Weitere Entlastungen: So hoch steigen die Sozialleistungen zukünftig an

Die Sozialleistungen, wie etwa die Familienbeihilfe, Studienbeihilfe, Krankengeld und Kinderbetreuungsgeld, sowie weitere Familienleistungen, steigen ab 2023 an. Dabei erhalten viele Personen in Österreich pro Monat mehr Geld, um so gegen die weiterhin steigende Teuerung entlastet zu werden. Die voraussichtlichen neuen Beträge findet man hier auf Finanz.at.

23.09.2022, 13:00 Uhr von
Sozialleistungen für Familien
Bildquelle: Finanz.at / Sozialleistungen für Familien

Ab 01. Januar 2023 sollen neben der Abschaffung der kalten Progression auch die Sozialleistungen an die Inflation angepasst werden (Valorisierung). Dadurch steigen viele Leistungen zukünftig jedes Jahr automatisch um den errechneten Anpassungsfaktor. Diese Leistungen wurden seit Jahren nicht an die Inflationshöhe angepasst. Ziel ist es, die erhöhten Lebenshaltungskosten abzugelten und die Kaufkraft der Bezieher von Sozialleistungen zu stärken.

Familienbeihilfe

Der Betrag der Familienbeihilfe ist an das Alter des Kindes gekoppelt. Diese Beträge werden ab 2023 erhöht:

Alter des Kindes 2022 2023 *
ab Geburt 114 Euro 119,97 Euro
ab 3 Jahren 121,90 Euro 128,29 Euro
ab 10 Jahren 141,50 Euro 148,91 Euro
ab 19 Jahren 165,10 Euro 173,75 Euro

Bei zwei oder mehr Kindern mit Anspruch auf die Familienbeihilfe wird zusätzlich eine Geschwisterstaffelung pro Kind ausgezahlt.

Geschwisterstaffel 2022 2023 *
2 Kinder 7,10 Euro 7,47 Euro
3 Kinder 17,40 Euro 18,31 Euro
4 Kinder 26,50 Euro 27,89 Euro
5 Kinder 32,00 Euro 33,68 Euro
6 Kinder 35,70 Euro 37,57 Euro
7 Kinder + 52,00 Euro 54,72 Euro

Mehrkindzuschlag

Der Mehrkindzuschlag steht Familien mit drei oder mehr Kindern im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung zu. Er beträgt monatlich 20 Euro für das dritte und jedes weitere Kind. Ab 2023 steigt der Mehrkindzuschlag auf 21,05 Euro an.

Kinderabsetzbetrag

Der Kinderabsetzbetrag steht allen Steuerpflichtigen Personen zu, die aktiv Familienbeihilfe beziehen. Er beträgt 58,40 Euro pro Kind monatlich und wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe überwiesen. Ab 2023 wird der Kinderabsetzbetrag auf 61,46 Euro erhöht.

Kinderbetreuungsgeld

Je nach ausgewählten Modell des Kinderbetreuungsgeldes steigt auch hier die Höhe um 5,24 Prozent ab Januar 2023 an. Alle Informationen zum Anspruch, der Modelle, Dauer und Höhe der Auszahlung des Kinderbetreuungsgeldes findet man auf Finanz.at.

Umschulungsgeld

Liegt ein Anspruch auf eine berufliche Maßnahme der Rehabilitation vor, kann vom AMS Umschulungsgeld beantragt werden. Während dieser Zeit wird der Grundbetrag des Arbeitslosengeldes um 22 Prozent angehoben - jedenfalls wird ein täglicher Mindestbetrag ausbezahlt.

Studienbeihilfe

Die Studienbeihilfe soll erstmals ab 01. September 2023 valorisiert und an die Inflation angepasst werden. Bereits im August wurde ein Teuerungsausgleich von 300 Euro an Bezieher der Studienbeihilfe ausgezahlt, um StudentInnen gegen die Teuerung zu entlasten. Der Valorisierungs-Automatismus wird bereits mit 01. Januar in Kraft treten.

Familienzeitbonus

Der Familienzeitbonus für Väter, die sich nach der Geburt um das Kind kümmern ("Papamonat"), beträgt derzeit 22,60 Euro täglich und wird auf das allfällige spätere Kinderbetreuungsgeld angerechnet. Der Familienzeitbonus wird ab Januar 2023 auf 23,78 Euro angehoben.

Kranken-, Rehabilitations- und Wiedereingliederungsgeld

Ebenfalls valorisiert werden das Kranken-, Rehabilitations- und Wiedereingliederungsgeld. Das Krankengeld wird ab dem 04. Tag des Krankenstandes ausbezahlt und beträgt 50 bzw. 60 Prozent der Bemessungsgrundlage für Erwerbstätige. BezieherInnen von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe erhalten den Betrag in Höhe des letzten Leistungsbezuges aus der Arbeitslosenversicherung.

Geringfügig beschäftigten Personen steht ein Krankengeld von 6,00 Euro pro Tag ab 2023 zu, sofern sie unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze (500,91 Euro ab 2023) liegt. Die neuen Werte zur Aufwertungszahl ab 2023 findet man hier auf Finanz.at.

Das Wiedereingliederungsgeld beträgt bei halber Normalarbeitszeit 50 Proezent des erhöhten Krankengeldes von 60 Prozent der Bemessungsgrundlage. Das Rehabilitationsgeld steht Personen, die ab 01.01.1964 geboren wurden, zu, wenn sie für mindestens sechs Monate aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können.

Diese Anpassungen sollen ab 01. Januar 2023 in Kraft treten.

Information

Berechnen Sie Ihr neues Gehalt ab 2023 mit dem Brutto-Netto-Entlastungsrechner von Finanz.at.

Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Ob auch das Arbeitslosengeld valorisiert und demnach erhöht werden wird, steht derzeit noch nicht fest. Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) teilte mit, die Höhe darf jedenfalls "nicht unter 55 Prozent" des letzten Gehalts sinken. Die Verhandlungen zur neuen Höhe des Arbeitslosengeldes laufen seit Monaten und sollen im Rahmen der Arbeitsmarktreform umgesetzt werden. Im Raum steht ein degressives Modell, das zu Beginn der Arbeitslosigkeit ein höheres AMS-Geld von beispielsweise 70 Prozent vorsieht und anschließend mit Fortdauer sinkt.

Mehr Informationen: Familienbeihilfe

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Daniel Herndler
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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