Anti-Teuerung: Diese Entlastungen werden 2022 noch kommen

Die Rekord-Inflation sorgt weiterhin für eine stark-sinkende Kaufkraft und steigende Preise in Österreich. Mehrere Entlastungsmaßnahmen - darunter viele Einmalzahlungen - wurden in den letzten Wochen bereits ausgezahlt. Weitere Maßnahmen und Hilfen werden in den nächsten Monaten folgen.

06.09.2022, 12:35 Uhr von
Euro-Scheine
Bildquelle: Finanz.at / Euro-Scheine

Die Preissteigerungen und Rekord- Inflation halten die Bevölkerung in Österreich weiterhin in Atem. Mehrere Entlatungsmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, darunter viele Einmalzahlungen für Pensionisten, Arbeitslose und Familien.

Bis zu 500 Euro Entlastung durch Strompreisbremse

Die Regierung stellte am Montag erste Details zur Strompreisbremse in Österreich vor. Diese soll am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden. Ziel ist es, den steigenden Strompreis für private Konsumenten zu reduzieren. Jeder Haushalt wird dadurch für eine Menge von 2.900 Kilowattstunden (kWh) Strom einen vergünstigten Preis von 0,10 Euro pro kWh zahlen müssen. Diese Menge entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch eines drei-köpfigen Haushaltes in Österreich. Pro Kilowattstunde über dieser Menge fällt der aktuelle Strommarktpreis an.

Für diese Entlastung sei kein eigener Antrag notwendig. Sie wird automatisch über den jeweiligen Stromanbieter abgewickelt. Insgesamt sollen so pro Haushalt bis zu 500 Euro mehr im Geldbörserl bleiben. Die Maßnahme ist jedoch wenig treffsicher. Durch die Grenze von 2.900 kWh für alle, steigen Ein-Personen- und Zwei-Personen-Haushalte in der Regel deutlich günstiger aus. Sie werden teilweise weniger für ihren Stromverbrauch zahlen als vor der Rekord-Inflation.

500 Euro mehr pro Kind als steuerliche Entlastung

Mit der vorgezogenen Erhöhung des Familienbonus von 1.500 Euro auf 2.000 Euro pro Kind jährlich, erhalten Familien eine höhere steuerliche Entlastung bereits für das Jahr 2022. Die Erhöhung tritt ab 30. September 2022 in Kraft. Sie kann entweder direkt monatlich über die Lohnverrechnung aufrollbar oder rückwirkend via Lohnsteuerausgleich ab 2023 beansprucht werden.

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Klimabonus-Gutscheine werden verschickt

Alljene Personen, die Anspruch auf den Klimabonus und Anti-Teuerungsbonus von insgesamt 500 Euro haben, jedoch keine aktuellen Bankdaten zur automatischen Überweisung beim Finanzamt bekanntgegeben haben, erhalten diese Zahlung in Form von Gutscheinen. Der Betrag wird auf zehn 50-Euro-Sudexo-Gutscheine aufgeteilt, die am 07. September 2022 per RSa-Brief verschickt werden. Einlösbar sind die Gutscheine bis 31. Dezember.

Wer seine automatische Überweisung, ab September bzw. teilweise bereits ab Ende August gestartet wurde, noch nicht erhalten hat, wird diese bis Oktober 2022 auf sein Bankkonto erhalten. Bisher haben noch immer nicht alle Anspruchsberechtigten ihre Entlastungszahlungen erhalten.

500 Euro Bonus für ArbeitnehmerInnen

Ab 2023 kann auch ein einmaliger Absetzbetrag von bis zu 500 Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beansprucht werden. Diese wird bei der Arbeitnehmerveranlagung ab 2023 für das Jahr 2022 rückwirkend ausgezahlt. Damit werden - je nach Höhe der entrichteten Lohnsteuer - bis zu 500 Euro als Anti-Teuerungsbonus überwiesen.

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Preisbremse für Gas-, Öl- und Pelletsheizungen

Nach Bekanntmachung der geplanten Strompreisbremse soll auch eine Entlastung für Menschen mit Gas-, Öl- oder Pelletsheizungen folgen, wie Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) im ORF-Sommergespräch am Montag erklärt. Details zu dieser Maßnahme gibt es bisher keine. Die Preise für Gas beispielsweise sind bekanntlich seit Beginn der Krise deutlich gestiegen. Das hat konkrete Auswirkungen auf die Heizkosten mehrerer Millionen Haushalte in Österreich. Wann eine derartige Preisbremse auch für Gas und Co. kommen wird, ist weiter unklar.

Mehr Nettogehalt für alle

Mit 01. Januar 2023 soll die kalte Progression zur Gänze abgeschafft werden. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo ist durch die Anpassung der Lohn- und Einkommensteuer an die Inflation mit Steigerungen der Nettogehälter von 5,3 Prozent zu rechnen. Die Bruttolöhne würden jedoch nur um 1,3 Prozent steigen. Damit wäre die Abschaffung der kalten Progression eine spürbare Entlastung besonders für die mittlere Einkommensschicht.

Mit dieser Maßnahme werden die Tarife der Lohnsteuer und Einkommensteuer an die Inflation angepasst. Alle Informationen zur aktuellen Lohnsteuertabelle in Österreich, findet man hier auf Finanz.at.

Auch in den geplanten Kollektivvertragsverhandlungen - der sogenannten "Herbstlohnrunden" - stehen deutliche Lohnerhöhungen im Raum. Würde die Lohnerhöhung tatsächlich an die prognostizierte Inflationshöhe für die nächsten Monate angepasst werden, könnten sie sogar im zweistelligen Prozentbereich liegen.

Mehr Informationen: Inflation

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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