Entlastung für Pensionisten kommt - Erhöhung ab 2023 noch unklar

PensionistInnen erhalten im September einen Bonus von bis zu 500 Euro als Entlastung gegen die Teuerung. Die Pensionserhöhung könnte ab 2023 deutlich höher ausfallen als bisher erwartet. Auch MindestpensionistInnen erhalten 300 Euro als Einmalzahlung.

17.08.2022, 11:45 Uhr von
Pension
Bildquelle: Finanz.at / Pension

Die Preissteigerungen und hohe Inflation treffen nicht nur ArbeitnehmerInnen und Familien in Österreich und vor allem auch Pensionistinnen und Pensionisten. Sie erhalten ab September erste Einmalzahlungen als Entlastung und ab 2023 eine jährliche Pensionserhöhung.

Über die Pensionserhöhung ab 2023, die derzeit bei geschätzen 5,8 Prozent liegen wird, gibt es aktuell noch Verhandlungen. Vertreter der Opposition und des Pensionistenverbandes fordern einen deutlich höheren Betrag. Auch aus Regierungskreisen gibt es dafür bereits erste Zustimmung, aber auch strikte Ablehnung seitens der ÖVP.

Streit um Pensionserhöhungen

Laut Statistik Austria liegt die Inflation im Juli bei 9,2 Prozent. Für die jährliche Pensionsanpassung ist dabei der Zeitraum zwischen August des Vorjahres und Juli diesen Jahres relevant. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach sich im ORF-Sommergespräch am Montag dafür aus, dass ein Modell mit stärkerer Erhöhung für die untersten Pensionen am fairsten wäre. Diese Gruppe wäre auch am stärksten von der Teuerung betroffen.

Kogler stellt dabei zwei mögliche Modelle in den Raum:

  1. Alle Pensionen werden um den errechneten Betrag erhöht - niedrigere Pensionen erhalten durch Sockelbeträge mehr Geld als höhere Pensionen.
  2. Aus der niedrigeren Inflationshöhe von August 2021 bis Juli 2022 und der erwarteten höheren Inflation von August 2022 bis Juli 2023 wird ein Durchschnitt errechnet, sodass die Pensionen 2023 mehr und 2024 weniger stark erhöht werden als eigentlich vorgesehen.

Aufgrund des Zeitraums der Berechnung der Pensionserhöhung würde die Erhöhung heuer mit nur 5,8 Prozent niedriger ausfallen als notwendig - im nächsten Jahr 2023 jedoch deutlich höher, da die Inflation für den Berechnungszeitraum für 2024 noch höher ausfallen wird.

Die ÖVP - allen voran Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm - spricht sich gegen eine Erhöhung aller Pensionen aus. Man "könne nicht allen mehr Geld geben", so Plakolm. Das wäre der Jugend gegenüber, die diese Mehrkosten zu zahlen haben würde, nicht fair.

Eine Pensionserhöhung ab 2023 von mindestens 5,8 Prozent ist dem Pensionistenverband deutlich zu gering, um PensionistInnen in Österreich zu entlasten. Auch die Opposition und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) sprachen sich für eine stärkere Erhöhung von rund 10 Prozent aus.

500 Euro Bonus im September

Ab September erhalten Pensionistinnen und Pensionisten Einmalzahlungen von bis zu 500 Euro je Pensionshöhe. Diese Maßnahme soll eine spürbare Entlastung gegen die anhaltende Teuerung darstellen. Neben Arbeitslosen, Sozialhilfe-Empfänger und Studenten mit Studienbeihilfe werden auch Mindestpensionisten einen Bonus von einmalig 300 Euro als Teuerungsausgleich erhalten.

Kleinere Pensionen erhalten eine höhere Einmalzahlung als Entlastung gegen die Teuerung. Bei einer Pension zwischen 1.139 Euro und 1.566 Euro netto pro Monat werden 500 Euro einmalig fällig. Ab diesem Betrag sinkt der Bonus bis zu einem Einkommen von monatich 1.812 Euro netto - ab diesem Betrag wird keine Einmalzahlung mehr überwiesen.

Klimabonus als weitere Entlastung ab Oktober

Im Oktober werden schließlich weitere Einmalzahlungen auch für Pensionistinnen und Pensionsiten fällig. So wird der Klimabonus erstmals ausgezahlt. Er beträgt im Jahr 2022 für alle Personen über 18 Jahre insgesamt 250 Euro und wird gemeinsam mit einen zusätzlichen Teuerungsbonus von abermals 250 Euro überwiesen. Das ergibt eine Einmalzahlung von 500 Euro im Oktober.

Information

Alle Einmalzahlungen, die 2022 noch ausgezahlt werden inkl. Entlastungsrechner findet man hier auf Finanz.at.

Mehr Informationen: Pension

News in Finanzen
Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
Buchhaltungssoftware
Kostenlos Rechnungen, Angebote und mehr erstellen mit der Software von Finanz.at!