Gehaltserhöhungen im Überblick: Hier steigen die Löhne & Gehälter ab 2026 am stärksten

Ab 01. Januar 2026 können sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich über mehr Gehalt freuen. Grund dafür sind die KV-Abschlüsse der Herbstlohnrunde. Wo man die höchsten Gehaltserhöhungen bekommen wird und wie viel man Netto aufs Konto bekommt, findet man hier auf Finanz.at.

30.12.2025, 07:00 Uhr von
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Bildquelle: Finanz.at / Betrag berechnen

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Die Herbstlohnrunde 2025 hat ein deutliches Signal gesetzt: Die Zeit der sehr hohen Lohnabschlüsse scheint vorerst vorbei. Mit dem Abflauen der Inflation fallen auch die kollektivvertraglichen Erhöhungen moderater aus als in den vergangenen Jahren. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen. Während einige Bereiche spürbare reale Zuwächse erzielen, liegen andere klar unter der Teuerung oder ringen noch immer um einen Abschluss.

Für das Jahr 2026 gilt insgesamt: Die meisten Gehalts- und Lohnsteigerungen bewegen sich zwischen zwei und drei Prozent. Branchen mit besonders hohem Arbeitskräftemangel oder außergewöhnlicher Inflationsbetroffenheit stechen nach oben aus, während exportorientierte Industrien stärker auf Kosten- und Wettbewerbsfähigkeit achten. In manchen Branchen sind aufgrund der teilweisen Abschaffung der kalten Progression mehr als 700 Euro höhere Netto-Gehälter pro Jahr möglich. Finanz.at hat berichtet.

Das neue Netto- Gehalt nach der Erhöhung und Steuerentlastung ab 2026 kann mit dem Brutto-Netto-Rechner auf Finanz.at berechnet werden.

Metallindustrie setzt den Ton – bewusst unter Inflation

Traditionell eröffnen die Metaller die KV-Saison, und auch heuer wurde ihre Einigung als Richtwert für viele andere Branchen interpretiert. Die Ist-Löhne stiegen bereits mit 1. November 2025 um 1,41 Prozent, die Mindestentgelte um zwei Prozent. Der Abschluss gilt gleich für zwei Jahre: Ab November 2026 folgen weitere 1,9 Prozent bei den Ist-Löhnen und 2,1 Prozent bei den Mindestentgelten.

Die Gewerkschaft PRO-GE sprach offen von einem „Krisenabschluss auf Zeit“, der die rollierende Inflation nicht vollständig abdecke. Die Arbeitgeberseite wiederum sieht darin einen bewussten Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, nachdem die Industrie in den vergangenen Jahren stark unter Energiepreisen und internationalem Kostendruck gelitten hatte.

Öffentlicher Dienst: Erhöhung verschoben, aber fixiert

Im öffentlichen Dienst auf Bundesebene wurde ein bereits beschlossener Abschluss aufgrund der angespannten Budgetsituation neu verhandelt. Die ursprünglich für Jänner vorgesehene Erhöhung um 3,3 Prozent wird nun erst mit Juli 2026 wirksam. Dafür ist das weitere Lohnschema bis 2028 bereits fixiert.

Mehrere Bundesländer – darunter Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol, Salzburg, Steiermark, Vorarlberg und das Burgenland – haben angekündigt, den Bundesabschluss zu übernehmen. Kärnten bleibt bei der bereits Ende 2024 vereinbarten Erhöhung von drei Prozent für seine Landes- und Krankenhausbediensteten.

Solide Abschlüsse im Verkehrs- und Dienstleistungsbereich

Bei den Eisenbahnen wurde für rund 55.000 Beschäftigte bereits ein Abschluss erzielt. Die KV- und Ist-Gehälter stiegen mit Dezember zwischen ein und drei Prozent, im Schnitt um 2,7 Prozent. Die Erhöhung ist sozial gestaffelt, höhere Einkommen sind bei 150 Euro gedeckelt, niedrigere profitieren prozentuell stärker.

Auch im Handel kam es rasch zu einer Einigung. Für rund 430.000 Angestellte und 20.000 Lehrlinge steigen die Mindestgehälter ab 1. Jänner 2026 um 2,55 Prozent. Die Überzahlungen bleiben aufrecht, zudem wurden Verbesserungen bei der Arbeitszeitgestaltung vereinbart. Angesichts einer zugrunde liegenden Inflationsrate von rund drei Prozent liegt der Abschluss leicht darunter.

