Neuer EU-Plan: Euro wird digital - Das soll mit dem Bargeld passieren

Die Einführung des digitalen Euro ist einen wichtigen Schritt näher gerückt. Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments hat dem geplanten Rechtsrahmen zugestimmt. Damit kann das Gesetzgebungsverfahren weitergehen, eine endgültige Einführung der neuen digitalen Währung ist allerdings noch nicht beschlossen. Wie es mit dem Bargeld weitergehen wird und weitere Details findet man hier auf Finanz.at.

26.06.2026, 07:00 Uhr von
Euro
Bildquelle: Finanz.at / Euro

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Mit 43 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss für den Vorschlag aus. Sollte das Europäische Parlament Anfang Juli keinen Einspruch erheben, können die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten beginnen. Ab 2027 treten bereits für viele neue EU-weite Regelungen zu Barzahlungen in Kraft. Finanz.at hat berichtet.

Digitale Ergänzung zum Bargeld

Der digitale Euro soll künftig als zusätzliche staatliche Zahlungsmöglichkeit dienen. Bürgerinnen und Bürger könnten damit online einkaufen, im Geschäft bezahlen oder Geld direkt an andere Personen überweisen.

Nach Angaben der EU soll der digitale Euro das Bargeld ausdrücklich ergänzen und nicht ersetzen. Gleichzeitig soll im Gesetz eine Annahmepflicht für Bargeld verankert werden, sodass Euro-Banknoten und Münzen weiterhin als Zahlungsmittel erhalten bleiben.

Weniger Abhängigkeit von US-Anbietern

Mit dem Projekt verfolgt die EU auch wirtschaftliche Ziele. Der europäische Zahlungsverkehr wird derzeit von internationalen Anbietern wie Visa, Mastercard oder PayPal dominiert. Der digitale Euro soll eine europäische Alternative schaffen und die Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr stärken.

Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Zahlungen künftig auch offline möglich sein sollen. Dadurch könnte der digitale Euro selbst ohne Internetverbindung genutzt werden.

Datenschutz soll besonders geschützt werden

Ein zentrales Thema bei der Entwicklung ist der Datenschutz. Nach den Plänen der EU sollen moderne Verschlüsselungs- und Sicherheitstechnologien eingesetzt werden, damit Zahlungen überprüft werden können, ohne dabei unnötig persönliche Daten offenzulegen.

Personenbezogene Informationen sollen nur verarbeitet werden, wenn dies für den Betrieb des Zahlungssystems erforderlich ist.

Kritik am digitalen Euro

Kritik kommt unter anderem von der FPÖ. Der Europaabgeordnete Roman Haider warnt vor einer möglichen Einschränkung des Bargelds und sieht Risiken für den Datenschutz. Aus seiner Sicht funktioniere der bestehende Zahlungsverkehr bereits ausreichend gut.

Befürworter widersprechen dieser Darstellung. Sie betonen, dass der digitale Euro Bargeld nicht ersetzen, sondern lediglich als zusätzliche Zahlungsmöglichkeit eingeführt werden soll. Zudem verweisen sie auf die geplanten Datenschutzvorgaben sowie die gesetzliche Absicherung der Bargeldannahme.

Bis der digitale Euro tatsächlich eingeführt wird, sind jedoch noch mehrere politische Entscheidungen auf europäischer Ebene erforderlich. Einen konkreten Starttermin gibt es derzeit noch nicht.

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Mehr Informationen: Europäische Zentralbank

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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