Alleinverdiener oder Alleinerzieher, die aufgrund ihres geringen Einkommens keinen Anspruch auf den Familienbonus haben, erhalten den Kindermehrbetrag in Höhe von 250 Euro pro Jahr und Kind als Negativsteuer.

Der Kindermehrbetrag kann bei der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) beantragt werden.

Information

Steuerreform: Ab 2023 wird der Betrag pro Kind und Jahr für die Veranlagung des Kalenderjahres 2022 auf 350 Euro erhöht. Eine erneute Erhöhung im Zuge der Steuerreform folgt 2024 für die Veranlagung 2023 auf 450 Euro jährlich.

Anspruch und Voraussetzungen

Einen Anspruch auf den Kindermehrbetrag haben Eltern, deren Einkommen so niedrig ist, dass wenig oder keine Lohnsteuer oder Einkommensteuer entrichtet wird und somit entfällt auch die Möglichkeit durch den Familienbonus eine Steuerrückerstattung zu erhalten.

Zudem müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Keinen Anspruch auf den Kindermehrbetrag hat man, wenn für das jeweilige Kalenderjahr für mehr als 329 Tage (nicht weniger als 330) eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen wurde. Dazu zählen etwa das Arbeitslosengeld, die Mindestsicherung oder die Notstandshilfe.

Höhe des Kinderabsetzbetrags

Die endgültige Höhe des Kindermehrbetrages wird anhand der Differenz zwischen der Einkommensteuer vor Abzug aller Absetzbeträge und 250 Euro pro Kind und Jahr berechnet.

Im Jahr 2023 steigt der jährliche Kindermehrbetrag von 250 Euro pro Kind auf 350 Euro (für die Veranlagung 2022). Die in der Steuerreform geplanten 450 Euro gelten ab 2024 (für die Veranlagung 2023).

Antrag auf den Kindermehrbetrag

Grundsätzlich muss der Kindermehrbetrag in Österreich nicht beantragt werden. Sofern ein Anspruch darauf besteht, wird die Höhe automatisch im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) errechnet und berücksichtigt. Das trifft jedoch nur dann zu, wenn auf dem Formular L1 kein Ausschlusskriterium vorliegt. Dies muss auf dem Papier-Formular explizit bestätigt werden.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Stand: 05.01.2022, 20:43 Uhr