Beim Steuerausgleich holt man sich heuer durchschnittlich mehr als 1.000 € zurück. Mit der neuen App gelingt das in wenigen Minuten. Jetzt App herunterladen!
Mit dem Jahreswechsel werden Haushalte in Österreich bei Energie spürbar stärker belastet. Die Regulierungsbehörde E-Control hat angekündigt, dass die Netzkosten für Gas deutlich und jene für Strom moderat steigen werden. Betroffen sind damit alle Haushalte, unabhängig vom gewählten Energieanbieter, da Netzentgelte staatlich reguliert sind und fix verrechnet werden.
Bei Gas fallen die Erhöhungen besonders stark aus. Netzkosten machen je nach Bundesland rund ein Fünftel der gesamten Gasrechnung aus. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden bedeutet das laut E-Control eine Erhöhung der Netzentgelte um durchschnittlich 18,2 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht das etwa sechs Euro mehr pro Monat.
Der Hauptgrund dafür liegt im sinkenden Gasverbrauch. Weniger industrielle Nutzung, geringerer Kraftwerkseinsatz und der Umstieg vieler Haushalte auf alternative Heizsysteme führen zu niedrigeren Abgabemengen. Da die Netzkosten auf immer weniger verbrauchte Kilowattstunden aufgeteilt werden, steigen die Preise pro Einheit. Zusätzlich wirken sich höhere Entgelte für die überregionalen Fernleitungsnetze aus. Das sogenannte Mengenrisiko wird seit dem Vorjahr direkt auf die Endkunden überwälzt, was den Preisdruck weiter erhöht.
Hier steigen die Gasnetzentgelte am stärksten an
Besonders stark steigen die Gasnetzentgelte in der Steiermark, in Kärnten, im Burgenland und in Niederösterreich. Dort treffen rückläufige Verbrauchsmengen auf höhere vorgelagerte Netzkosten. Auch große Abnehmer auf höheren Netzebenen sind betroffen: Für industrielle Großkunden mit sehr hohem Verbrauch steigen die Netzkosten im österreichweiten Schnitt sogar um knapp 27 Prozent.
Anpassungen bei Strom fallen geringer aus
Bei Strom fallen die Anpassungen deutlich moderater aus. Die Netzkosten für Haushalte steigen 2026 im Durchschnitt um rund 1,3 Prozent. Für einen typischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet das eine Mehrbelastung von etwa fünf Euro pro Jahr, also rund 40 Cent pro Monat. Hintergrund sind höhere Investitionen in die Stromnetze sowie ein leichter Rückgang des Stromverbrauchs, der ebenfalls auf weniger Absatz verteilt werden muss.
In den vergangenen Jahren ist der Finanzierungsbedarf der Netze stark gestiegen. Während 2024 rund 2,5 Milliarden Euro über die Netzentgelte hereingeholt wurden, waren es 2025 bereits etwa drei Milliarden Euro. Für 2026 steigt dieser Betrag nur noch leicht. Ausschlaggebend sind vor allem Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Netze im Zuge der Energiewende.
Regional zeigen sich bei Strom deutliche Unterschiede. Die stärksten Anstiege gibt es im Burgenland und in Tirol, wo zusätzliche Investitionen anstehen. In Kärnten, Vorarlberg, Wien, Graz, der Steiermark und Klagenfurt sinken die Netzentgelte hingegen leicht. Besonders stark gehen sie in Salzburg und im Kleinwalsertal zurück, dort vor allem aufgrund geringerer vorgelagerter Netzkosten.
Neue Tarife ab 2026
Neu eingeführt wird ab 2026 auch ein spezieller Tarif für Haushalte auf der niedrigsten Netzebene mit Smart Meter. Zwischen April und Oktober kann Strom in der Zeit von 10 bis 16 Uhr – also bei hoher Photovoltaik-Erzeugung – um 20 Prozent günstiger aus dem Netz bezogen werden. Voraussetzung ist eine entsprechende Zustimmung zur Nutzung der Smart-Meter-Daten.
Zusätzlich werden die bisher unterschiedlichen Sommer- und Wintertarife sowie Hoch- und Niedertarife vereinheitlicht. Ab 1. Jänner 2026 gilt für jede Kundengruppe ein einheitlicher Arbeitspreis. Übergangsregelungen bestehen nur noch kurzfristig in einzelnen Bundesländern.
Unterm Strich bedeutet der Jahreswechsel für viele Haushalte höhere Fixkosten – vor allem dort, wo noch mit Gas geheizt wird. Beim Strom bleiben die Mehrbelastungen überschaubar, die strukturellen Unterschiede zwischen den Regionen nehmen jedoch weiter zu.
Mehr Informationen: Stromanbieter

