Ab 2027: Neue Kürzung bei Familienleistungen bringt Hunderte Euro Verlust

Familien drohen in den kommenden Jahren spürbare finanzielle Verluste, weil die Regierung die automatische Anpassung mehrerer Familienleistungen an die Inflation weiter aussetzt. Betroffen sind unter anderem Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag und Schulstartgeld. Alle Details zu den geplanten Maßnahmen findet man hier auf Finanz.at.

14.05.2026, 07:30 Uhr von
Sozialleistungen für Familien
Bildquelle: Finanz.at / Sozialleistungen für Familien

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Das Momentum Institut hat ausgerechnet, was das konkret bedeutet. Eine Familie mit zwei Kindern verliert demnach 2027 rund 302 Euro und 2028 bereits 425 Euro gegenüber einer inflationsangepassten Auszahlung. Bei drei Kindern summiert sich der Verlust auf bis zu 668 Euro bis 2028, bei vier Kindern sogar auf fast 920 Euro. Finanz.at hat bereits im Vorjahr zuerst berichtet.

Auch Familien mit nur einem Kind bleiben nicht verschont. Bei einem Kind zwischen zehn und 18 Jahren fehlen laut Berechnung bis 2028 insgesamt mehr als 200 Euro.

Der Grund ist simpel: Die Leistungen bleiben nominell gleich, während Preise weiter steigen. Real bleibt Familien dadurch weniger Kaufkraft übrig. Genau deshalb spricht Momentum-Ökonomin Sophie Achleitner von einer „sozialpolitisch rückwärtsgewandten“ Maßnahme.

Besonders stark betroffen seien Frauen. Das liege vor allem daran, dass Leistungen wie das Kinderbetreuungsgeld fast ausschließlich von Frauen bezogen werden. Gleichzeitig arbeiten Mütter in Österreich extrem häufig Teilzeit. Laut Eurostat liegt die Teilzeitquote von Müttern hierzulande bei 69 Prozent – EU-Spitzenwert.

Geplante Änderungen bei Familienbonus

Zusätzliche Kritik gibt es an den geplanten Änderungen beim Familienbonus. Die Regierung will diesen künftig stärker an Erwerbstätigkeit koppeln. Familien mit kleinen Kindern unter vier Jahren und Haushalte, in denen beide Eltern arbeiten, sollen zwar geschont werden. Trotzdem sehen Kritiker darin ein Problem.

Der Vorwurf lautet: Der Staat verlange mehr Erwerbsarbeit von Eltern, schaffe aber gleichzeitig zu wenige Kinderbetreuungsplätze. Gerade in vielen Regionen fehlen ganztägige und leistbare Betreuungsangebote, die mit Vollzeitjobs vereinbar wären.

Damit entsteht aus Sicht der Kritiker ein Widerspruch: Familien sollen mehr arbeiten, bekommen real aber weniger Unterstützung und haben oft gar nicht die notwendige Infrastruktur dafür. Besonders für Mütter könne das den Druck weiter erhöhen, dauerhaft in Teilzeit zu bleiben – mit entsprechenden Folgen für Einkommen, Karriere und spätere Pensionen.

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aktualisiert: 14.05.2026, 07:30 Uhr
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Mehr Informationen: Familienbeihilfe

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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