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Die Regierung will zwei zentrale Sozialmaßnahmen verlängern: den sogenannten Wohnschirm und die Schulstart-Hilfen. Beide Programme wären eigentlich Ende 2026 ausgelaufen, sollen nun aber bis Ende 2029 weitergeführt werden. Der entsprechende Gesetzesentwurf wurde bereits in Begutachtung geschickt, wie Krone und ORF berichten.
Sozialministerin Korinna Schumann begründet den Schritt klar: Die Lebenshaltungs- und Wohnkosten sind weiterhin hoch, daher müsse der Staat gezielt unterstützen. Laut Ministerium kostet die Verlängerung rund 43 Millionen Euro pro Jahr, insgesamt also etwa 129 Millionen Euro für die Jahre 2027 bis 2029.
Wohnschirm bleibt zentrale Hilfe bei Miet- und Energieschulden
Der Wohnschirm wurde während der Pandemie gestartet und richtet sich vor allem an Menschen mit niedrigem Einkommen. Ziel ist es, Wohnungsverlust zu verhindern – etwa durch die Übernahme von Mietrückständen oder Unterstützung bei einem Wohnungswechsel.
Mittlerweile deckt das Programm auch Energiekosten ab. Die Zahlen zeigen, dass es kein Nischenprojekt ist: In mehr als 15.600 Fällen konnte laut Ministerium eine Delogierung verhindert werden. Insgesamt wurden über 35.000 Personen unterstützt. Ein Teil des Programms ist auch „Housing First“, das direkt auf die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit abzielt. Mehr als 700 wohnungslose Menschen konnten dadurch bereits stabil untergebracht werden.
Schulstart-Gutscheine bleiben ebenfalls
Parallel dazu sollen auch die Schulstart-Aktionen verlängert werden. Programme wie „Schulstartklar!“ und „Schulstartplus!“ richten sich an Familien, die Sozialhilfe oder Mindestsicherung beziehen. Die entsprechenden Gutscheine werden derzeit per Post an anspruchsberechtigte Familien versendet. Finanz.at hat berichtet.
Konkret bekommen betroffene Kinder und Jugendliche Gutscheine – zuletzt jeweils 150 Euro pro Aktion. Damit können nicht nur Schulmaterialien gekauft werden, sondern auch Kleidung, Lebensmittel oder Hygieneartikel. Die Nachfrage ist extrem hoch. Laut Ministerium werden bis zu 95 Prozent der Gutscheine tatsächlich genutzt. Das zeigt ziemlich klar: Der Bedarf ist real und nicht künstlich erzeugt.
Einordnung: Sozialpolitik vs. Budgetdruck
Politisch passt die Verlängerung zur aktuellen Linie der Regierung: gezielte Entlastung für einkommensschwache Haushalte. Gleichzeitig steht das Ganze im Spannungsfeld zum Sparzwang, der für die kommenden Jahre angekündigt wurde.
Heißt konkret: Während an anderer Stelle über Einsparungen diskutiert wird, werden diese Programme bewusst abgesichert. Das ist eine Prioritätensetzung – und keine neutrale Entscheidung.
Fazit
Für Betroffene ist das eine klare gute Nachricht. Wer Unterstützung bei Miete, Energie oder Schulkosten braucht, kann auch in den nächsten Jahren damit rechnen. Für den Staat bedeutet es zusätzliche Fixkosten in einer ohnehin angespannten Budgetsituation. Genau dieser Zielkonflikt wird die politische Diskussion in den nächsten Jahren weiter prägen.
Mehr Informationen: Schulstartgeld

