Neue Steuersenkung kommt: Nicht alle werden voll entlastet

Ab 2024 kommt eine weitere Steuersenkung auf Basis der hohen Inflation der vergangenen Monate. Davon sollten, wie versprochen, allen EinkommensbezieherInnen profitieren. Doch nicht jeder wird vollständig entlastet. Alle Details dazu findet man hier auf Finanz.at.

07.08.2023, 07:30 Uhr von
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Bildquelle: Canva / Euro

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Seit Beginn des Jahres 2023 wurde die kalte Progression laut Bundesregierung angeblich zu "100 Prozent abgeschafft". Konkret bedeutet das, dass die Grenzwerte der einzelnen Steuerstufen an die Höhe der Inflation angeglichen werden, um so eine schleichende Steuererhöhung zu vermeiden.

Steuerentlastung nicht für alle gleich

Doch die umgesetzte Regelung umfasst nur zwei Drittel der tatsächlichen Inflationshöhe. Das restliche Drittel ist der Bundesregierung zur flexiblen Entlastung vorbehalten. Im vergangenen Jahr etwa wurde die unterste Stufe der Lohnsteuertablle mit 6,30 Prozent höher entlastet, als die übrigen Stufen (3,47 Prozent). Damit wird die kalte Progression also jedoch nicht für alle SteuerzahlerInnen gleichermaßen vollständig abgegolten.

Zur Berechnung für das Jahr 2024 gilt die durchschnittliche Inflation von Juli 2022 bis Juni 2023. Die endgültige Höhe der neuen Grenzwerte wird erst im Herbst bekannt werden. Danach ist klar, wie hoch die steuerliche Entlastung pro Jahreseinkommen ausfallen wird.

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Lohn- und Einkommensteuertabelle 2023

Einkommen (2026) Einkommen (2025) Steuersatz (2026) Steuersatz (2025)
bis 13.539 Euro bis 13.308 Euro 0 % 0 %
bis 21.992 Euro bis 21.617 Euro 20 % 20 %
bis 36.458 Euro bis 35.836 Euro 30 % 30 %
bis 70.365 Euro bis 69.166 Euro 40 % 40 %
bis 104.859 Euro bis 103.072 Euro 48 % 48 %
bis 1.000.000 Euro bis 1.000.000 Euro 50 % 50 %
ab 1.000.000 Euro ab 1.000.000 Euro 55 % 55 %
Grundlage der Prognose: Erhöhung aller Tarifstufen bis zur höchsten Stufe um 1,75 %.

Entlastung deutlich geringer als bei vollständiger Abschaffung

Die Agenda Austria hat bereits im Juli errechnet, wie viel mehr Netto vom Brutto das derzeitige Modell je Einkommen bringt:

Verdient man 1.500 Euro brutto monatlich, so wird man ab 2024 mit 182 Euro pro Jahr automatisch entlastet. Bei einem Einkommen von 2.000 Euro brutto sind es 273 Euro. Ab 3.000 Euro brutto pro Monat sind es 309 Euro an Steuerersparnis.

Tatsächlich würde die vollständige Abschaffung der kalten Progression jedoch deutlich höhere Entlastungen bringen. So würde man bei 1.500 Euro statt 182 Euro um 88 Euro (270 Euro) mehr bekommen. Bei 2.000 Euro brutto wären es bei voller Abschaffung immerhin 364 Euro und bei 3.000 Euro sogar 463 Euro pro Jahr.

Ob auch für das kommende Jahr niedrige Einkommen überproportional entlastet werden, ist noch nicht bekannt. Faktum ist jedoch, dass die kalte Progression damit nicht, wie versprochen, "zu 100 Prozent abgeschafft" wurde.

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Mehr Informationen: Kalte Progression

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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