Bitcoins und andere Kryptowährungen unterliegen steuerlich bestimmten Regelungen. Bei der Veranlagung von Bitcoins fallen etwa bis zu 27,5 Prozent Steuern an.

28.12.2020, 11:35 Uhr | von | Steuern
Bitcoin auf Rekordhoch - Diese Steuern fallen auf Kryptowährungen in Österreich an
Bildquelle: Finanz.at (Montage) | Kursentwicklung und -Prognose für Bitcoins

Der Bitcoin erlebt seit einigen Wochen einen erneuten Höhenflug und erreichte am Sonntag seinen Allzeitrekord von über 22.700 Euro (27.750 US-Dollar). So werden Bitcoins und anderen Kryptowährungen steuerlich behandelt:

So werden Bitcoins und Co korrekt versteuert

"Die ertragsteuerliche Behandlung von Krypto-Assets im Privatvermögen ist davon abhängig, ob diese zinstragend veranlagt werden. Liegt eine zinstragende Veranlagung vor, stellen die Krypto-Assets Wirtschaftsgüter iSd § 27 Abs. 3 EStG dar", heißt es auf der Website des Bundesministerium für Finanzen.

Sowohl Zinsen, als auch realisierte Wertsteigerungen unterliegen dann dem Sondersteuersatz gemäß § 27a Abs. 1 EStG iHv mit 27,5 Prozent (Kapitalertragsteuer). Werden die Einkünfte aus dem Verkauf von Kryptowährungen unter § 27 Abs. 3 EStG subsumiert, ist hingegen der gleitende Durchschnittspreis anzusetzen.

Das BMF erklärt weiter, dass eine nicht-zinstragende Veranlagung, Veräußerung oder ein Umtausch von Bitcoins oder anderen Krypto-Assets als Spekulationsgeschäft nur dann steuerrelevant ist, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung zeitlich weniger als ein Jahr liegt.

Umtausch von Euro in Bitcoins

Laut EuGH-Urteil ist der Umtausch von gesetzlichen Zahlungsmitteln, wie Euro oder US-Dollar, zu Bitcoins und umgekehrt eine "steuerfreie Tätigkeit" und unterliegt damit nicht der Umsatzsteuer.

Die Bezahlung von Lieferungen oder Leistungen mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen unterliegt hingegen denselben steuerlichen Regelungen, wie die Bezahlung mit gesetzlichen Zahlungsmitteln.

Kursentwicklung 2020

Der Höhenflug der Digitalwährung Bitcoin setzt sich fort. Am Samstag stieg der Kurs der ältesten und bekanntesten Kryptowährung erstmals über die runde Marke von 25.000 US-Dollar (20.503,57 Euro). Auf der größten österreichischen Handelsplattform Bitpanda kletterte der Kurs am Sonntag auf ein Rekordhoch von 22.777 Euro. Auf anderen Handelsplätzen, von denen es zahlreiche gibt, können die Rekordstände abweichen, da es keinen zentralen Bitcoin-Handel gibt.

Am Montag ist der Kurs zu Tagesbeginn auf 21.448 Euro leicht gesunken, im Laufe des Vormittags jedoch wieder angestiegen.

Der Höhenflug des Bitcoin in diesem Jahr ist atemberaubend. Gestartet zu Jahresbeginn mit etwa 8.000 Dollar, fiel der Kurs während der ersten Corona-Welle im Frühjahr zunächst auf weniger als 4.000 Dollar. Danach begann ein langsamer Anstieg, der sich im Herbst stark beschleunigte. Allein seit Mitte Oktober hat sich der Wert des Bitcoin mehr als verdoppelt. Der Bitcoin ist mit einem Marktanteil von fast 70 Prozent die mit Abstand größte Digitalwährung.

PayPal und Corona-Pandemie treiben Krypto-Preise

Begründet wird der heurige Kursanstieg des Bitcoin mit mehreren Entwicklungen. Als entscheidend gilt, dass das Thema Digitalwährungen wieder stärker in den Fokus von Anlegern gerückt ist. Dies ist nicht zuletzt eine Folge eines Vorstoßes des großen Bezahldienstes Paypal, der seinen Kunden die Bezahlung in Digitalwährungen wie Bitcoin ermöglichen will.

Beflügelt wird der Bitcoin auch dadurch, dass sich immer mehr professionelle Anleger für Kryptowährungen interessieren. Das Interesse von Profi-Anlegern gilt häufig als längerfristig, was den sehr schwankungsanfälligen Bitcoin-Kurs verstetigen könnte.

Gesteigert wird das Interesse an Digitalwährungen auch durch die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehende stark steigende Staatsverschuldung. Einige Anleger fürchten deswegen eine mittel- bis längerfristig steigende Inflation, wogegen sie sich mit alternativen Anlagen absichern wollen.

(APA / Redaktion)

Mehr Informationen: Bitcoins

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Experte für Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
Redaktion | Kontakt | Twitter: @DanielHerndler | Salzburg
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.

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