Neue Zahlen für 2026: Steuern & Abgaben steigen wieder deutlich

Die Abgabenquote steigt in Österreich wieder an. Im EU-Vergleich belegt Österreich damit den vierten Platz der Länder mit den höchsten Abgaben. Alle Details dazu findet man hier auf Finanz.at.

11.07.2026, 07:30 Uhr von
Inflation
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Inflation

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Österreich gehört bei den Abgaben auf Arbeit weiterhin zur absoluten Spitze – und das ist kein gutes Zeichen. Laut aktueller Studie der OECD liegt die Belastung auf Löhne hierzulande auf dem vierthöchsten Niveau aller Industrieländer.

Nur Belgien, Deutschland und Frankreich greifen noch stärker zu. Österreich kommt auf eine sogenannte Abgabenquote von 47,1 Prozent der gesamten Lohnkosten. Das heißt: Von 100 Euro, die ein Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer ausgibt, landen weniger als 53 Euro tatsächlich beim Beschäftigten.

Der Hauptgrund liegt nicht bei der klassischen Lohnsteuer – die ist im internationalen Vergleich sogar eher durchschnittlich. Das Problem sind die Sozialabgaben und die sogenannten Lohnnebenkosten. Arbeitnehmer zahlen einen relativ hohen Anteil in die Sozialversicherung, gleichzeitig sind auch die Abgaben für Arbeitgeber deutlich höher als im OECD-Schnitt. Genau diese Kombination macht Arbeit in Österreich teuer.

Belastung steigt im Vorjahresvergleich

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Belastung sogar leicht gestiegen. Auslöser dafür ist unter anderem das Aus des Klimabonus, der zuvor einen Teil der Belastung ausgeglichen hat. Ohne diesen Effekt bleibt netto weniger übrig.

Für Arbeitnehmer bedeutet das konkret: Ein durchschnittlicher Alleinstehender ohne Kinder gibt rund 32,5 Prozent seines Bruttogehalts direkt für Steuern und Sozialabgaben ab. Im OECD-Durchschnitt sind es nur gut 25 Prozent. Der Unterschied ist also erheblich.

Stärkere Entlastung für Familien

Etwas besser sieht es für Familien aus. Das österreichische System entlastet Haushalte mit Kindern stärker als viele andere Länder. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt deutlich weniger Abgaben als ein Single-Haushalt, vor allem durch Leistungen wie Familienbeihilfe und steuerliche Vorteile. Trotzdem ist auch hier die Gesamtbelastung im internationalen Vergleich nicht niedrig.

Die wirtschaftliche Konsequenz ist klar: Hohe Abgaben verteuern Arbeit. Das betrifft nicht nur Arbeitnehmer, die weniger netto bekommen, sondern auch Unternehmen, für die Beschäftigung teurer wird. Genau deshalb wird das Thema aktuell auch politisch diskutiert. Vorschläge reichen von einer Senkung der Lohnnebenkosten bis hin zu strukturellen Reformen im Steuersystem.

Unterm Strich zeigt die Studie vor allem eines: Das Problem ist seit Jahren bekannt, hat sich aber kaum verbessert. Arbeit bleibt in Österreich hoch belastet – und das bremst sowohl Beschäftigung als auch Kaufkraft.

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aktualisiert: 11.07.2026, 07:30 Uhr
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Mehr Informationen: Lohnsteuer

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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