Ab 2026: Neue Erhöhung bringt bis zu 600 Euro mehr Netto-Gehalt für Hunderttausende

Nun ist es fix! Ab 2026 erhalten hunderttausende Angestellte in Österreich um 2,55 Prozent mehr Bruttogehalt. Netto bedeutet das aufgrund der Steuerentlastung um bis zu 603 Euro mehr pro Jahr an Mindestgehalt. Alle Details und Berechnungen findet man hier auf Finanz.at.

01.12.2025, 10:00 Uhr von
Euro
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Euro

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Nach einer dritten, mehr als achtstündigen Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft im heimischen Handel auf einen neuen Kollektivvertrag geeinigt. Für rund 430.000 Angestellte und 20.000 Lehrlinge bedeutet der Abschluss ab 01. Januar 2026 ein spürbares Gehaltsplus – zugleich bleiben Einmalzahlungen außen vor.

Der Kollektivvertragsabschluss sieht eine Erhöhung der Mindestgehälter um 2,55 Prozent vor. Die bestehende betragsmäßige Überzahlung bleibt voll erhalten; außerdem wird auf den jeweils nächsten vollen Euro aufgerundet. Die Gewerkschaft spricht von einem „notwendigen Kompromiss“ angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage, betont jedoch die Nachhaltigkeit der Erhöhung.

Die neuen Mindestgehälter im Handel betragen somit ab 2026 in der niedrigsten Stufe für Angestellte 2.090 Euro butto pro Monat (plus 52 Euro), in der höchsten sind es 2.362 Euro (plus 59 Euro). Das entspricht im kommenden Jahr einem Netto-Plus von monatlich 42,42 Euro bzw. 603,51 Euro pro Jahr.

Das neue Netto- Gehalt nach der Erhöhung und Steuerentlastung ab 2026 kann mit dem Brutto-Netto-Rechner auf Finanz.at berechnet werden.

GPA-Chefverhandler Mario Ferrari erklärte, entscheidend sei gewesen, eine dauerhafte Gehaltserhöhung und keine Einmalzahlungen zu vereinbaren. Der Handel bleibt eine der personalintensivsten Branchen des Landes – stabile Einkommen sind daher ein zentrales Signal.

Flexiblere Arbeitszeitregelungen

Neben den Gehältern bringt der Abschluss auch strukturelle Änderungen bei den Arbeitsbedingungen. Künftig kann die Normalarbeitszeit per Betriebsvereinbarung auf fünf Tage pro Woche verteilt werden. Das soll die Planbarkeit der Dienstpläne erhöhen und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben verbessern.

Die bisherige Verpflichtung, dass auf einen gearbeiteten Samstag zwingend ein freier Samstag folgen muss, wird gelockert. Eine Abweichung ist möglich, wenn Beschäftigte dies selbst beantragen und der Betriebsrat zustimmt. Die vollen kollektivvertraglichen Samstagszuschläge bleiben allerdings unverändert bestehen.

Bonus für viele Lehrlinge

Auch Lehrlinge profitieren von Verbesserungen. Der Lehrabschluss-Bonus steigt künftig auf:

  • 250 Euro bei ausgezeichnetem Erfolg
  • 200 Euro bei gutem Erfolg

Die Gewerkschaft betont, dass der Handel körperlich und psychisch fordernd sei und daher eine stärkere Anerkennung der Ausbildungsleistung notwendig war.

Einigung unter schwierigen Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Aussichten im Handel bleiben angespannt. Einzelhandel und Großhandel kämpfen seit Monaten mit Kaufkraftverlusten, steigenden Kosten und rückläufiger Frequenz. Vor diesem Hintergrund wurde die Einigung von beiden Seiten als schwieriger, aber tragfähiger Kompromiss bezeichnet.

Der neue Kollektivvertrag tritt mit 01. Januar 2026 in Kraft und setzt – zumindest vorerst – einen Schlussstrich unter die intensivste Verhandlungsrunde des heurigen Herbstes.

Mehr Netto: Neuer Gehaltsrechner für 2026

Ab 01. Januar 2026 tritt erneut die teilweise Abschaffung der kalten Progression in Kraft - wenn auch etwas geringer als in den Vorjahren. Dadurch steigt das Netto-Gehalt für viele ArbeitnehmerInnen in Österreich erneut an - die Steuerlast sinkt.

Das neue Netto-Gehalt 2026 nach Erhöhung der Grenzwerte der Lohnsteuertabelle (Steuerentlastung) und der SV-Beiträge aufgrund der Aufwertungszahl kann mit dem Brutto-Netto-Rechner auf Finanz.at berechnet werden.

Die neue Lohnsteuertabelle ab 2026 sieht wie folgt aus:

Einkommen (2026) Einkommen (2025) Steuersatz (2026) Steuersatz (2025)
bis 13.539 Euro bis 13.308 Euro 0 % 0 %
bis 21.992 Euro bis 21.617 Euro 20 % 20 %
bis 36.458 Euro bis 35.836 Euro 30 % 30 %
bis 70.365 Euro bis 69.166 Euro 40 % 40 %
bis 104.859 Euro bis 103.072 Euro 48 % 48 %
bis 1.000.000 Euro bis 1.000.000 Euro 50 % 50 %
ab 1.000.000 Euro ab 1.000.000 Euro 55 % 55 %
Grundlage der Prognose: Erhöhung aller Tarifstufen bis zur höchsten Stufe um 1,75 %.

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aktualisiert: 01.12.2025, 10:00 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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