07.01.2020, 10:30 Uhr | von | Steuern

Die neue Bundesregierung aus ÖVP und Grünen plant eine Steuerreform bis 2022. Darin enthalten ist auch eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer der untersten Steuerklassen.

Steuerreform: Lohnsteuersenkung bringt mehr Netto vom Brutto für alle
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Senkung der Lohn- und Einkommensteuer bringt mehr Netto vom Brutto

Die geplante Steuerreform der neuen Bundesregierung von ÖVP und Grünen sieht eine Senkung der Lohnsteuer vor. Damit sollen geringe und mittlere Einkommen und der Faktor Arbeit entlastet werden.

Die Senkung betrifft demnach die untersten drei Lohnsteuertarife. Einkommen zwischen 11.000 und 18.000 Euro zahlen künftig nur noch 20 statt der bisher 25 Prozent Einkommensteuer, zwischen 18.000 und 31.000 Euro fallen nur noch 30 statt 35 Prozent an. Von 31.000 bis 60.000 Euro wird die Stufe von 42 auf 40 Prozent gesenkt.

Mehr Netto vom Brutto

Die Lohnsteuersenkung bringt Österreichern deutlich mehr Geld im Geldbörserl. Wer etwa monatlich ein Gehalt von 1.800 Euro brutto bezieht, verdient zukünftig netto 1.421,07 Euro (aktuell 1.398,88 Euro). Das ist ein monatliches Gehaltsplus von 22,19 Euro. Pro Jahr sind das inklusive Sonderzahlungen um 266,28 Euro mehr als vorher.

Arbeitnehmer, die ein Bruttogehalt von 2.000 Euro pro Monat verdienen, profitieren von 28,58 Euro mehr netto (1.511,12 Euro statt 1.482,54 Euro), bei 2.500 Euro brutto sind es bereits 49,05 Euro.

Die Lohnsteuersenkung wirkt sich durch die Änderung der Tarifstufen auf alle Einkommen in Österreich über 11.000 Euro pro Jahr aus. Einkommen darunter bleiben weiterhin steuerfrei.

Wie hoch Ihr Gehalt nach der Lohnsteuersenkung ist, können Sie mit dem Brutto Netto Rechner für die Steuerreform 2022 errechnen.

Lohnsteuertabelle

Die neue Lohnsteuertablle soll wie folgt aussehen:

Einkommen (von) Einkommen (bis) Steuersatz (aktuell) Steuersatz (neu)
0 Euro 11.000 Euro 0 % 0 %
11.000 Euro 18.000 Euro 25 % 20 %
18.000 Euro 31.000 Euro 35 % 30 %
31.000 Euro 60.000 Euro 42 % 40 %
60.000 Euro 90.000 Euro 48 % 48 %
90.000 Euro 1.000.000 Euro 50 % 50 %
1.000.000 Euro 55 % 55 %

Wann diese Lohnsteuersenkung in Kraft treten wird ist noch nicht fixiert, die Maßnahme soll jedoch in den nächsten beiden Jahren umgesetzt werden.

Auch der Spitzensteuersatz von 55 Prozent auf Einkommen über einer Million Euro pro Jahr dürfte im nächsten Jahr wegfallen. 2016 wurde dieser Tarif als Sonderregelung befristet bis 2020 eingeführt. Im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen ist bisher keine Verlängerung der Frist vorgesehen.

Die Senkung der Lohnsteuer wurde bereits von der ehemaligen Bundesregierung von ÖVP und FPÖ im Zuge der Steuerreform beschlossen, jedoch vor Ende der Koalition nicht mehr umgesetzt. Die neue türkis-grüne Koalition möchte diesen Teil der Reform nun fortführen.

Abschaffung der kalten Progression fraglich

Die Abschaffung der kalten Progression ist weiterhin fraglich. Sie könnte im Rahmen der Evaluierung der Steuerreform durch die dafür eingesetzte Taskforce eingeplant werden. Solle sie nicht abgeschafft werden, würde die reale Lohnerhöhung aufgrund der Steuersenkung weniger hoch ausfallen - wenn es denn überhaupt zu einer realen Erhöhung kommt.

Weitere Entlastung für Familien

Zusätzlich zur Lohnsteuersenkung wird auch der Familienbonus von 1.500 Euro pro Jahr auf 1.750 Euro erhöht. Damit erhalten Familien mit Kindern eine noch höhere Steuerbefreiung als bisher.

Was in der geplanten Steuerreform zusätzlich geplant ist, hat Finanz.at bereits berichtet.

Mehr Informationen: Steuerreform

aktualisiert: 08.01.2020, 14:49 Uhr
Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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