Entlastungspaket: So bekommt man sein Geld ausgezahlt

Das Anti-Teuerungspaket der Regierung wird nun im Parlament final beschlossen. Wann welcher Bonus ausgezahlt wird und wie man konrekt an das zustehende Geld aus dem Entlastungspaket kommt, erfährt man hier auf Finanz.at.

22.06.2022, 17:04 Uhr von
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Bildquelle: Canva / Unternehmen

Im Zuge des Entlastungspakets der Regierung gegen die Teuerung werden mehrere Bonuszahlungen für unterschiedliche Personengruppen in Österreich ausgezahlt. Finanz.at hat berichtet. Dabei erhalten unter anderem Arbeitslose und Mindestpensionisten einmalig 300 Euro, Familien 180 Euro und alle, die Anspruch auf den Klimabonus haben, sogar 500 Euro in diesem Jahr.

Information

Alle Einmalzahlungen, die 2022 noch ausgezahlt werden, findet man in diesem Artikel zusammengefasst.

Aber kommt man nun an seine Bonuszahlung? Wie wird das Geld ausgezahlt und welche Anträge sind dafür notwendig?

So sieht der Fahrplan zum Teuerungsausgleich aus

Sommer 2022

Im Sommer 2022 werden die ersten Auszahlungen für besonders betroffene Gruppen erfolgen. Konkret bedeutet das im August 180 Euro pro Kind für das Familienbeihilfe bezogen wird und spätestens im September 300 Euro einmalig für Arbeitslose, Studienbeihilfe- und Sozialhilfe-Bezieher (Mindestsicherung) und Mindestpensionisten.

Für diese Auszahlungen ist kein Antrag notwendig, da die erforderlichen Informationen bereits vorliegen. Die monatlichen Auszahlungen werden automatisch um die Einmalzahlung ergänzt.

Herbst 2022

Im Oktober wird der Klimabonus erstmalig ausgezahlt. Das geschieht zeitgleich mit dem Inkrafttreten der verschobenen CO2-Steuer (CO2-Bepreisung).

Aufgrund der Teuerung wurde der Klimabonus auf 250 Euro pro Person über 18 Jahre und 125 Euro bis 18 Jahre - unabhängig des Wohnortes - erhöht. Zudem wird ein Teuerungsausgleich zeitgleich mit dem Klimabonus ausgezahlt. Dieser beträgt abermals 250 Euro und ergibt somit einen Klimabonus von 500 Euro im Oktober. Ein Antrag ist für die Auszahlung des Klimabonus nicht notwendig.

Ab 2023

Ab dem Jahr 2023 kann bei der Arbeitnehmerveranlagung - also dem Lohnsteuerausgleich - bzw. der Einkommensteuererklärung der erhöhte Familienbonus von bis zu 2.000 Euro pro Kind beantragt werden. Die Erhöhung wurde vorgezogen und sollte ab Juli eigentlich 1.750 Euro statt bisher 1.500 Euro betragen. Diese Maßnahme wurde bereits im Zuge der öko-sozialen Steuerreform beschlossen und wird nun zeitlich früher in Kraft treten.

Zugleich kann mit der Veranlagung des Jahres 2022 rückwirkend auch der Kindermehrbetrag von bis zu 550 Euro beantragt werden.

Die weiteren Maßnahmen gegen die Teuerung umfassen die Verlängerung des Wohnschirms als Schutz vor einer Delogierung, die Verlängerung des Digi-Schecks für Lehrlinge mit bis zu dreimal 500 Euro jährlich bis 2024 und die Erhöhung des Absetzbetrags für 2022 auf 500 Euro.

Betriebe können ebenso freiwillig eine Mitarbeiter-Prämie von 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei (kein SV-Beitrag) auszahlen.

Beschluss fällt im Nationalrat

Die für das Entlastungspaket vorgesehene Sondersitzung des Nationalrats findet am Donnerstag im Parlament statt. Sie ist notwendig, weil die beschriebenen Maßnahmen bis spätestens 30. Juni im Bundesgesetzblatt enthalten sein müssen.

Valorisierung der Sozialleistungen

Einzelne Sozialleistungen werden ab 2023 an die Inflation gekoppelt. Das betrifft die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, das Krankengeld, Reha- und Umschulungsgeld, die Studienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag. Der Verkehrsabsetzbetrag, der Alleinerzieherabsetzbetrag und Pensionistenabsetzbetrag werden an den Verbraucherpreisindex angepasst.

Abschaffung der kalten Progression

Die ab 2023 geplante Abschaffung der sogenannten kalten Progression - also der schleichenden Steuererhöhung - passt die Lohn- und Einkommensteuer an die Inflation an, wodurch die Kaufkraft von vorwiegend ArbeitnehmerInnen in Österreich gestärkt werden soll.

Die aktuelle Lohnsteuertabelle findet man hier auf Finanz.at.

Mehr Informationen: Inflation

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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