14.10.2020, 13:00 Uhr | von | Steuern
Steuerreform: Senkung der Lohnsteuer kommt trotz Budget-Defizit
Bildquelle: APA | Gernot Blümel

Die Budgetrede am Mittwoch im Nationalrat verspricht weitere Aufstockungen zur Corona-Hilfe. Zudem soll an der Steuerreform bis 2022 festgehalten werden.

In seiner Budgetrede für 2021 stellte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Mittwoch weitere Aufstockungen für die Corona-Hilfe in Österreich vor. Das Defizit für 2021 wird immerhin rund 21 Milliarden Euro betragen.

Bisher wurden 50 Milliarden Euro an Hilfe für Unternehmen und Privatpersonen im Zuge der Covid-19-Krise beschlossen. Davon wurden rund 24 Milliarden Euro rechtsverbindlich zugesagt. Rund 13 Milliarden Euro betreffen Haftungen - etwa für Kredite - und Steuerstundungen. Die Bundesregierung rechnet daraus mit Rückflüssen von mehreren Milliarden Euro.

Steuersenkungen kommen bis 2022

Festhalten wird man weiterhin an der Steuerreform, die ÖVP und Grüne bis 2022 geplant haben. Die ökosoziale Steuerreform wurde in kleinen Teilen bereits vorgezogen (Steuersenkung des Eingangssteuersatzes). Zudem wurden einmalige Hilfe für Familien (360 Euro Kinderbonus) und für Arbeitslose (450 Euro einmalig) geleistet. Diese schlagen sich mit 700 Millionen bzw. 400 Millionen Euro im Budget nieder. Die Steuersenkung kostet den Bund 1,6 Milliarden Euro.

Aufstockung der Corona-Hilfen

Weitere Maßnahmen, wie etwa die Senkung weiterer Stufen der Lohnsteuertabelle (35 auf 30 Prozent und 42 auf 40 Prozent) sollen jedenfalls auch trotz der Coronakrise bis 2022 erfolgen. Auch die kalte Progression soll endlich abgeschafft werden. Zudem soll auch das Arbeitsmarktbudget um weitere 2,7 Milliarden Euro aufgestockt werden, um der wachsenden Arbeitsmarktkrise gegenzusteuern. Für die Kurzarbeit werden nach den bisherigen 6,8 Milliarden Euro weitere 1,5 Milliarden Euro an Aufstockung eingeplant.

Bereits verlängert wurden die Auszahlungen aus dem Härtefallfonds bis März 2021, sowie die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie bis Ende 2021. Hier hofft man auf die Zustimmung der Europäischen Kommission.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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