04.01.2021, 08:00 Uhr | von | Steuern
Steuerreform: Diese Entlastungen und Lohnsteuersenkungen kommen
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Steuerreform

Bereits 2020 wurde die erste Stufe der Lohnsteuertabelle von 25 auf 20 Prozent reduziert. Bis 2022 sollen die weiteren Tarifstufen ebenfalls gesenkt werden. Derzeit liegt der Fokus der Regierung auf der Bekämpfung der wirtschaftlichen Krise - die Steuerreform soll dennoch planmäßig umgesetzt werden.

Aus dem Finanzministerium heißt es, derzeit hat "die Bekämpfung der Krise absolute Priorität". Eine Auskunft über mögliche vorzeitige Umsetzungen der Steuerreform kann man daher zum aktuellen Zeitpunkt nicht geben. Die weiteren Senkungen der beiden Lohnsteuerstufen von 35 und 42 Prozent auf 30 und 40 Prozent soll also bis spätestens 2022 kommen. Bisher wurde nur der Eingangs Steuersatz von 25 auf 20 Prozent gesenkt.

Steuererhöhungen sollen zur Bekämpfung der Krise jedenfalls nicht kommen. Laut Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) wolle man auch ohne Steuererhöhungen einen Weg aus der Krise finden, wie er noch im Dezember betonte. Bereits 2022 solle sich das Budget wieder normalisieren.

Steuerreform soll trotz Krise umgesetzt werden

Festhalten wird man weiterhin an der Steuerreform, die ÖVP und Grüne bis 2022 geplant haben. Die ökosoziale Steuerreform wurde in kleinen Teilen bereits vorgezogen (Steuersenkung des Eingangssteuersatzes). Das haben Vizekanzler Werner Kogler und Vertreter der ÖVP während der Corona-Krise immer wieder betont. Eine Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen sei gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeit notwendig.

Kleine und mittlere Einkommen entlasten

So wird die neue Lohnsteuertablle in Österreich nach der Steuerreform aussehen:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
ab 1.000.000 Euro 55 % 55 %

Vorzeitige Umsetzung von Steuersenkung bereits 2020

Die Senkung des Eingangsteuersatzes von 25 auf 20 Prozent wurde bereits im September 2020 umgesetzt und gilt rückwirkend ab 01. Januar 2020. Die vorzeitige Umsetzung galt als krisenbedingte Entlastung für kleine und mittlere Einkommen aufgrund der Corona-Pandemie.

Personen mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von mehr als 1.804 Euro profitieren von der maximalen Ersparnis von 29,17 Euro pro Monat. Jährlich ergibt das eine Gesamtersparnis von 350 Euro für das Jahr 2020 rückwirkend und die kommenden Jahre. Unterhalb dieses Einkommens wird die Ersparnis je Einkommen progressiv berechnet.

So viel sparen Steuerzahler nach der Lohnsteuersenkung der ersten Tarifstufe von 25 Prozent monatlich und jährlich:

Brutto / Monat Netto / Monat * Ersparnis / Monat ** Ersparnis / Jahr **
4.000 € 2.499,67 € 29,17 € 350,00 €
3.500 € 2.262,22 € 29,17 € 350,00 €
3.000 € 2.014,76 € 29,17 € 350,00 €
2.800 € 1.908,32 € 29,17 € 350,00 €
2.500 € 1.748,65 € 29,17 € 350,00 €
2.200 € 1.588,98 € 29,17 € 350,00 €
2.000 € 1.495,54 € 29,17 € 350,00 €
1.750 € 1.367,43 € 26,76 € 321,14 €
1.500 € 1.221,40 € 17,03 € 204,32 €
1.200 € 1.018,56 € 0,00 € 400,00 €

* Netto-Einkommen vor Steuerreform | ** Ersparnis ab September (nach Reform)

Wie viel die weiteren Senkungen bis 2022 monatlich an Netto-Ersparnis bringen werden, wurde vom BMF bisher nicht berechnet.

Vielen Familien profitieren nicht von Steuersenkungen

Klar ist bisher, dass viele Familien jedoch von der Steuersenkung der ersten Tarifstufe wenig bis gar nicht profitieren. Grund dafür ist, dass sie durch die Senkung der Lohnsteuer auch weniger Rückerstattung durch den Familienbonus Plus erhalten.

25.700 Euro als Grenze für maximalen Familienbonus

Verdient man weniger als 25.700 Euro brutto pro Jahr mit einem Kind, erhält man keine zusätzliche Steuerentlastung durch die Senkung der Lohnsteuer. Die Steuersenkung verpufft durch die Reduktion des Familienbonus aufgrund niedrigerer Lohnsteuer. Bei zwei Kindern liegt die Grenze bei 32.440 Euro Brutto-Jahreseinkommen. Das bedeutet, dass diese Steuerzahler netto auch trotz der Lohnsteuersenkung nicht mehr Geld sparen, da die Steuersenkung durch den sinkenden Familienbonus egalisiert wird.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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