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Die Richtung ist klar: Trotz Sparzwang sollen Familienleistungen in Österreich nicht gekürzt, sondern ab 2028 wieder erhöht werden. Das hat Familienministerin Claudia Bauer deutlich gemacht.
Auslöser der Debatte war eine kürzliche Kritik von Christoph Badelt, Chef des Fiskalrats. Er hatte im Zuge der Budgetdiskussion angedeutet, dass auch große Posten wie der Familienbonus Plus grundsätzlich auf den Prüfstand gehören könnten, um Einsparungen zu finden. Hintergrund: Österreich steht unter erheblichem Spardruck, das Budget muss konsolidiert werden.
Die Regierung – konkret die ÖVP – stellt sich bereits seit einigen Wochen quer. Bauer macht klar: Kürzungen beim Familienbonus kommen für sie nicht infrage. Ihre Argumentation ist politisch eindeutig: Familien würden ohnehin arbeiten, Steuern zahlen und gleichzeitig Kinder großziehen – also die „Leistungsträger von morgen“.
Was konkret ab 2028 passieren soll
Fix ist noch wenig im Detail, aber die Stoßrichtung steht. Mehrere zentrale Leistungen sollen wieder angehoben werden, darunter die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld und möglicherweise weitere steuerliche Entlastungen.
Das Ziel ist, dass Familien stärker profitieren, sobald sich die Budgetlage verbessert. Heißt übersetzt: Kurzfristig wird gespart – aber nicht bei Familien. Mittel- bis langfristig sollen sie sogar mehr bekommen.
Verlust droht dennoch
Aufgrund der für die Jahre 2026 und 2027 ausgesetzten Erhöhung der Familienbeihilfe und Co. droht vielen Familien jedoch langfristig ein Verlust. So wird wohl ab 2028 nur um rollierende Inflation erhöht – die ausgesetzten Erhöhungen werden wohl nicht rückwirkend valorisiert. Somit gilt als Basisbetrag der geplanten Erhöhung in zwei Jahren die aktuelle Familienbeihilfe. Wie Finanz.at zuerst berichtet hat, liegt der finanzielle Verlust für Familien somit bei mehreren Hundert Euro pro Jahr.
Einordnung: politisch logisch, budgetär heikel
Man muss das nüchtern sehen: Das ist keine beschlossene Reform, sondern eine politische Ansage. Ob und wie stark diese Erhöhungen tatsächlich kommen, hängt komplett von der Budgetlage ab.
Der Konflikt ist offensichtlich:
- Auf der einen Seite stehen Budgetregeln, Defizitdruck und steigende Staatsausgaben.
- Auf der anderen Seite politischer Druck, Familien gezielt zu entlasten.
Badelt argumentiert aus fiskalischer Sicht: Das System ist teuer und wächst weiter.
Die Regierung argumentiert politisch: Gerade Familien darf man nicht kürzen, sonst verschärft man soziale Probleme und demografische Entwicklungen.
Für Familien ist das kurzfristig eine gute Nachricht: Kürzungen beim Familienbonus sind aktuell vom Tisch.
Langfristig ist es aber eine Wette auf bessere Staatsfinanzen. Wenn die nicht eintreten, wird genau diese Diskussion ziemlich sicher wieder kommen – nur deutlich härter.
Mehr Informationen: Familienbeihilfe

