Gehaltserhöhung bekommen hat und sich weniger leisten kann als zuvor, dann spricht man von einer kalten Progression.

Schuld daran sind vor allem die Steuerprogression und die Inflation.

Je mehr Geld man in Österreich verdient, umso höher wird es besteuert. So können auch Menschen, die mehr verdienen, sich weniger als zuvor leisten. Der Klassiker dabei ist die Inflation. Die Preise in Österreich für Waren und Dienstleistungen steigen kontinuierlich an. Letztendlich bedeutet es, dass die Kaufkraft parallel zum Geld geringer wird. Speziell in Österreich wird der Einkommenssteuertarif progressiv gestaltet. Je nach Einkommen müssen sie in einzelne Teile zerlegt werden. Danach werden sie in verschiedenen Tarifstufen besteuert.

Warum wird die kalte Progression nicht einfach abgeschafft?

Die Diskussionen und Verschiebungen rund um das Thema kalte Progression hat in Österreich Tradition. Dabei handelt es sich um eine Staatseinnahme, welche Arbeitnehmer so gut wie kaum bemerken. Vor etwa 3 Jahren gab es 2016 eine Steuerreform. Dort hatte der Finanzminister Mehreinnahme von etwa 2,1 Milliarden Euro. Diese werden sich bis 2022 auf ungefähr 8,5 Milliarden Euro ansammeln. Laut Aussagen von Kucsera "Mit diesem Geld lässt sich alle fünf Jahre die größte Steuerreform der Geschichte machen". Die profitierenden Steuerbegünstigungen haben Steuerzahler bereits vorfinanziert.

Wer ist von der kalten Progression betroffen?

Betroffen sind vor allem die Bürger. Ein klassisches Argument ist, dass Gutverdiener von der Abschaffung am meisten profitieren würden. Das mag zwar in absoluten Beträgen stimmen, jedoch hat der Fall einen großen Effekt auf mittlere sowie niedrige Einkommen. Sollte ein Arbeitnehmer im Jahr 2016 mit einem Brutto-Jahreseinkommen von 50.000 € 5 Prozent durch die Inflationsanpassung erhalten, so wurde im gleichen Zeitraum die Lohnsteuer auf 9,8 Prozent angehoben. Das sind bei einem Arbeitnehmer mit 30.000 € brutto im Jahr ein Steueranstieg von 15 Prozent.

Was kann dagegen unternommen werden?

Um der kalten Progression entgegenwirken zu können, wird immer wieder nach Möglichkeiten gesucht. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Modelle dazu. Die einfachste Lösung wäre es das Steuersystem anzupassen. Davon betroffen sind die Tarife und Absetzbeträge. Diese müssten allerdings an die Inflation angepasst werden.

Die Schweiz zum Beispiel hat ihr Steuersystem angepasst und in Verfassungsrang angehoben. Etwas anders sieht es in Schweden aus. Sie haben die Tarife über die Preisentwicklung hinaus angepasst und zwar an die Reallohnsteigerung. Es gibt einige Ansätze, doch nicht jeder funktioniert in Österreich.

Was spricht gegen eine Abschaffung?

Wenn es so einfach wäre, dann würde das Problem bereits behoben worden sein. Doch laut Aussagen von Professoren ist es wichtig sich Spielräume offen zu halten. Nur so können echte Reformen später ermöglicht werden. Zusammengefasst wird das Arbeitseinkommen zu hoch besteuert. Eine Senkung ist dahingegen zwingend erforderlich. Allerdings würde es auch Sinn machen, wenn die Steuern vereinfacht würden. Das gilt auch für die ökologischen Aspekte. Nur so können letztendlich die Verhaltensänderungen bewirkt werden. Wie genau es sich entwickeln wird bleibt abzuwarten.

Fazit: steuerlicher Nachteil für Österreicher

Bei einer kalten Progression in Österreich handelt es sich um einen steuerlichen Nachteil, obwohl man mehr verdient. Betroffen sind vor allem Gering- und Mittelverdiener. Das Steuersystem in Österreich ist nach wie vor kompliziert weshalb Änderungen nur schwer durchzusetzen sind. Allerdings gibt es einige gute Ideen zur Bekämpfung.

Übrigens gibt es in Österreich eine Freistufe zur Einkommenssteuer bis zu 11.000 €. Alles darüber wird von 25 bis 35 Prozent besteuert. Wichtige Faktoren in der kalten Progression sind die Inflation und die Steuerprogression. Die kalte Progression führt nach und nach zu einer stetigen Erhöhung der Steuerlast in der Arbeitswelt. Ein häufiger Streitpunkt sind die Kosten, wenn die kalte Progression abgeschafft werden soll.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Stand: 20.06.2022, 09:20 Uhr