08.01.2020, 06:30 Uhr | von | Steuern

Die türkis-grüne Bundesregierung plant diverse Maßnahmen zur Entlastung von Familien mit Kindern. ÖVP und Grüne wollen Familien nicht nur steuerlich entlasten, sondern auch die Kinderbetreuung, Väterkarenz, das Kinderbetreuungsgeld und die Familienbeihilfe neu regeln und verbessern.

So profitieren Familien von der geplanten Steuerreform
Bildquelle: Finanz.at | Familie mit Kind

Die geplante Steuerreform der türkis-grünen Bundesregierung sieht laut Regierungsprogramm diverse Vorteile und Entlastungen für Familien und Kinder vor. Neben der Senkung der Lohn- und Einkommensteuer soll Familien auch von einem höheren Familienbonus und der Vereinfachung von Beantragungen und Bürokratie profitieren.

Familienbonus wird erhöht

Der Familienbonus wird von 1.500 Euro maximal pro Jahr auf 1.750 Euro erhöht. Das bedeutet, dass Familien mit Kindern je Einkommen pro Kind unter 18 Jahren zukünftig 1.750 Euro Steuerfreibetrag jährlich erhalten können.

Zudem wird der Kindermehrbetrag für Alleinerzieher und Alleinverdiener von 250 Euro auf 350 Euro pro Jahr erhöht.

Der Familienbonus Plus kann nach Einführung am 01. Januar 2019 seit Anfang des Jahres 2020 erstmalig rückwirkend mit Formular E30 beim Finanzamt beansprucht werden – sofern er nicht bereits direkt über die Lohnverrechnung beantragt wurde. Um Anspruch auf den Familienbonus zu haben, muss für das Kind im entsprechenden Jahr für mindestens sechs Monate aktiv Familienbeihilfe bezogen worden sein.

Zuverdienstgrenze bei Familienbeihilfe wird neu geregelt

Die Zuverdienstgrenze für Studierende während aktivem Bezug der Familienbeihilfe wird erhöht. Derzeit müssen rund 60 Prozent der Studierenden neben dem Studium arbeiten. Die Zuverdienstgrenze soll daher im Zuge der Steuerreform auf 15.000 Euro pro Jahr statt der bisherigen 10.000 Euro angehoben werden.

Studierende können damit zusätzlich zum Bezug der Familienbeihilfe deutlich mehr verdienen, als es bisher der Fall war.

Papamonat und Kinderbetreuungsgeld

Auch die Beantragung des Kinderbetreuungsgeldes und des Papamonat sollen neu geregelt und damit vereinfacht werden. Damit soll auch für die seit 2019 mit gesetzlich verankertem Anspruch eingeführte Väterkarenz bürokratisch vereinfacht und bessere Vereinbarkeiten gewährleistet werden.

Kinderbetreuung ausbauen

Im vergangenen Jahr besuchten mehr als die Hälfte der Zweijährigen in Österreich einen Kindergarten zur Kinderbetreuung. Die neue Bundesregierung möchte nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Kinderbetreuung in Kindergärten deutlich verbessern. Ziel sollen flexiblere Öffnungszeiten und eine ausgebaute Nachmittagsbetreuung sein.

Ein gesetzlich-verpflichtendes zweiten Kindergartenjahr soll im Laufe der Legislaturperiode ebenfalls umgesetzt werden. Um genügend Betreuungspersonal sicherstellen zu können, ist eine Aufwertung des Berufs der Kindergartenpädagogik geplant.

Senkung der Lohn- und Einkommensteuer für unterste Steuerklassen

Die untersten Steuerklassen der Lohnsteuertabelle sollen von 25, 35 und 42 Prozent auf 20, 30 und 40 Prozent gesenkt werden. Dadurch werden alle Einkommen – vor allem aber geringe und mittlere Einkommen – steuerlich begünstigt.

Laut Grünen-Chef Werner Kogler wolle man mit den Neuregelungen und Änderungen im Zuge der geplanten Steuerreform Alleinerzieher und Familien entlasten und Kinderarmut in Österreich besser bekämpfen.

Mehr Informationen: Steuerreform

Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Steuern, Finanzen, Wirtschaft und Börse
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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