Wegen zu hohem Budgetdefizit: Neue Steuern & weiteres Sparpaket möglich

Das Budgetdefizit ist weiterhin viel zu hoch - und steigt wohl weiter an. Die Regierung wird darüber beraten, ob es ein neues Sparpaket geben wird. Dabei sind auch neue Steuern bzw. die Wiedereinführung der kalten Progression ein Thema. Alle Details dazu findet man hier auf Finanz.at.

07.01.2026, 13:35 Uhr von
Inflation
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Inflation

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Bereits vor einigen Wochen wurde die erneute Einführung der kalten Progression zur Sanierung des Budgetdefizits ins Spiel gebracht. Diese "schleichende Steuererhöhung" wurde erstmals im Jahr 2023 durch die Anhebung der Grenzwerte der Lohn- und Einkommensteuer an die rollierende Inflation teilweise abgeschafft. Seither erfolgt diese Anpassung jährlich. Für das heurige Jahr wurde sie bereits um ein Drittel reduziert.

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) stellte in der ORF-ZIB2 am Dienstag klar, dass er sich eine Wiedereinführung durchaus vorstellen könne - etwa im Abtausch mit der Einführung von Vermögenssteuern. Letztere werden etwa in Form einer Erbschaftssteuer von der SPÖ seit Jahren gefordert - finden sich jedoch nicht im Regierungsprogramm, weshalb diese Maßnahme bislang kein Thema der Verhandlungen mit den Koalitionspartnern gebildet hat. Das bekräftigte im Vorjahr auch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).

Die Steuertabelle seit 01. Januar 2026 bringt für viele ArbeitnehmerInnen bzw. Einkommensbezieher erneut eine leichte steuerliche Entlastung. Finanz.at hat berichtet. Angesichts der immer noch hohen Inflation von zuletzt 3,8 Prozent im Dezember 2025 liegt sie jedoch deutlich zu gering, um sie merklich im Haushaltsbudget zu spüren.

Lohnsteuertabelle 2026:

Einkommen (2026) Einkommen (2025) Steuersatz (2026) Steuersatz (2025)
bis 13.539 Euro bis 13.308 Euro 0 % 0 %
bis 21.992 Euro bis 21.617 Euro 20 % 20 %
bis 36.458 Euro bis 35.836 Euro 30 % 30 %
bis 70.365 Euro bis 69.166 Euro 40 % 40 %
bis 104.859 Euro bis 103.072 Euro 48 % 48 %
bis 1.000.000 Euro bis 1.000.000 Euro 50 % 50 %
ab 1.000.000 Euro ab 1.000.000 Euro 55 % 55 %
Grundlage der Prognose: Erhöhung aller Tarifstufen bis zur höchsten Stufe um 1,75 %.

Auch viele steuerliche Absetzbeträge wurden mit 01. Januar erhöht. Finanz.at hat berichtet. Der neue Brutto-Netto-Rechner zeigt, wie hoch das Netto- Gehalt ab 2026 ansteigen wird. Zudem kann auch eine Gehaltserhöhung bereits einkalkuliert werden.

Nur bei sozialer Staffelung und Vermögenssteuern für SPÖ denkbar

Die Wiedereinführung der kalten Progression zur Budgetsanierung müsse laut Babler jedenfalls so gestaltet sein, dass die unteren und mittleren Einkommensschichten mehr entlastet werden als Besserverdiener. Ob darüber mit ÖVP und NEOS, die sich bisland auch gegen Vermögenssteuern zur Wehr gesetzt haben, konkret verhandelt werden wird, lies Babler offen.

Fiskalrat warnt vor Wiedereinführung

Fiskalratspräsident Christoph Badelt äußerte sich im ORF ebenfalls zur aktuellen Budgetsituation und zur kalten Progression als Sparmaßnahme. Er warnt jedoch davor, einzig auf neue Steuereinnahmen zu setzen. "Zu glauben, man werde die Budgetschwierigkeiten dadurch lösen, dass man immer mehr Steuern einnimmt, treibt Österreich aus der Wettbewerbsfähigkeit hinaus", so Badelt am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal.

Bis 2028 errechnet der Fiskalrat einen Konsolidierungsbedarf von 8,9 Milliarden Euro. Das sei wesentlich mehr, als derzeit geplant. Zum Ende der Legislaturperiode sei man laut Badelt demnach "weit weg" vom geplanten Defizit von drei Prozent.

Neues Sparpaket nicht ausgeschlossen

Auch zu einem neuen Sparpaket aufgrund des wachsenden Defizits von zuletzt fast fünf Milliarden Euro wollte sich Vizekanzler Babler nicht äußern. Er verweist auf die kommende Regierungsklausur in der auch über ein Strompreispaket für die Industrie verhandelt werden soll.

Zuletzt hatte auch Finanzminister Marterbauer ein weiteres Sparpaket nicht ausgeschlossen. Man sei laut Angaben der Regierung jedoch auf Kurs.

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Mehr Informationen: Kalte Progression

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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