In der Sicherheitsbranche fällt das Plus höher aus: Rund 18.000 Beschäftigte erhalten im Schnitt 3,08 Prozent mehr. Zusätzlich wurden arbeitsrechtliche Verbesserungen durchgesetzt, etwa eine längere Frist für die Geltendmachung offener Löhne und Überstunden.

Überdurchschnittliche Zuwächse in einzelnen Branchen

Zu den stärkeren Abschlüssen zählt die Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung. Nach einer Neuverhandlung des eigentlich langfristigen KV steigen die Löhne der rund 66.000 Beschäftigten ab 2026 im Schnitt um 3,25 Prozent. Fachkräfte erhalten sogar ein Plus von 4,5 Prozent, Lehrlinge sechs Prozent.

Auch in den Brauereien wurde ein Abschluss erzielt: Mindest- und Ist-Löhne sowie Zulagen steigen um 2,55 Prozent. Ähnlich fällt das Plus im Metallgewerbe aus, allerdings mit deutlichen Deckelungen. Die Ist-Löhne steigen 2026 um 1,8 Prozent, maximal um 85 Euro monatlich. Der Abschluss gilt ebenfalls für zwei Jahre.

Für Aufmerksamkeit sorgte zudem die Gehaltsanpassung bei der Wirtschaftskammer Österreich. Nach öffentlicher Kritik an einer zunächst überdurchschnittlichen Erhöhung wurde der Abschluss auf 2,1 Prozent ab Jänner 2026 festgelegt.

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Hier wird noch verhandelt

Nicht überall herrscht Einigkeit. Besonders konfliktgeladen verlaufen die Verhandlungen in der Sozialwirtschaft. Für rund 130.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich fordern GPA und vida weiterhin vier Prozent mehr Lohn. Nach mehreren gescheiterten Runden kam es zu Warnstreiks und Arbeitsniederlegungen. Die Arbeitgeber verweisen auf Budgetkürzungen der öffentlichen Hand und legten zuletzt ein Angebot von rund 2,3 Prozent für 2026 vor. Die Gespräche werden im Jänner fortgesetzt.

Auch bei den Handelsarbeiterinnen und -arbeitern gibt es noch keinen Abschluss. Die Gewerkschaft vida fordert 3,5 Prozent, nach drei ergebnislosen Runden ist der weitere Fahrplan offen.

In den Privatkrankenanstalten sowie in den Ordensspitälern stehen die Verhandlungen ebenfalls noch aus. Besonders angespannt ist die Lage in der IT-Branche. Für rund 90.000 Beschäftigte blieben bislang alle Gesprächsrunden ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft kündigte eine Verschärfung der Gangart an, die Arbeitgeber halten die Forderung von vier Prozent für wirtschaftlich nicht realistisch.

Neuerungen für freie Dienstnehmer

Abseits der klassischen KV-Abschlüsse bringt 2026 auch strukturelle Änderungen. Künftig können für freie Dienstnehmer Kollektivverträge abgeschlossen werden, zudem gelten neue Kündigungsregelungen. Ziel ist es, missbräuchliche Vertragsformen einzudämmen und arbeitsrechtliche Standards auszuweiten.

Unterm Strich zeigt die Lohnrunde 2025/26 ein klares Bild: Die Zeit der sehr hohen Abschlüsse ist vorbei, doch in einzelnen Branchen gelingt es weiterhin, reale Einkommenszuwächse zu erzielen. Entscheidend bleibt die jeweilige wirtschaftliche Lage – und wie stark der Druck durch Fachkräftemangel und Arbeitsbelastung ist.

Pensionen steigen ebenfalls an

Auch die Pensionen werden um 2,7 Prozent bzw. maximal 67,50 Euro pro Monat erhöht. Finanz.at hat bereits vorab berechnet, welche Auswirkungen das auf die Netto-Pensionen haben wird. Der Pensionsrechner für 2026 berücksichtigt neben der Erhöhung der Brutto-Pension auch die Steuerentlastung bzw. die neuen Grenzwerte der Lohnsteuertabelle.

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aktualisiert: 30.12.2025, 07:00 Uhr
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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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