Sparbuch wird wieder attraktiv - Zinsen steigen in Österreich

Die EZB erhöht bereits zum dritten Mal den Leitzins auf nunmehr zwei Prozent. Das spüren nicht nur Kreditnehmer, sondern hat auch Auswirkungen auf Spareinlagen. Das klassische Sparbuch lockt bereits jetzt mit deutlich attraktiveren Zinsen als noch vor wenigen Monaten.

03.11.2022, 10:30 Uhr von
Sparzinsen
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Sparzinsen

Leitzins-Erhöhung trifft Kreditnehmer, Sparer profitieren

Ende Oktober teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit, dass der Leitzins für die Eurozone erneut ansteigen wird. Eine Erhöhung um 0,75 Prozent war die Folge. EZB-Chefin Christine Lagarde begründet diesen erneuten Schritt mit einer „viel zu hohen Inflation“ in der Eurozone. Seit Juli 2022 wurde der Leitzins bereits dreimal angehoben – von null auf nun zwei Prozent. Die letzte Zinssitzung in diesem Jahr sei für den 15. Dezember geplant, so die EZB-Chefin. Experten, wie Volkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank, schlagen gar eine Zinserhöhung auf bis zu vier Prozentpunkte vor.

Das hat auch Auswirkungen auf Finanzierungen und Spareinlagen in Österreich. Aufgrund der Erhöhungen des Leitzinses steigen neben den Kreditzinsen, die vor allem für variable Finanzierungen teuer werden können, auch die Einlagenzinsen auf diverse Sparformen. Das Sparbuch gewinnt dadurch nicht nur in Österreich nach Jahren der Durststrecke wieder an Attraktivität.

Sparbuch für österreichische Haushalte wieder attraktiv

Laut aktueller Umfrage wollen wieder deutlich mehr Österreicherinnen und Österreicher auf klassische Sparformen, die das Sparbuch oder Bausparverträge, setzen. Bei den Zinsen für das veranlagte Kapital sei man bescheidener geworden. Immerhin locken manche Banken wieder mit deutlich attraktiveren Zinssätzen auf Spareinlagen als in den letzten Jahren.

Generell steigen die Sparzinsen deutlich langsamer als Kreditzinsen. Nach der neuerlichen Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank kann es also noch etwas dauern, bis die meisten Banken ihre Einlagenzinsen entsprechend erhöhen. Manche Anbieter von Sparbüchern (Tagesgeld oder Festgeld) geben diese Leitzinserhöhung jedoch bereits an ihre Kunden weiter. So erhält man beispielsweise bis zu einem Prozent bei der Santander Consumer Bank oder 1,25 Prozent Gesamtverzinsung p.a. auf das Tagesgeldkonto der Kommunalkredit Invest in Österreich.

Eine Auswahl an Sparbuch-Angeboten mit attraktiven Zinsen in Österreich findet man hier auf Finanz.at.

Die Hauptmotive der Sparer sind auch aufgrund der Teuerung vor allem die Altersvorsorge und der Aufbau einer Notreserve für schlechte Zeiten. Doch längst nicht alle Haushalte können sich das Ansparen aufgrund der weiter steigenden Inflation (zuletzt immerhin 11 Prozent im Oktober) leisten.

Kredite werden noch teurer

Nach den neuen und strengeren Kreditvergabe-Richtlinien, die im August umgesetzt wurden, wird es durch die ansteigenden Zinsen in Zukunft noch teurer bis unfinanzierbar, sich einen Kredit aufzunehmen. Vor allem junge Menschen leiden darunter massiv. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Anteil von mindestens 20 Prozent Eigenkapital und einer maximalen Rate von 40 Prozent des Haushaltseinkommens spüren Kreditnehmer auch eine zusätzliche Belastung durch deutlich höhere Zinssätze.

Unter anderem deshalb lässt das BMF nun seitens der Finanzmarktaufsicht prüfen, ob die Kreditvergabe-Richtlinien weiterhin sinnvoll sind. Eine Lockerung bei der Vergabe von Finanzierungen könnte in den kommenden Monaten folgen.

Mehr Informationen: Sparbuch

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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