31.10.2019, 16:59 Uhr | von | Arbeitnehmer

Die Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen ist in letzter Zeit gestiegen. Dies sollte sich laut Prognosen auch in Zukunft nicht ändern. Dennoch fließen jährlich Hunderte Millionen Euro in die Job-Förderung der Gruppe 50 Plus, wobei sich nun die Frage stellt, was dies überhaupt bringt.

Jobs für Ältere – ein teurer Kampf
Bild: pixabay.com / MichaelGaida

Grundsätzlich ist in Österreich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, danach steigt sie in der Gruppe der Älteren. So ist die allgemeine Arbeitslosigkeit im September des Jahres um 3 % gesunken, die der Gruppe 50 Plus stieg jedoch um 2,6 %. Dies ist der Fall, obwohl im Jahre 2018 alleine 1,4 Milliarden € an Unterstützungen an das AMS geflossen sind, 296 Millionen € davon für die Unterstützung der Älteren. Zudem kommen 50 Millionen € nächstes und übernächstes Jahr, dies hat der Nationalrat im September im Zuge einer Förderung für ältere Arbeitslosen beschlossen. Nun stellt sich die Frage, in wie weit diese Förderungen auch fruchten. Der größte Brocken sind so genannte Eingliederungsbeihilfen, das AMS hat dafür letztes Jahr 184 Millionen € ausgegeben. Unternehmen, die Personen einstellen, die über 50 Jahre alt sind und davor mindestens sechs Monate arbeitslos bzw. gesundheitlich eingeschränkt waren, bekommen Unterstützungen. So werden etwa Teile der Lohnnebenkosten über einige Monate hinweg von der öffentlichen Hand übernommen.

Mitnahmeeffekt hoch

Laut AMS werden rund 60 % aller Personen nach Ablauf der Beihilfe auch weiterhin beschäftigt. Es gibt jedoch auch hohe Mitnahmeeffekte, was wiederum bedeutet, dass ein Großteil der Arbeitsverhältnisse auch ohne vorhandene Förderung zustande gekommen wäre. Diese Mitnahmeeffekte sind vor allem bei Menschen, welche schlechtere Arbeitsmarktchancen haben, also Ältere, Kranke oder Langzeitarbeitslose, geringer.

Gute Performance der Älteren

Obgleich die Ausschließlichkeit innerhalb der Gruppe von Älteren zulegt, arbeiten auch immer mehr ältere Personen. Von aktuell rund 3,8 Millionen unselbstständig Beschäftigten sind 1,06 Millionen Menschen 50 Jahre oder älter. Dieser Wert liegt 4 % höher als vorheriges Jahr.

Man wird also abwarten, wie sich die Arbeitslosenzahl im Allgemeinen und im Bereich der älteren Menschen in Zukunft entwickeln wird.

Mehr Informationen: Arbeitslosengeld

aktualisiert: 31.10.2019, 16:59 Uhr
Richard Baidinger
Email: rb@finanz.at
Redakteur, Ressort Wirtschaft und Finanzen
Experte für Wirtschaft und Finanzen
Redaktion | Kontakt | Wien
Richard Baidinger ist Experte und Redakteur für Bank- und Finanzwirtschaft aus Wien.

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