Neue CO2-Steuer lässt Spritpreise erneut stark steigen

Ab 01. Oktober wird die CO2-Bepreisung von 30 Euro pro Tonne CO2 in Kraft treten. Benzin, Diesel und Heizöl werden dadurch spürbar teurer. Die Kritik an zusätzlichen Preiserhöhungen wird immer lauter. Bis 2025 soll der Preis pro Tonne CO2 auf 55 Euro steigen.

21.09.2022, 08:30 Uhr von
CO2-Steuer in Österreich
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / CO2-Steuer in Österreich

Am 01. Oktober tritt die neue CO2-Steuer - die sogenannte "CO2-Bepreisung" - erstmals in Kraft. Beschlossen wurde diese Abgabe im Rahmen der öko-sozialen Steuerreform. Als Ausgleich für die steigenden Spritpreise wurde daher der Klimabonus eingeführt, der bekanntlich bereits ab September 2022 erstmalig zur Auszahlung kommt.

Die CO2-Steuer bewirkt, dass alle Unternehmen, die Kraftstoff nach Österreich importieren oder im Inland herstellen, zusätzlich zur Mineralölsteuer auch eine Abgabe für jede Tonne CO2 (Kohlendioxid), die durch das Verbrennen der Kraftstoffe entsteht, entrichten. Dadurch werden auch die Preise für Benzin, Diesel oder Heizöl spürbar teurer werden. Und das, obwohl sie ohnehin aufgrund der anhaltenden Teuerung auf einem Rekordniveau liegen.

Jährliche Erhöhung bis 2025

Die Höhe der CO2-Bepreisung wird bis 2025 jährlich ansteigen. In drei Jahren soll sie letztlich von 30 Euro auf 55 Euro pro Tonne CO2 erhöht werden:

Jahr Preis pro Tonne CO2

2022

30 Euro

2023

35 Euro

2024

45 Euro

2025

55 Euro

Allein die Einhebung der 30 Euro pro CO2-Tonne im Jahr 2022 verteuert die Benzin- und Dieselpreise um bis zu 9 Cent an den Zapfsäulen. Durch die jährliche Erhöhung des CO2-Preises ist demnach mit weiteren Erhöhungen der Spritpreise an den heimischen Tankstellen zu rechnen.

Spritpreise weiterhin hoch

Zuletzt lag der Preis für Super (Bezin) in Österreich im Schnitt bei 1,70 Euro pro Liter, für Diesel bei 1,93 Euro. Durch die CO2-Steuern könnte letzterer also wieder auf über 2,00 Euro pro Liter ansteigen. Um die Tankstelle mit dem aktuell günstigsten Benzin oder Diesel zu finden, sollte man vor dem Tanken einen Spritpreisrechner verwenden.

Kritik an zusätzlichen Preissteigerungen in Teuerungswelle

Aufgrund der anhaltenden Teuerung gibt es immer lautere Kritik an der Einführung der CO2-Bepreisung. In der aktuellen Rekord-Teuerung sei eine zusätzliche Belastung für die Bevölkerung nicht sinnvoll, heißt es seitens der Opposition. Die Regierung hält an ihrem Kurs jedoch fest. Die Einführung im Oktober sei als Einstieg in diesen Mechanisums notwendig, um langfristig umweltschädlichem CO2-Verbrauch ein Preisschild geben zu können.

Ab 2023 wird der Klimabonus als Abfederung der CO2-Bepreisung zwischen 100 und 200 Euro - je nach Wohnort der Person - betragen. Im Jahr 2022 erhalten alle Personen, die mindestens 183 Tage in Österreich gemeldet sich, 250 Euro als Klimabonus. Kinder unter 18 Jahren bekommen die Hälfte des Betrags. Zusätzlich wird der Teuerungsausgleich in derselben Höhe ausgeschüttet.

Mehr Informationen: CO2-Preis

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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