Pro Kind bis zu 970 Euro: Viele Familien erhalten jetzt deutlich mehr Geld

Familien in Österreich erhalten deutlich mehr Geld. Bei Alleinerziehenden sind pro Kind monatlich bis zu 970 Euro möglich, wie eine neue Studie zeigt. Dennoch drohen zukünftig Verluste. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

15.04.2026, 11:00 Uhr von
Geld für Familien
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Geld für Familien

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Eine neue Studie zeigt: Familien mit Kindern erhalten in Österreich heute deutlich mehr staatliche Unterstützung als noch vor wenigen Jahren. Laut Untersuchung der Joanneum Research Forschungsgesellschaft, die im Auftrag des Bundesministerium für Familien und Jugend erstellt wurde, sind die Transferleistungen für Familien real gestiegen.

Analysiert wurde das Jahr 2025 und mit den Jahren 2021 sowie 2023 verglichen. Studienautor Franz Prettenthaler erklärte bei der Präsentation, dass vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen sowie Alleinerziehende stärker profitieren.

Dennoch drohen deutliche Verluste ab 2026: Aufgrund des Aussetzens der Valorisierung der Familienbeihilfe verlieren Familien in Österreich ab heuer jedoch viel Geld. Die ursprünglich vorgesehene Erhöhung wird zukünftig bei Anpassungen an die Inflation fehlen und somit dauerhaft weniger Beihilfe pro Kind bringen. Finanz.at hat exklusiv berichtet.

Deutlich mehr Unterstützung pro Kind

Je nach Einkommen und Familienkonstellation fällt die Unterstützung unterschiedlich aus. Paarhaushalte mit zwei Kindern erhalten im Vergleich zu früher durchschnittlich rund 1,9 Prozent mehr Transferleistungen. Bei Alleinerziehenden ist der Effekt deutlich stärker: Hier liegt der Anstieg bei rund sechs Prozent.

Insgesamt bekommen Familien laut Studie heute monatlich zwischen etwa 425 und 770 Euro pro Kind aus verschiedenen staatlichen Leistungen. In Haushalten mit Alleinerziehenden kann die Unterstützung sogar bis zu 970 Euro pro Kind und Monat erreichen.

Mehrere Reformen erhöhen Leistungen

Der Anstieg hat mehrere Ursachen. Dazu zählt vor allem die Valorisierung wichtiger Familienleistungen. Auch Änderungen bei der Studienbeihilfe sowie Anpassungen beim Kindermehrbetrag, beim Familienbonus Plus und beim Schulstartpaket haben laut Studie zur Verbesserung beigetragen. Zusätzlich wurde ein Kinderzuschlag eingeführt.

Besonders stark profitieren Haushalte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu etwa 3.000 Euro. Damit soll vor allem verhindert werden, dass Kinder in Armut geraten. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass Leistungen auch für mittlere Einkommen wichtig bleiben, etwa mit Blick auf langfristige Effekte für Gesellschaft und Pensionssystem.

Sehr komplexes Fördersystem

Für die Analyse wurden sämtliche Familienleistungen berücksichtigt, auf die Haushalte theoretisch Anspruch haben. Laut Prettenthaler umfasst das österreichische System inzwischen rund 300 verschiedene Leistungen – von direkten Zahlungen über Steuererleichterungen bis zu Förderungen der Länder und Gemeinden.

Wie viele dieser Leistungen Familien tatsächlich nutzen, lässt sich allerdings deutlich schwerer bestimmen. Viele Unterstützungen müssten aktiv beantragt werden und würden daher nicht immer vollständig ausgeschöpft.

Regierung betont Bedeutung von Familien

Familienministerin Claudia Bauer bezeichnete das System bei der Präsentation als starkes Fundament der Familienpolitik. Österreich verfüge über ein breites Netz an Unterstützungen – von der Familienbeihilfe über steuerliche Entlastungen bis hin zu regionalen Förderungen.

Gleichzeitig betonte sie, dass finanzielle Leistungen allein nicht ausreichen würden, um demografische Herausforderungen zu lösen. Neben Geld brauche es auch ein gesellschaftliches Klima, in dem Familienleben wieder stärker positiv wahrgenommen werde. Kinder seien schließlich keine statistische Größe, sondern eine zentrale Investition in die Zukunft der Gesellschaft.

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aktualisiert: 15.04.2026, 11:00 Uhr
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Mehr Informationen: Familienbeihilfe

Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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