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Ab 2026 werden in Wien zahlreiche städtische Gebühren teurer. Die Stadt plant ein umfassendes Anpassungspaket, das laut Kurier ab Frühjahr 2026 greifen und zusätzliche Einnahmen von mindestens 65,5 Millionen Euro pro Jahr bringen soll. Das Maßnahmenpaket umfasst rund 300 Gebühren- und Abgabenposten – von Verwaltungsgebühren über Anschlusskosten bis hin zu Abgaben für Straßennutzung.
Deutliche Erhöhung bei Hundesteuer
Besonders spürbar wird die Anpassung für Hundebesitzer. Die jährliche Abgabe für den ersten Hund steigt von bisher 72,67 Euro auf 120 Euro. Für jeden weiteren Hund werden künftig 160 Euro fällig. Ab 2027 ist ein einheitlicher Tarif von 120 Euro für jeden Hund vorgesehen. Für Listenhunde gelten weiterhin höhere Sätze. Ausnahmen sind für Tierheim-Hunde sowie für Halterinnen und Halter mit geringem Einkommen vorgesehen.
Parkgebühren steigen ebenfalls an
Wie bereits berichtet, werden auch die Parkgebühren in Wien ab 2026 erhöht. Mit 01. Januar hebt die Stadt sowohl die Tarife in den Kurzparkzonen als auch das Anrainer-Parkpickerl und mehrere weitere Gebühren an. Ziel ist es laut Rathaus, die Einnahmen zu erhöhen und die Kostenentwicklung im Verkehrssystem abzubilden.
Die Gebühren für das Kurzparken steigen in allen Zeitstufen kräftig an. Beispiele:
- 30 Minuten: 1,70 Euro (statt 1,30 Euro)
- 60 Minuten, blaue Zone: 3,40 Euro (statt 2,60 Euro)
- 120 Minuten, gelbe Zone: 6,80 Euro (statt 5,20 Euro)
Damit verteuert sich vor allem das längere Parken im Straßenraum spürbar. Auch Bewohnerinnen und Bewohner, die ein Anrainer-Parkpickerl benötigen, müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Monatsbetrag steigt von bisher 10 Euro auf 13 Euro, was einer Erhöhung um 30 Prozent entspricht. Die Jahreskosten erhöhen sich damit von 120 auf rund 156 Euro.
Neben den Parkgebühren steigen auch andere städtische Tarife, etwa für Park-&-Ride-Anlagen (24-Stunden-Ticket) sowie Angebote der Wiener Linien. Zusammen sorgt das Paket dafür, dass das Parken – und generell die Mobilität – in der Stadt ab 2026 teurer wird.
Höhere Abgaben für Straßenverkäufe
Auch Personen, die im öffentlichen Raum historische Kostüme tragen und etwa Konzertkarten an Touristinnen und Touristen verkaufen, müssen deutlich mehr zahlen. Die Monatsgebühr erhöht sich hier von 170 auf knapp 350 Euro. Die Stadt begründet das mit höheren Kosten für Verwaltung und Kontrolle.
Wettterminals und Sportförderungsbeitrag steigen
Die Wettbranche ist ebenfalls betroffen: Die Abgabe für Wettterminals erhöht sich um 50 Prozent – von 350 auf 525 Euro pro Gerät. Der Sportförderungsbeitrag, der beim Ticketverkauf im Veranstaltungsbereich eingehoben wird, steigt von 10 auf künftig 12,5 Prozent.
Automatische Anpassung an die Inflation
Neu ist zudem, dass zahlreiche Gebühren künftig automatisch valorisiert werden können. Sie steigen damit regelmäßig entsprechend der Inflation, ohne dass für jede Anpassung ein eigener politischer Beschluss notwendig ist. Das Rathaus argumentiert, die Valorisierung schaffe mehr Planungssicherheit und verhindere große Sprünge bei künftigen Anpassungen.
Ziel: Konsolidierung des Stadtbudgets
Die Stadtführung verweist darauf, dass die Erhöhungen „punktuell und sachlich begründet“ seien und soziale Ausnahmen bestehen bleiben. Hintergrund ist der steigende Druck auf das Stadtbudget: Wien muss 2026 stark sparen und nimmt dafür mehr als zwei Milliarden Euro in die Hand. Die höheren Gebühren sollen einen Teil der notwendigen Konsolidierung sicherstellen.

