Alleinverdiener oder Alleinerzieher, die aufgrund ihres geringen Einkommens keinen Anspruch auf den Familienbonus haben, erhalten den Kindermehrbetrag in Höhe von 250 Euro pro Jahr und Kind als Negativsteuer. Der Kindermehrbetrag wird im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) automatisch berücksichtigt, sofern ein Anspruch besteht.

Information

Steuerreform und Anti-Teuerungsmaßnahme: Ab 2023 sollte der Betrag pro Kind und Jahr für die Veranlagung des Kalenderjahres 2022 auf 350 Euro erhöht werden, 2024 letztlich auf 450 Euro. Aufgrund der Teuerung wurde für das Jahr 2022 bereits eine Erhöhung auf 550 Euro jährlich beschlossen.

Anspruch und Voraussetzungen

Einen Anspruch auf den Kindermehrbetrag haben Eltern, deren Einkommen so niedrig ist, dass wenig oder keine Lohnsteuer oder Einkommensteuer entrichtet wird und somit entfällt auch die Möglichkeit durch den Familienbonus eine Steuerrückerstattung zu erhalten.

Zudem müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

2019 bis 2021

Keinen Anspruch auf den Kindermehrbetrag hat man, wenn für das jeweilige Kalenderjahr für mehr als 329 Tage (nicht weniger als 330) eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen wurde. Dazu zählen etwa das Arbeitslosengeld, die Mindestsicherung oder die Notstandshilfe.

2022

Ab dem Jahr 2022 gelten neue Voraussetzungen für den Kindermehrbetrag:

  • Es muss ein Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag bestehen.
  • Die errechnete Einkommensteuer muss unter 550 Euro liegen.
  • In einer Partnerschaft bzw. Ehe steht der Kindermehrbetrag nur einmal pro Kind (für die Person, die die Familienbeihilfe bezieht) zu, sofern beide Einkommen eine Tarifsteuer unter 550 Euro ergeben.
  • Es müssen mindestens 30 Tage im Kalenderjahr steuerpflichtige aktive Erwerbseinkünfte erzielt werden.

Wird für das gesamte Jahr Kinderbetreuungsgeld oder Pflegekarenzgeld bezogen, steht der Betrag ebenfalls zu.

Video: Lohnsteuerausgleich
In diesem Video findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lohnsteuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) in Österreich.

Höhe des Kinderabsetzbetrags

Die endgültige Höhe des Kindermehrbetrages wird anhand der Differenz zwischen der Einkommensteuer vor Abzug aller Absetzbeträge und 250 Euro pro Kind und Jahr berechnet.

Im Jahr 2023 steigt der jährliche Kindermehrbetrag aufgrund der Teuerung von 250 Euro pro Kind auf 550 Euro (für die Veranlagung 2022). Die in der Steuerreform geplanten 450 Euro gelten ab 2024 (für die Veranlagung 2023).

Antrag auf den Kindermehrbetrag

Grundsätzlich muss der Kindermehrbetrag in Österreich nicht beantragt werden. Sofern ein Anspruch darauf besteht, wird die Höhe automatisch im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) errechnet und berücksichtigt. Das trifft jedoch nur dann zu, wenn auf dem Formular L1 kein Ausschlusskriterium vorliegt. Dies muss auf dem Papier-Formular explizit bestätigt werden.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Stand: 22.09.2022, 10:27 Uhr