Sommerpaket gegen Teuerung: Neuer Bonus für Arbeitslose und Familien geplant

Regierung und Sozialpartner verhandeln über ein "Sommerpaket", das auch Einmalzahlungen für Bezieher von Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe und anderen Sozialleistungen vorsieht. Dieser Bonus soll einkommensschwachen Menschen im Kampf gegen die anhaltende Teuerung helfen.

10.06.2022, 09:01 Uhr von
Geldscheine
Bildquelle: Canva / Geldscheine

Video: Anti-Teuerungspaket 2022

Diese Einmalzahlungen und Entlastungen werden 2022 im Rahmen des Anti-Teuerungspakets noch ausgezahlt.

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Die Spritpreise steigen erneut über zwei Euro pro Liter, die Fernwärme in Wien steigt um 92 Prozent, Lebensmittel und Energie sind so teuer wie lange nicht mehr und der Strompreis steigt um satte 226 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Teuerung beherrscht weiterhin den Alltag der Menschen in Österreich. Einkommensschwache Haushalte sind besonders stark von den steigenden Preisen betroffen.

Anti-Teuerungspaket

Erst am Montag verkündete die Bundesregierung die neuen Maßnahmen des Anti-Teuerungspakets. Diese beinhalten eine Verschiebung der CO2-Steuer auf Oktober. Benzin und Diesel würden dadurch zusätzlich um bis zu 9 Cent pro Liter teurer werden. Zudem wird der Klimabonus einmalig für alle um 250 Euro erhöht und antragslos ebenfalls im Oktober ausgezahlt.

Klimabonus Österreich 2022
Klimabonus 2022

Sommerpaket soll mit "Cash auf die Hand" entlasten

Regierung und Sozialpartner sollen aktuell an einem "Sommerpaket" gegen die Teuerung arbeiten. Dieses Hilfspaket soll Maßnahmen enthalten, die rasch helfen und noch im Juni beschlossen werden sollen.

"Wir wünschen uns ein Sommerpaket, das jetzt, zum Beginn des Sommers, von der Regierung geschnürt wird. Das muss kurzfristige Komponenten beinhalten, die sofort wirken – also cash on hand im wahrsten Sinne des Wortes", so WKO-Präsident Harald Mahrer gegenüber der Tageszeitung Heute.

Bonus für einkommensschwache Haushalte geplant

Hinter den Kullisen soll derweil über einen Bonus für Empfänger von Sozialleistungen verhandelt werden. Bereits im Zuge des Anti-Teuerungspakets habe man eine Erhöhung der Sozialleistungen durch eine Indexierung an die Inflation ins Gespräch gebracht.

Zu den Sozialleistungen zählen unter anderem das Arbeitslosengeld, Mindestsicherung bzw. Notstandshilfe, die Familienbeihilfe, Krankengeld und Pflegegeld, sowie Karenz- bzw. Kinderbetreuungsgeld.

Das würde also bedeuten, dass etwa Bezieher von Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe mehr Geld als Entlastung gegen die steigenden Preise erhalten würden. Nun könnte statt der Indexierung eine einmalige Bonuszahlung im Sommer kommen. Bereits im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise konnten sich Arbeitslosengeld-Bezieher über insgesamt 900 Euro als Einmalzahlungen freuen.

Der Beschluss für diese Maßnahmen soll laut Mahrer noch im Juni erfolgen. Wird man sich über die vorliegenden Entlastungen einig, müssten die Auszahlungen der Boni jedoch rasch erfolgen. Dass der Klimabonus etwa erst im Oktober ausbezahlt wird, stößt vielen Kritikern sauer auf, da die Spritpreise bereits jetzt für viele nur noch schwer leistbar sind.

Mehr Informationen: Inflation

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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