Beim Steuerausgleich holt man sich heuer durchschnittlich mehr als 1.000 € zurück. Mit der neuen App gelingt das in wenigen Minuten. Jetzt App herunterladen!
Das Budgetdefizit in Österreich ist weiterhin zu hoch. Bis 2028 wird ein Konsolidierungsbedarf von 8,9 Milliarden Euro berechnet. Das Defizit wächst auf zuletzt fast fünf Milliarden Euro an. Ein neues Sparpaket trotz weiterhin hoher Inflation von 3,8 Prozent im Dezember 2025 scheint daher als immer wahrscheinlicher.
Der Fiskalrat, allen voran Präsident Christoph Badelt, haben dazu kürzlich eine Liste an steuerlichen Änderungen bzw. Kürzungen veröffentlicht und ihre voraussichtlichen Einsparungen berechnet. Diese sollten Teil der Überlegungen zu einem neuen Sparpakets zur Budget-Konsolidierung sein. Eine Wiedereinführung der kalten Progression, die erst 2023 teilweise abgeschafft wurde, hält man jedoch nicht für zielführend - sie brächte jedoch immerhin satte 1,7 Milliarden Euro jährlich an Steuereinnahmen. "Zu glauben, man werde die Budgetschwierigkeiten dadurch lösen, dass man immer mehr Steuern einnimmt, treibt Österreich aus der Wettbewerbsfähigkeit hinaus", erklärte Badelt dazu jedoch bereits vergangene Woche im Ö1-Morgenjournal.
Zuletzt hatte Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) auch die Wiedereinführung der kalten Progression - also der schleichenden Steuererhöhung - im Abtausch gegen Vermögenssteuern ernut ins Spiel gebracht. Finanz.at hat berichtet.
Aus für Familienbonus soll 2,3 Milliarden Euro bringen
Besonders hohes Sparpotenzial sieht der Fiskalrat jedoch u.a. bei der Abschaffung des Familienbonus. Diese Maßnahme könnte bis zu 2,3 Milliarden Euro pro Jahr bringen. Sie käme ohnehin vor allem Besserverdienern zugute.
Für das heurige Kalenderjahr gilt - wie auch schon 2025 - eine Höhe von bis zu 2.000,16 Euro jährlich bzw. 166,68 Euro pro Monat als steuerliche Entlastung. Diese kann rückwirkend beim Lohnsteuerausgleich bzw. der Veranlagung des Vorjahres oder unterjährig bei der Lohnverrechnung geltend gemacht werden.
Seit Jahresbeginn kann der Steuerausgleich für das Jahr 2025 durchgeführt werden. Auch heuer winken im Durchschnitt wieder mehr als 1.000 Euro an Rückerstattung durch das Finanzamt, wie Finanz.at berichtet hat.
Regelpensionsalter soll erhöht werden
Die Anhebung des Regelpensionsalters von 65 auf 66 Jahre ab Mitte der 2030er Jahre würde das höchste Potenzial bieten. Es soll bis zu 2,5 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen - jedoch erst frühestens in vier Jahren. Zudem könnte die Rücknahme von "ausgabenerhöhenden Maßnahmen im Pensionsbereich seit 2019" ebenfalls weitere 1,7 Milliarden Euro bringen. Dazu zählen unter anderem geringere Pensionserhöhungen oder die Wiedereinführung einer Wartefrist auf die erste Pensionsanhebung.
2,1 Milliarden Euro durch Dieselprivileg und Pendlerpauschale
Auch das Aus für die "Mineralölsteuervergünstigung für Diesel" - also das sogenannte "Dieselprivileg" -, der steuerlichen Absetzbarkeit für Dienstautos und die Abschaffung der Pendlerpauschale sollen enormes Einsparungspotenzial bieten. Laut Fiskalrat liegt der Betrag pro Jahr bei rund 2,1 Milliarden Euro.
Neue Steuern bringen 800 Millionen Euro
Zu neuen Belastungen äußert sich der Fiskalrat in seinen Vorschlägen an die Bundesregierung - insbesondere den Finanzminister - ebenfalls. So soll etwa eine neue Erbschaftssteuer bis zu 800 Millionen Euro pro Jahr einbringen - also einen Bruchteil der von u.a. SPÖ vorgerechneten Beträge. Diese Maßnahme findet sich zwar nicht im Regierungsprogramm, da sich NEOS und ÖVP vehement dagegen wehren. Sie könnte jedoch in dem von Babler angesprochenen Abtausch erneut Spielball von Verhandlungen zu einem neuen Sparpaket werden.
Auch die Verdoppelung der Grundsteuer würde mit rund 800 Millionen Euro neue Einnahmen für die Gemeinden bringen, um das Budget zu entlasten.
Ob und wann es ein neues Sparpaket geben wird, ist noch unklar - derzeit sehen die Prognosen jedoch kaum Alternativen dazu. Welche Maßnahmen am Ende tatsächlich in einem Sparpaket kommen werden, ist daher ebenfalls noch offen. An neuen Milliarden-Einsparungen wird man jedoch nicht mehr vorbeikommen.
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