05.10.2020, 10:00 Uhr | von | Steuern
Steuerreform: Das soll 2021 noch umgesetzt werden
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Steuerreform

Die Steuerreform der türkis-grünen Bundesregierung sieht eine Ökologisierung des Steuersystems vor. Umgesetzt werden sollen alle Maßnahmen bis spätestens 2022. Bereits im nächsten Jahr kommen neue Steuersenkungen auf die Österreicher zu.

Erst im September wurde die Steuersenkung der ersten Lohnsteuerstufe von 25 auf 20 Prozent umgesetzt, die als Teil der Steuerreform gilt. Im Oktober folgte schließlich die Koppelung der motorbezogenen Versicherungssteuer bzw. KFZ-Steuer, der NoVA und der Mineralölsteuer an die CO2-Abgaben. Diese Maßnahme soll zur Ökologisierung beitragen und Kraftfahrzeuge mit niedrigem CO2-Ausstoß steuerlich begünstigen.

Weitere Maßnahmen der Steuerreform könnten 2021 in Kraft treten:

Lohnsteuer wird weiter gesenkt

Die zweite Tarifstufe der Lohnsteuertabelle soll 2021 von derzeit 35 auf zukünftig nur noch 30 Prozent gesenkt werden. Das betrifft alle Einkommen zwischen 18.000 und 31.000 Euro pro Jahr. Zudem wird auch die nächste Stufe von derzeit 42 auf 40 Prozent herabgesenkt. Diese Stufe betrifft Einkommen zwischen 31.000 und 60.000 Euro pro Jahr.

Die Steuersenkung soll abermals vor allem kleine und mittlere Einkommen entlasten. Profitieren werden alle österreichischen Steuerzahler, da die Senkung die Tarifstufen der Lohn- und Einkommensteuer bis 60.000 Euro brutto pro Jahr betrifft. Die Umsetzung ist bis Ende 2022 geplant, könnte jedoch bereits 2021 erfolgen und damit vorgezogen werden.

Erhöhung des Familienbonus Plus

Der Familienbonus Plus soll bis spätestens 2022 - vermutlich aber bereits im nächsten Jahr - von maximal 1.500 Euro auf 1.750 Euro erhöht werden. Zudem soll der Kindermehrbetrag auf 350 Euro angehoben werden. Der Kreis der Bezugsberechtigten beim Kindermehrbetrag soll auf alle Erwerbstätigen ausgedehnt.

Weitere Maßnahmen

Die Flugticketabgabe soll auf einheitlich 12 Euro festgelegt werden. Die Umsetzung soll bereits 2021 in Kraft treten.

Erhöhung der Sofortabschreibungsgrenze von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) von 800 Euro auf 1.000 Euro pro Jahr. Erst 2020 wurde eine Anhebung von 400 auf 800 Euro umgesetzt. Diese Maßnahme wird jedoch sehr wahrscheinlich erst 2022 in Kraft treten.

Alle Maßnahmen wurden bereits im Ministerrat beschlossen, jedoch teilweise aufgrund der Covid-19-Krise zeitlich vorgezogen. So könnten nun auch weitere Maßnahmen, die erst 2022 in Kraft treten sollten, bereits im kommenden Jahr als Entlastung für alle Steuerzahler umgesetzt werden. An der Durchführung der beschlossenen öko-sozialen Steuerreform hält man innerhalb der Bundesregierung in jedem Fall fest.

Mehr Informationen: Steuerreform

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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
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Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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