Höhere Abgaben kommen: Millionen Arbeitnehmer verlieren bis zu 735 Euro

Die geplante Reform bei den Arbeitslosenversicherungsbeiträgen könnte für Millionen Beschäftigte in Österreich spürbare Nettoverluste bringen – besonders für Frauen und Teilzeitkräfte. Genau das kritisiert nun eine neue Analyse scharf. Alle Details findet man hier auf Finanz.at.

08.05.2026, 07:00 Uhr von
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Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Euro

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Konkret plant die Regierung, dass künftig alle Arbeitnehmer den vollen Arbeitslosenversicherungsbeitrag von 2,95 Prozent zahlen müssen. Bisher galten für niedrigere Einkommen reduzierte Sätze oder komplette Befreiungen. Wer bis zu 2.225 Euro brutto verdiente, zahlte bislang gar nichts in die Arbeitslosenversicherung ein. Darüber galten gestaffelte Beiträge von ein oder zwei Prozent, erst ab 2.630 Euro brutto wurden die vollen 2,95 Prozent fällig. Finanz.at hat berichtet.

Genau diese Staffelung soll nun wegfallen. Damit steigt die Belastung vor allem für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen deutlich an, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt.

Laut der Untersuchung wären rund 1,4 Millionen Beschäftigte betroffen. Besonders auffällig: Rund 956.000 davon sind Frauen, also etwa sieben von zehn Betroffenen. Viele davon arbeiten Teilzeit. Allein bei den Frauen sollen rund 580.000 Teilzeitbeschäftigte künftig weniger Netto im Monat haben.

Die finanziellen Auswirkungen sind durchaus massiv. Wer 1.500 Euro brutto verdient, verliert laut Berechnungen rund 614 Euro netto pro Jahr. Bei 2.000 Euro brutto steigt der Verlust bereits auf etwa 677 Euro jährlich. Frauen verdienen in Österreich im Median rund 2.170 Euro brutto monatlich – für sie ergibt sich laut Studie ein Minus von bis zu 735 Euro pro Jahr.

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Verlust wird geringer bei höheren Einkommen

Interessant dabei: Mit höherem Einkommen sinkt der relative Verlust wieder. Wer knapp unter der bisherigen Grenze von 2.630 Euro verdient, verliert deutlich weniger als viele Teilzeitkräfte oder Niedrigverdiener. Genau das sorgt für Kritik.

Die stellvertretende Chefökonomin des Momentum Instituts, Barbara Schuster, spricht von einem „völlig falschen Signal“. Ihrer Ansicht nach werde ausgerechnet jene Gruppe belastet, die ohnehin wenig finanziellen Spielraum habe. Gleichzeitig würden Unternehmen durch die geplante Senkung der Lohnnebenkosten entlastet.

Die Regierung argumentiert dagegen, dass die Reform Teil eines größeren Pakets sei. Mit den zusätzlichen Einnahmen sollen unter anderem die Lohnnebenkosten für Unternehmen gesenkt werden. Ziel sei es laut Koalition, Arbeit attraktiver zu machen und den Standort zu stärken.

Kritiker halten dagegen, dass die Maßnahme gerade bei Teilzeitkräften und kleineren Einkommen das Gegenteil bewirken könnte: weniger Kaufkraft und noch mehr Druck auf Haushalte, die ohnehin bereits stark unter Inflation, höheren Wohnkosten und steigenden Alltagsausgaben leiden.

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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