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Die Entscheidung der Bundesregierung, die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag aufgrund der notwendigen Sparmaßnahmen zur Budgetsanierung in den kommenden beiden Jahren nicht an die Inflation anzupassen, sorgt seit Monaten für Kritik. Obwohl die Beträge auf dem Papier gleich bleiben, bedeutet die Maßnahme für viele Familien de facto eine deutliche finanzielle Einbuße. In Zeiten, in denen die Lebenshaltungskosten weiter steigen, verlieren die staatlichen Familienleistungen real an Wert – ein Umstand, der vor allem Haushalte mit mehreren Kindern spürbar trifft. Finanz.at hat darüber berichtet.
Wie hoch der "Verlust" für Familien ausfällt und weitere Details findet man hier auf Finanz.at zusammengetragen.
Familienbeihilfe bleibt zwei Jahre lang gleich
Laut Beschluss werden Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag in den Jahren 2026 und 2027 nicht valorisiert. Das heißt, sie steigen nicht, wie in den Vorjahren, um die Höhe der rollierenden Inflation automatisch an. Damit erhalten Familien exakt jene Beträge, die auch 2025 ausgezahlt wurden. Die Höhe der Familienbeihilfe liegt derzeit zwischen 138,40 Euro monatlich für Kinder ab der Geburt und 200,40 Euro für junge Erwachsene ab 19 Jahren. Für erheblich behinderte Kinder wird zusätzlich ein Zuschlag von 189,20 Euro pro Monat ausbezahlt.
Darüber hinaus gibt es eine Geschwisterstaffelung, durch die sich der monatliche Gesamtbetrag pro Kind erhöht – beginnend bei 8,60 Euro für zwei Kinder und steigend bis zu 63,10 Euro für sieben oder mehr Kinder. Familien können die Beihilfe bis zum vollendeten 24. Lebensjahr eines Kindes beziehen, in Ausnahmefällen auch bis zum 25. Geburtstag.
Die Höhe der Familienbeihilfe kann mit dem Online-Rechner auf Finanz.at berechnet werden.
Reale Verluste durch ausbleibende Anpassung
Zahlenanalysen zeigen, wie stark sich die Nicht-Valorisierung tatsächlich auswirkt. Unter der Annahme einer Inflationsrate von 2,7 Prozent, um den die Familienleistungen ab 2026 eigentlich ansteigen sollten, ergeben sich folgende "Verluste" pro Monat und Jahr:
Bei der niedrigsten Beihilfe inklusive Kinderabsetzbetrag – also bei Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr – liegt der reale Verlust bei rund 5,60 Euro pro Monat beziehungsweise 67,20 Euro im Jahr. Für Kinder im Alter von drei bis neun Jahren liegt der Verlust bereits bei 5,90 Euro monatlich oder 70,80 Euro jährlich. Bei zehn- bis 18-Jährigen sind es 6,50 Euro im Monat bzw. 78 Euro im Jahr, während Familien mit jungen Erwachsenen ab 19 Jahren auf 7,30 Euro pro Monat bzw. 87,60 Euro pro Jahr verzichten müssen.
Auch die Geschwisterstaffelung bei mehr als einem Kind birgt zusätzliche Realverluste für größere Familien. So kann der errechnete Verlust aufgrund der Aussetzung der Valorisierung für viele Familien in Österreich schnell auch deutlich über 100 Euro pro Jahr liegen.
Diese Summen mögen auf den ersten Blick überschaubar wirken, summieren sich aber bei Familien mit mehreren Kindern rasch auf mehrere Hundert Euro jährlich. In Zeiten hoher Wohn- und Energiekosten kann das für viele Haushalte einen spürbaren Unterschied machen. Zudem reduzieren die ausgesetzen Erhöhungen der kommenden beiden Jahre die Grundlage für eine frühestens 2028 geplante Wiederaufnahme der Valorisierung. Diese beiden Jahre werden demnach langfristig fehlen.
Kritik und Folgen für Familien
Sozialverbände kritisieren die Maßnahme als Sparpaket auf dem Rücken der Familien. Sie argumentieren, dass Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag ursprünglich dazu gedacht seien, Eltern finanziell zu entlasten und gleiche Chancen für alle Kinder zu sichern. Durch die Nicht-Anpassung an die Preissteigerung verliere diese Unterstützung zunehmend an Wirkung.
Zudem sei die Maßnahme sozial unausgewogen, da sie Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders stark treffe. Diese seien in überdurchschnittlichem Maß auf staatliche Leistungen angewiesen, um die steigenden Ausgaben für Lebensmittel, Energie oder Bildung abzufedern.
2027 droht weiterer Wertverlust
Die Aussetzung der Anpassung gilt nicht nur für 2026, sondern auch für 2027. Damit wird sich der reale Wertverlust der Familienleistungen weiter erhöhen. Experten rechnen vor, dass die kumulierte Inflation in diesen zwei Jahren zu einer realen Einbuße von mehreren Prozent führen könnte – im Ergebnis also einem Verlust von mehreren hundert Euro jährlich für durchschnittliche Familienhaushalte.
Klar ist: Die Familienbeihilfe bleibt zwar nominell gleich, ihr Wert sinkt aber real – und damit auch die Kaufkraft der betroffenen Familien. Ob die Maßnahme nach 2027 wieder aufgehoben wird, ist derzeit offen. Sozialökonomen fordern daher eine Rückkehr zur automatischen Valorisierung, um die Familienleistungen künftig inflationssicher zu machen und eine schleichende Entwertung zu verhindern.
Mehr Informationen: Familienbeihilfe

